Wasserstoff-Tankstellen für die Schweiz

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(Foto: S. Geitmann)

In der Schweiz starten erste Anläufe für den Aufbau einer Infrastruktur für Brennstoffzellenfahrzeuge. Anfang April 2015 vermeldete ein Firmenkonsortium, dass Anfang 2016 die erste öffentliche Wasserstofftankstelle errichtet werden soll. Der dort zum Einsatz kommende Kraftstoff soll nachhaltig mit Hilfe von Wasserkraft erzeugt werden. Dafür plant der Energiedienstleistungskonzern Axpo

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Hyundai startet ix35-Produktion

Brennstoffzellenautos von Hyundai in Hamburg (Foto: Hyundai)

Während westliche Automobilkonzerne derzeit etwas zögerlich mit der Brennstoffzelle umgehen, machen die asiatischen Konkurrenten zunehmend Druck: Im Herbst 2012 verkündeten Toyota, Honda, Hyundai und Nissan den Start einer Zusammenarbeit speziell für diese Antriebstechnologie. Dafür unterzeichneten sie ein Memorandum of Understanding (MoU), in dem es sowohl um die Serienreife von BZ-Autos als auch die dafür benötigte H2-Infrastruktur geht. Als Testmarkt einigten sich die vier auf Dänemark, Island, Norwegen und Schweden, wo sie ohnehin bereits seit 2006 in der Scandinavian Hydrogen Highway Partnership (SHHP) zusammenarbeiten.

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Wasserstoff aus Kläranlagen

Das Thema Wasserstoff ist inzwischen in vielen Köpfen. Der Wissensstand, den der Einzelne darüber hat, ist jedoch sehr unterschiedlich. Zwar kann man sich über das Internet selbst Informationen beschaffen, allerdings ist es gar nicht so einfach, diese zu filtrieren, damit man am Ende die wichtigsten Fakten über Energieversorgung und Energiespeicher sowie Stromnetze und Stromanbieter hat.

Forscher engagieren sich intensiv in den verschiedenen Betriebsfeldern der erneuerbaren Energie (Windenergie, Sonnenenergie, Biomasse, Geothermie und Wasserkraft). Aber auch am Wasserstoff als alternativer Stromspeicher wird intensiv gearbeitet. Das größte Manko, was der Wasserstoff bisher beinhaltete, konnte nun ausgeräumt werden: die teure und aufwendige Erzeugung. Vielleicht ist hier die Kläranlage eine Lösung. Denn Forscher haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Bakterien ohne zusätzliche Stromzufuhr in nur einem Arbeitsschritt zu Wasserstoffgas werden. Die Zersetzung von organischem Material durch Bakterien ist hier ein wichtiger Bereich.

Im kleinen Modell hat es bereits gut funktioniert. Rechnet man die Ergebnisse dieses Labormodells maßstabsgetreu hoch, könnte ein Prototyp 1.000 Liter Wasserstoff pro Tag und Kubikmeter Zellgröße produzieren. Durch dieses Verfahren würde es möglich, reines Wasserstoffgas klimafreundlich und ohne weitre Stromzufuhr herzustellen, erklären Bruce Logan und Younggy Kim von der Penn State University. Setzt man nun die Anlage in einer Kläranlage ein, hat man gleich doppelten Nutzen: zum einen den Wasserstoff und zum anderen die Reinigung des Abwassers.

Eike Rossow

Diversifikation

Der Entwicklungstrend in Richtung von mehr dezentralen Stromerzeugungssystemen, weg von den zentralen Großkraftwerken, ist nicht mehr zu stoppen. Das haben selbst die vier großen Energieversorger eingesehen. Die Verlängerung der Laufzeit von Atomkraftwerken schiebt diese Entwicklung zwar noch etwas auf, aber umkehren können die Lobbyisten diesen Trend damit trotzdem nicht.

Dies bestätigte auch Martin Pokojski, Innovationsmanager der neu gegründeten Vattenfall Europe Innovation GmbH. Während einer Podiumsdiskussion beim 8. Riesaer BZ-Workshop räumte er ein, dass sich die großen Konzerne bereits auf kleiner werdende Marktanteile einrichten. Auch Dr. Christopher Hebling vom Fraunhofer ISE sprach während der Clean Tech World am 16. September 2010 in Berlin über die fortschreitende „Transformation der Energiesysteme von zentralen Kraftwerken zu dezentralen Erneuerbare-Energien-Systemen“.

Es geht dabei nicht nur um mehr kleine Generatoren, sondern auch um immer unterschiedlichere Aggregate: Gab es bisher zur Stromerzeugung (fast) nur Kohle-, Gas-, Kernenergie- sowie Wind- und Wasserkraftwerke, so werden in Zukunft sehr viel mehr verschiedene Systeme in das öffentliche Netz einspeisen. Damit ist nicht nur die endlich erwachsen gewordene Solarenergie gemeint. Es geht ebenso um die vielen verschiedenen Arten der Blockheizkraftwerke: vom Stirlingmotor über den Rapsölbrenner bis hin zum Geothermiekraftwerk und dem Brennstoffzellensystem.

Der Trend zur Diversifikation ist unaufhaltbar. Das haben auch die Energieversorger eingesehen und halten deswegen nach neuen Perspektiven Ausschau. Nicht ohne Grund kursieren seit neustem Begriffe wie „smart metering“, „vehicle to grid“ und „innovative Ladeinfrastruktur“ durch die Energiebranche, denn über die Elektromobilität wollen die Stromversorger endlich in den Mobilitätssektor vorstoßen. Indem sie die Fahrzeuge mit der Hausenergieversorgung vernetzen, können sie für sich einen neuen Markt erschließen und gleichzeitig die Lastmanagementprobleme in den Griff bekommen.

Das jüngste Beispiel dafür ist die Kooperation der Westfalen AG mit RWE: 40 Mineralöltankstellen zwischen Bonn und Münster sollen mit einer Ladesäule für E-Autos ausgestattet werden. Damit dringt der Essener Energieversorger in die ureigensten Regionen der Ölkonzerne vor, während die Westfalen AG auf Mitnahmeeffekte im Shop-Geschäft spekuliert.

Wozu denn dieser Aufwand? fragt man sich da. Es ist doch viel einfacher, zu Hause das irgendwann mal erhältliche Elektroauto mit Sonnenstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage aufzuladen. Das ist dann wirklich dezentral.