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Speicher

EWE besteht Wasserstoff-Dichtheitstest an Kaverne in Huntorf

Die EWE Gasspeicher GmbH hat beim Umbau einer Erdgaskaverne am Standort Huntorf (Landkreis Wesermarsch) einen wichtigen Schritt abgeschlossen. Die für die künftige Wasserstoffspeicherung technisch angepasste Bohrung hat den Dichtheitstest bestanden. Geprüft wurde zunächst mit Stickstoff, anschließend mit Wasserstoff. 

Damit ist nach Unternehmensangaben eine wesentliche Voraussetzung für die Umrüstung des Speichers erfüllt. Ab 2028 soll die Kaverne rund 16 Millionen Normkubikmeter Wasserstoff aufnehmen können. Das entspricht etwa 1.440 Tonnen Wasserstoff. Die Ein- und Ausspeicherleistung soll bei insgesamt 35.000 Normkubikmetern pro Stunde liegen.


„Mit dem erfolgreichen Dichtheitsnachweis haben wir einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht. Wir zeigen in Huntorf, wie sich bestehende Energieinfrastruktur für die klimaneutrale Energieversorgung von morgen weiterentwickeln lässt“, sagt Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE Gasspeicher GmbH.


Neuer Zement und zusätzliches Dichtelement


Wegen der kleinen Wasserstoffmoleküle stellt die Abdichtung der Bohrung zum umgebenden Gebirge besondere Anforderungen. EWE hat die bestehende Bohrung daher mit einer neuen, zementierten Rohrtour ausgerüstet. Zum Einsatz kamen ein weiterentwickelter Zement und ein zusätzliches Dichtelement.


„Wir haben die Dichtheit zunächst mit Stickstoff überprüft und anschließend auch mit Wasserstoff erfolgreich bestätigt. Alle ermittelten Werte liegen innerhalb der vorgegebenen Prüfkriterien. Auch in den überwachten Bereichen konnten wir keine auffälligen Druckveränderungen feststellen“, erklärt Projektleiter Hayo Seeba.


EWE greift beim Umbau auf Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt HyCAVmobil zurück, das Ende 2024 abgeschlossen wurde. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatte das Unternehmen am Standort Rüdersdorf bei Berlin eine 500 Kubikmeter große Testkaverne errichtet und dort in mehreren Betriebszyklen die unterirdische Wasserstoffspeicherung nachgewiesen.


Verdichter und Trocknungsanlage in Vorbereitung


Ab Mitte November will EWE weitere Arbeiten an der Bohrung vornehmen. Dabei sollen das Rohrsystem für die spätere Ein- und Ausspeicherung sowie zusätzliche Sicherheitstechnik eingebaut werden. Parallel entstehen auf dem Speichergelände Fundamente, Kabeltrassen, Entwässerungsanlagen und Betriebsgebäude.


Für die Verdichtung des Wasserstoffs hat EWE zwei Verdichter beim Unternehmen Neuman & Esser bestellt. Mit Engineering, Installation und Inbetriebnahme einer Trocknungsanlage hat das Unternehmen den Industriedienstleister Bilfinger beauftragt. Die Anlage entzieht dem aus der Kaverne entnommenen Wasserstoff Feuchtigkeit, bevor er wieder ins Netz eingespeist wird. Bilfingers H2Dry-Technologie soll dabei nach Unternehmensangaben erstmals im kommerziellen Maßstab zum Einsatz kommen.


Anschluss ans Wasserstoff-Kernnetz bis 2028


Parallel zum Speicherumbau arbeiten die EWE-Konzerngesellschaften GTG Nord und EWE Netz am Anschluss des Speichers an das Wasserstoff-Kernnetz. Die Anbindung ist Teil des Leitungsprojekts H2Coastlink 2. Die Verbindung zwischen Huntorf und Sandkrug ist rund 34 Kilometer lang. Dafür werden etwa 28 Kilometer bestehende Erdgasleitungen umgerüstet und sechs Kilometer neue Wasserstoffleitung gebaut. Die Leitung soll laut EWE bis Ende 2027 betriebsbereit sein.
Mit H2Coastlink 1 entsteht zudem eine rund 24 Kilometer lange neue Wasserstoffleitung zwischen Emden und Leer. Sie soll den in Emden erzeugten Wasserstoff ins überregionale Netz transportieren.


Teil von Clean Hydrogen Coastline


Der Speicherumbau ist Teil des EWE-Vorhabens „Clean Hydrogen Coastline“. Dazu gehört auch eine 320-Megawatt-Elektrolyseanlage in Emden, die derzeit gebaut wird. Das Projekt wird im Rahmen des europäischen IPCEI-Programms (Important Project of Common European Interest) von Bund und Land Niedersachsen gefördert.
Schmidt fordert mit Blick auf den weiteren Wasserstoffhochlauf verlässliche Rahmenbedingungen: „Investitionen in weitere Wasserstoffspeicher müssen wirtschaftlich tragfähig und planbar sein. Zugleich müssen Erzeugung, Netzausbau, Speicherung und Nachfrage Hand in Hand gehen. Nur so kann sich eine leistungsfähige Wasserstoffwirtschaft entwickeln.“
 

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