H2-Quartiere rechnen sich

Das analysierte Wohnquartier des Bauvereins, © Bauverein, TIM-Online
Das analysierte Wohnquartier des Bauvereins, © Bauverein, TIM-Online

Bislang ist der H2-Anteil im deutschen Gasnetz verschwindend gering. Derzeit wird nur im Rahmen einzelner, zeitlich befristeter Demonstrationsprojekte die Eignung von bis zu 30 Prozent Wasserstoff erprobt. H2-Mikronetze, also Netze für Quartiere oder Regionen, in denen 100 Prozent Wasserstoff eingesetzt würde, gibt es noch nicht. Dabei hat Lennart Lohaus kürzlich belegt, dass H2-basierte Quartierslösungen schon heute wirtschaftlich attraktiv sein können. Im Rahmen seiner Masterarbeit entwickelte er ein Optimierungsmodell zur Auslegung von regenerativen Versorgungslösungen mit dem Energieträger Wasserstoff im Rheinischen Revier.

Wie Lennart Lohaus herausfand, ist eine klimaneutrale Energieversorgung durch ein optimales Zusammenspiel zwischen regenerativen Energieträgern, Energiewandlern und Speichern bereits heutzutage umsetzbar. Seine Marktrecherchen ergaben, dass es bereits zahlreiche Produkte gibt, die für die stationäre Wasserstoffanwendung geeignet sind.

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Zunächst seien grundsätzlich Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen sowie Energiespeicher erforderlich. Während Batterien für die Kurzzeitspeicherung geeignet sind, können große Energiemengen in Form von Wasserstoff über lange Zeiträume gespeichert werden.

Häufig anzutreffende Vorurteile hinsichtlich des angeblich schlechten Wirkungsgrades von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen konnte er widerlegen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass bei den Wasserstoffkomponenten die entstehende Abwärme, die ein ausreichend hohes Temperaturniveau für den Gebäudesektor und weitere Sektoren aufweist, genutzt werde.

Zentralisierte Energieversorgung des Quartiers
Lohaus belegte zunächst Elektrotechnik im Bachelor-Studiengang und machte anschließend seinen Master in Energiewirtschaft an der Hochschule Osnabrück. Im Interview mit HZwei machte er deutlich, wie wichtig ihm energieeffizientes und nachhaltiges Handeln sei. Aus diesem Grund habe er auch die Weiterbildung zum Energieberater absolviert und sich explizit als Thema seiner Masterarbeit die „Auslegung von regenerativen Versorgungslösungen mit dem Energieträger Wasserstoff“ ausgewählt.[…]

… gekürzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Sven Geitmann

HOC

1 Gedanke zu „H2-Quartiere rechnen sich“

  1. Zitat:
    “… Häufig anzutreffende Vorurteile hinsichtlich des angeblich schlechten Wirkungsgrades von Elektrolyseuren und Brennstoffzellen konnte er widerlegen.”
    Echt?
    Er hat die Physik widerlegt?
    Aber zumindest ist im Artikel ein Hinweis zu finden, dass nur mit Nutzung der Abwärme der Wasserstoffkomponenten ein wirtschaftlicher Betrieb möglich ist.
    Schlechte Voraussetzungen für mobile Anwendungen wie den H2-LKW, der in einem anderen Artikel gerade noch thematisiert wird.

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