Bloom Energy – Ein Quartal steht nicht für ein ganzes Jahr

Das erste Quartal wirkt bei Bloom Energy mit einem Umsatz von 201 Mio. US-$ und einem Verlustausweis in Höhe von 78,4 Mio. US-$ (darin enthalten 26,3 Mio. US-$ Stock-based Compensation) bzw. minus 0,44 US-$ pro Aktie (GAAP) auf den ersten Blick enttäuschend. Nur hat das Unternehmen immer wieder selbst gesagt, dass sich das richtige Wachstum immer erst im zweiten Halbjahr ergibt und im Verhältnis von 40 : 60 bzw. neu 30 : 70 ausfallen soll. Will heißen: 30 % der Umsätze werden im ersten Halbjahr generiert und 70 Prozent dann im zweiten bei steigenden Umsatzzahlen im Ganzen.

Im vierten Quartal 2021 war es nicht anders. Da fand ein sehr hohes Wachstum statt, das schwächere Quartale mehr als nur ausglich und zu einem guten Gesamtjahr führte. Dies liegt in der „Natur der Sache“, da Bloom erst einmal die Genehmigungsverfahren ausgedrückt in Acceptances für BZ-Projekte absolvieren muss, bis es an die konkrete Umsetzung kommt. Die Abrechnung erfolgt dann erst nach Fertigstellung bzw. Vertragsbeginn. Die Höhe der Acceptances selbst liefert bereits die Sicherheit der Umsetzung. Da ist Bloom auf dem richtigen Weg – so wie prognostiziert.

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„Wir haben einen sehr hohen Auftragsbestand, um unsere Ziele für 2022 erreichen zu können. Wir glauben, dass das Unternehmen an einem Wendepunkt angelangt ist, um jetzt auf unserer ausgereiften Technologieplattform, unserer soliden Erfolgsbilanz und unserem robusten Wachstumsplan aufzubauen.“ So steht es in der Unternehmenspräsentation von Bloom Energy zu lesen, die im Rahmen der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal 2022 durch CFO Greg Cameron vorgetragen wurden.

Dies heißt nichts anderes, als dass die Guidance (Richtschnur) für das Geschäftsjahr 2022 wie auch die Zukunftsaussichten unverändert intakt (30%+ Wachstum p.a.) sind. Daran ändern auch ein Quartalsergebnis nichts, das nicht den Erwartungen der Analysten und des Marktes entspricht.

Es wird massiv in den Ausbau der Kapazitäten investiert. Dies lässt sich in der jährlichen Energiemenge in MW ausdrücken, die neu installiert wird – nächstes Jahr bei über 1 GW pro Jahr. Dieses Jahr wird das Invest von 280 auf 580 MW gesteigert. Die Payback-Phase der Investition soll sich bereits in einem Jahr amortisieren. Die Gewinnmarge wird sich mit zunehmendem Volumen der Energieproduktion im Jahresverlauf erhöhen, heißt es seitens des Unternehmens.

Der starke Kursrückgang ist kurzfristigen Aktionen (Trading) geschuldet, seien es Shortseller oder Daytrader (Momentum- oder Robottrading?). Der umsichtige Investor kauft eher zu, als dass er sich durch kurzfristiges – und kurzsichtiges – Handeln in blinden Aktionismus treiben lässt. Die großen in Bloom engagierten Fonds werden zukaufen und die aktuelle Kurschwäche nutzen, so meine feste Überzeugung. Denn: Wenn nicht jetzt, wann dann – mit diesen Aussichten?

Jüngst war die indische Finanzministerin in der Zentrale von Bloom zu Besuch. CEO K.R. Sridhar betonte dabei, dass Bloom viele Zulieferteile aus Indien beziehe und auch vor Ort mit Projekten bereits aktiv sei.

Währenddessen plant Southern California Gas das bislang größte Projekt in der Produktion von Wasserstoff in den USA und hat sich als Ziel gesetzt, hier 20 GW an den Start zu bringen (das wären dann über 20 Mrd. US-$ Invest), wobei man es als realistisch hält, perspektivisch 20 Prozent der Gasproduktion über Wasserstoff darzustellen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Bloom daraus konkret (Groß-) Aufträge erhält.

Zudem sollte der 25. Mai 2022 ins Visier genommen werden: Investor Day bei Bloom. Da werden Auskünfte über die weiteren Planungen und die Aussichten (Outlook + Guidance) gegeben und neue Firmen-Technologie dem breiten Publikum vorgestellt.

Risikohinweis
Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 08. Mai 2022

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