Mehr Windgas für mehr Klimaschutz

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Langzeitspeicher und eine Kopplung der energiewirtschaftlich relevanten Sektoren sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende – dies belegen diverse wissenschaftliche Studien. Einen vielversprechenden Lösungsansatz bietet die Windgastechnologie. Doch obwohl Power-to-Gas für Deutschland ein entscheidender Faktor

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Power-to-Gas macht Strom günstiger

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(Quelle: Greenpeace Energy)

Greenpeace Energy hat im August 2015 eine neue Studie vorgestellt, gemäß der „Windgas“ (mit Hilfe von überschüssigem Strom aus erneuerbaren Energien erzeugtes Gas – Wasserstoff oder Methan) zur Stabilisierung der Energiewende beitragen kann. Der auf den 97 Seiten angefertigte Vergleich einer künftigen

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kraftwerk bleibt kraftwerk

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kraftwerk – Der Stein des Anstoßes

eZelleron hat das Verfahren gegen Kraftwerk-Musiker Ralf Hütter gewonnen. Am 16. April 2015 musste Dr. Sascha Kühn, Geschäftsführer des Dresdner Brennstoffzellenherstellers, beim Landgericht Hamburg erscheinen, weil der Chef der deutschen Elektro-Pop-Band Kraftwerk die Namensrechte für den Begriff „Kraftwerk“ für sich beansprucht und Unterlassungsklagen in den USA und Deutschland erwirkt hatte. Trotz Kühns vorheriger Versuche zu einer gütlichen Einigung, kam es zu

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H2Expo wird in WindEnergy eingebettet

H2Expo
H2Expo
Dieses Logo wird wohl bald verschwinden.

Die H2Expo, die Fachmesse für Speichertechnologie und Elektromobilität, findet vom 23. bis zum 26. September 2014 zeitgleich mit der WindEnergy Hamburg in der Hansestadt statt. Erstmals nutzen die Veranstalter die internationale Leitmesse für die On- und Offshore-Windbranche, um von thematischen Schnittmengen insbesondere im Bereich der Energiespeicherung profitieren zu können. Insgesamt werden auf dem Hamburger Messegelände mehr als 1.000 Unternehmen aus rund 30 Ländern auf etwa 65.000 Quadratmetern ausstellen.

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Energiespeicherung von B wie Bio bis W wie Wind

Konzept zur Energiespeicherung per Windstrom-Elektrolyse in Herten (Quelle: Evonik Industries)
Konzept zur Energiespeicherung per Windstrom-Elektrolyse in Herten (Quelle: Evonik Industries)

Der neue Hype heißt „Energiespeicherung“, das haben wir bereits Anfang des Jahres in der HZwei ausführlich dokumentiert. Dementsprechend sind auch in den ersten Monaten des neuen Jahres etliche weitere Studien herausgekommen (s. April-Heft S. 14 & 16) und neue Demonstrationsvorhaben rund um das Thema „Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien mit Hilfe von Wasserstoff“ gestartet worden. Mittlerweile gibt es sogar einen eigens gegründeten Verband (BVES). Auch bei den Branchentreffs in Hamburg und Stuttgart gewinnt Energiespeicherung an Bedeutung (s. u.). Wind-Wasserstoff spielt dabei nach wie vor eine wichtige Rolle. Neu ins Gespräch gekommen ist jetzt zusätzlich auch Bio-Wasserstoff, wobei jedoch noch unklar ist, wie groß dafür das Potential ist.

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H2Expo findet mit WindEnergy Hamburg im Herbst 2014 statt

Ursprünglich sollte die H2Expo im Frühjahr 2013 stattfinden. Jetzt hat sich die Hamburg Messe und Congress GmbH jedoch entschieden, den Termin in den übernächsten Herbst zu schieben. Wie die Pressereferentin der Messegesellschaft gegenüber HZwei mitteilte, wird die H2Expo „mit neuem Format“ vom 23. bis zum 26. September 2014 abgehalten.

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NOW stellt den Entwicklungsplan 3.0 vor

Eine Zusage für ein Markteinführungsprogramm nach 2016, gleichzeitig aber auch Kritik an mangelhafter Öffentlichkeitsarbeit und einen neuen Entwicklungsplan – das gab es alles auf der Vollversammlung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP), die am 7. und 8. November 2011 in Berlin stattgefunden hat. Außerdem berichteten alle Zuwendungsempfänger über den Stand ihrer jeweiligen Projekte, die mit 500 Mio. Euro vom Bundesverkehrsministerium und mit 200 Mio. Euro vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden.

Rund 320 Teilnehmer sind an den zwei Tagen ins Estrel-Hotel in die Bundeshauptstadt gekommen. Die Begrüßung übernahm Prof. Werner Tillmetz, Vorsitzender des NOW-Beirats. Er begann in einem Rundumblick im Jahr 2004, als das damalige Brennstoffzellen-Bündnis Deutschland sein erstes Strategiepapier vorstellte. Tillmetz, der auch Vorstandsmitglied beim Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) ist, hob zudem die Bedeutung der damaligen Arbeiten insbesondere von Nilgün Parker vom Bundesverkehrsministerium hervor, die entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Brennstoffzelle während der Koalitionsverhandlungen mit berücksichtigt wurde und dass die 500 Mio. Euro Fördergelder im Bundeshaushalt eingeplant wurden. Nur infolge dieser Vorarbeiten konnte im Jahr 2006 das NIP-Strategiepapier (Entwicklungsplan 1.0) vorgestellt und das auf zehn Jahre ausgelegte Innovationsprogramm im Jahr 2007 gestartet werden.

Tillmetz stellte weiterhin fest, dass „Wasserstoff nach Fukushima etabliert ist. Da hat sich massiv was getan.“ Als Beleg dafür verwies er nach Japan, wo mittlerweile 30.000 Brennstoffzellenheizgeräte installiert sind, und fügte erfreut hinzu, dass auch im deutschen Bundestag fleißig über das Thema diskutiert werde. Außerdem konstatierte er: „Die Brennstoffzellenautos sind reif, die Serienvorbereitung ist gestartet.“ Stolz hielt er daraufhin die aktualisierte Version des NIP-Strategiepapiers hoch: den neu erstellten Entwicklungsplan 3.0.

Auch Rainer Bomba, der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zeigte sich ebenfalls erfreut über die Rückbesinnung auf das Thema Wasserstoff und sagte: „Die Energiewende verleiht dem Wasserstoff wieder Flügel. […] Die Brennstoffzelle ist soweit, dass sie einsatzfähig ist.“ Bomba sprach in seinem Grußwort aber auch offen an, dass die Bevölkerung zu wenig Bescheid wisse. Er mahnte: „Die Brennstoffzelle ist kein Selbstläufer.“ Kritisch stelle er weiterhin fest: „Sie wurde bisher zu schlecht vermarktet. Eine wesentlich intensivere Öffentlichkeitsarbeit und wesentlich mehr Produkte sind notwendig. Ich möchte daher alle aufrufen, Produkte auf den Markt zu bringen.“

Außerdem nannte er es „ausgesprochen wichtig, dass wir uns heute schon Gedanken machen, wie es nach 2016 weitergeht.“ Bomba forderte deswegen vehement dazu auf, gemeinsam mit der NOW nach geeigneten Wegen für ein Anschlussprogramm zu suchen, „ansonsten entsteht eine Lücke.“ Abschließend rief er allen Anwesenden zu: „Ich kann Ihnen versichern, dass die Bundesregierung voll und ganz hinter Ihnen steht.“ Gegenüber der Presse ließ er sich dann sogar noch zu zwei Statements hinreißen: „Die Brennstoffzellen ist einfach gigantisch!“ […] „Wir machen nach 2016 weiter.“

Dr. Klaus Bonhoff, der mittlerweile alleinige Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), stimmte der Analyse seines Vorredners unumwunden zu, indem er feststellte: „Die Sichtbarkeit ist in der Tat zu gering.“ Gegenüber der HZwei-Redaktion stellte er fest: „Wir haben in der Öffentlichkeit eine enttäuschte Erwartungshaltung. Wir wissen aber heute, dass die technischen Probleme gelöst sind.“ Er forderte daher ebenfalls mehr Öffentlichkeitsarbeit und erklärte, frühzeitig die Arbeiten an einem Anschlussprogramm aufzunehmen, um „Kontinuität zu erzeugen“. Wie Bonhoff berichtete, habe er sich bereits intensiv mit der Entwicklung in der Windkraftbranche beschäftigt, um daraus zu lernen. So habe beispielsweise die Finanzwirtschaft erst 1996 mit dem Einspeisegesetzt Interesse an dieser Technologie bekommen. Im Hinblick darauf erklärte er: „Hier besteht eine ganz spannende Analogie, die wir uns ansehen müssen.“ Weiterhin sagte er, es müsse auch in der H2- und BZ-Branche über entsprechende Investitionsmodelle mit Risikobegrenzung nachgedacht werden.

Darüber hinaus lieferte Bonhoff einen aktuellen Bericht über den Stand der Umsetzung nach fünf Jahren Programmlaufzeit. So legte er dar, dass seit der Gründung der NOW im Jahr 2008 insgesamt 393 Mio. Euro der Fördermittel in 414 konkreten Einzelprojekten beziehungsweise 184 Vorhaben gebunden wurden. Über die Hälfte davon entfiel auf den mobilen Sektor, jeweils 14 % auf die Bereiche Hausenergie und spezielle Märkte.


Cottbus erhält Wasserstoff-Zentrum

Am 16. September 2010 ist an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus (BTU) der Grundstein für ein Wasserstoff-Forschungszentrum gelegt worden. Bis Mitte 2011 soll dort ein zweieinhalbgeschossiges, rund 250 m2 großes Gebäude entstehen, in dem dann ein Versuchsstand für Wasserstoff installiert wird. Unter anderem soll ein Druckelektrolyseur im Maßstab einer kleinen Industrieanlage errichtet werden. Anlässlich des gleichzeitig stattfindenden 12. Brandenburger Energietages stiftete Total Deutschland der BTU Cottbus zwei Brennstoffzellen und einen LPG-Reformer. Die Gesamtinstallation soll dem Wissenschaftler-Team des Lehrstuhls Kraftwerkstechnik um Prof. Dr. Hans Joachim Krautz dazu dienen, den Umgang mit Wasserstoff als Speicher für fluktuierende Windenergie zu untersuchen. Mit Blick auf die enge Kooperation mit dem Wind-Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Prenzlau sagte Krautz: „Deutschlandweit sind wir hier in Brandenburg mit unseren umfassenden Forschungszielstellungen Vorreiter.“ BTU-Präsident Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli sagte: „Mit diesem Zentrum haben wir Rahmenbedingungen, um Spitzenforschung auf höchstem Niveau zu betreiben. Damit besteht auch für das Land Brandenburg die Möglichkeit, die wesentlichen Bausteine der anstehenden Energiewende wissenschaftlich auf höchstem Niveau zu begleiten.“

Diversifikation

Der Entwicklungstrend in Richtung von mehr dezentralen Stromerzeugungssystemen, weg von den zentralen Großkraftwerken, ist nicht mehr zu stoppen. Das haben selbst die vier großen Energieversorger eingesehen. Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken schiebt diese Entwicklung zwar noch etwas auf, aber umkehren können die Lobbyisten diesen Trend damit trotzdem nicht.

Dies bestätigte auch Martin Pokojski, Innovationsmanager der neu gegründeten Vattenfall Europe Innovation GmbH. Während einer Podiumsdiskussion beim 8. Riesaer BZ-Workshop räumte er ein, dass sich die großen Konzerne bereits auf kleiner werdende Marktanteile einrichten. Auch Dr. Christopher Hebling vom Fraunhofer ISE sprach während der Clean Tech World am 16. September 2010 in Berlin über die fortschreitende „Transformation der Energiesysteme von zentralen Kraftwerken zu dezentralen Erneuerbare-Energien-Systemen“.

Es geht dabei nicht nur um mehr kleine Generatoren, sondern auch um immer unterschiedlichere Aggregate: Gab es bisher zur Stromerzeugung (fast) nur Kohle-, Gas-, Kernenergie- sowie Wind- und Wasserkraftwerke, so werden in Zukunft sehr viel mehr verschiedene Systeme in das öffentliche Netz einspeisen. Damit ist nicht nur die endlich erwachsen gewordene Solarenergie gemeint. Es geht ebenso um die vielen verschiedenen Arten der Blockheizkraftwerke: vom Stirlingmotor über den Rapsölbrenner bis hin zum Geothermiekraftwerk und dem Brennstoffzellensystem.

Der Trend zur Diversifikation ist unaufhaltbar. Das haben auch die Energieversorger eingesehen und halten deswegen nach neuen Perspektiven Ausschau. Nicht ohne Grund kursieren seit neustem Begriffe wie „smart metering“, „vehicle to grid“ und „innovative Ladeinfrastruktur“ durch die Energiebranche, denn über die Elektromobilität wollen die Stromversorger endlich in den Mobilitätssektor vorstoßen. Indem sie die Fahrzeuge mit der Hausenergieversorgung vernetzen, können sie für sich einen neuen Markt erschließen und gleichzeitig die Lastmanagementprobleme in den Griff bekommen.

Das jüngste Beispiel dafür ist die Kooperation der Westfalen AG mit RWE: 40 Mineralöltankstellen zwischen Bonn und Münster sollen mit einer Ladesäule für E-Autos ausgestattet werden. Damit dringt der Essener Energieversorger in die ureigensten Regionen der Ölkonzerne vor, während die Westfalen AG auf Mitnahmeeffekte im Shop-Geschäft spekuliert.

Wozu denn dieser Aufwand? fragt man sich da. Es ist doch viel einfacher, zu Hause das irgendwann mal erhältliche Elektroauto mit Sonnenstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage aufzuladen. Das ist dann wirklich dezentral.