Enginius gewinnt neu ausgelobten H2Eco Award

Dr. Johannes F. Kirchhoff bei der Enginius-Präsentation in Bremen – im Hintergrund der Citypower
Dr. Johannes F. Kirchhoff – im Hintergrund der Citypower

Der Auftakt für Enginius hätte kaum besser ausfallen können: Am 16. Mai 2022 stellte die Faun Umwelttechnik GmbH & Co. KG ihre neue Marke in Bremen der Öffentlichkeit vor, und nur zwei Wochen später heimste der niedersächsische Fahrzeughersteller während der Hannover Messe den erstmals verliehenen H2Eco Award ein. Parallel dazu sorgte die Tochtergesellschaft der Faun Gruppe auch auf der IFAT 2022, der Weltleitmesse für Umwelttechnologien, vom 30. Mai bis 3. Juni in München für Aufsehen.

„Ist das noch ein Faun?“ Mit dieser Frage begrüßte Dr. Johannes F. Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter der Kirchhoff Gruppe, die zahlreichen Mitarbeitenden und Gäste, die zur Präsentation der neuen Marke an den Faun-Standort ganz im Osten der Hansestadt gekommen waren.

„Nein, das ist etwas anderes.“ Gemeint war damit der schräg hinter Kirchhoff stehende, nagelneue Enginius-Lkw. Das sei kein Faun-Abfallsammelfahrzeug, sondern etwas, das einen neuen Namen, eine neue Marke verdient habe, so der Maschinenbau-Ingenieur.

„Wir wollen mit Enginius bis 2030 europäischer Marktführer für wasserstoffbetriebene Lastkraftwagen auf der Kurz- und Mittelstrecke werden.“

Patrick Hermanspann, CEO der Faun Gruppe

Erst der Bluepower, dann der Citypower
Als einer der ersten Anbieter von Kommunalfahrzeugen beabsichtigt die zur Kirchhoff Gruppe gehörende Faun Gruppe, Lastkraftwagen mit Wasserstoffantrieb in Serie zu bauen. Dafür beziehen die Hanseaten Econic-Gleiter von Daimler Trucks. Gleiter sind sozusagen die Rohversionen eines Lastwagens – ohne Antriebseinheit. Entwicklungsleiter Georg Sandkühler erklärte: „Die Fahrzeuge kommen so, wie wir sie brauchen. Wir schmeißen nichts weg.“

Je nach Kundenwunsch können ein bis drei 30-kW-Brennstoffzellensysteme von Hydrogenics und zwei bis vier südkoreanische Wasserstofftanks installiert werden. Jeder 700-bar-Druckbehälter fasst 103 Liter – rund vier Kilogramm Wasserstoff. Vier Tanks ermöglichen eine Reichweite von rund 240 Kilometer.

„Der erste Schubs zum Anfahren kommt aus der Batterie. Die sitzt unterm Führerhaus“, führte Sandkühler aus. Als Kapazität der Batterie gab er 85 kWh an, er fügte aber hinzu, dies sei der End-of-Life-Wert. Im Neuzustand speichere sie deutlich mehr Strom. Die Energieversorgung läuft auf 700-Volt-Basis, da der erforderliche Kabelquerschnitt sinke, je höher die Spannung sei.[…]

… gekürzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Sven Geitmann

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1 Gedanke zu „Enginius gewinnt neu ausgelobten H2Eco Award“

  1. Na, da bin ich ja auf die Marktchancen der “wasserstoffbetriebenen Lastkraftwagen auf der Kurz- und Mittelstrecke” gespannt – wo das doch eher die Domäne der reinen batterielektrischen LKW ist, die generell deutlich geringere Betriebskosten haben.
    Der für H2 immer wieder propagierte Einsatz auf der Langstrecke ist wohl doch nicht so einfach umsetzbar, wie von den Lobbyisten medial dargestellt.
    Wenn selbst der Einsatz von Wasserstoff bei der Bahn (feste Strecken mit Tankstandorten, planbare Abnahmemengen, …) mittlerweile teurer ist als batterielektrische Züge, sehe ich die Chancen bei LKW erst recht eher auf kleine Spezialgebiete begrenzt.

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