Saubere Revolution – Disruption des Energie- und Transportsektors

tony-sebaZur Jahrtausendwende hatte Jeremy Rifkin einen großen Anteil an dem damaligen Hype rund um Wasserstoff und Brennstoffzellen. Der Visionär und Querdenker brachte im Jahr 2002 sein Buch The Hydrogen Economy: The Creation of the Worldwide Energy Web and the Redistribution of Power on Earth heraus und präsentierte damals weltweit in Vorträgen seine revolutionäre Idee von der Einrichtung einer Wasserstoffwirtschaft.

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Revolution der Wasserstoff-Wirtschaft startet in Ostdeutschland

Prof. Dr. Ralf Wehrspohn (Quelle: Fraunhofer IWM)
Prof. Dr. Ralf Wehrspohn (Quelle: Fraunhofer IWM)

„Von Ostdeutschland soll eine Revolution in der Wasserstoffwirtschaft ausgehen.“ Diese These hört sich gewagt, wenn nicht sogar etwas provokativ an. Bei näherer Betrachtung der neuen HYPOS-Initiative, die sich erst jüngst in Mitteldeutschland rund um die bereits bestehende H2-Pipeline versammelt hat, ist es aber gar nicht unwahrscheinlich, dass diese Zielvorgabe durchaus realistisch und vielleicht sogar eher noch untertrieben ist. Zunächst hört es sich zwar an wie eines von diesen vielen Projekten mit der Vorsilbe hy, in denen es mal wieder um die Demonstration einer Wasserstoffanwendung geht. Bei näherem Hinschauen stellt man aber schnell fest: Bei HYPOS geht es um mehr.

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Auf der IAA ist der Zweite der Erste

Die deutschen Automobilkonzerne zählen in Sachen Elektromobilität nicht gerade zu den Schnellstartern. Andere Hersteller wie beispielsweise Mitsubishi sind dagegen klassische First-Mover. Da kommt es den Deutschen also gerade recht, dass eine aktuelle Studie – allen bis dato geltenden wirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten zum Trotz – herausgefunden haben will, dass es bei den Elektrofahrzeugen gar nicht ratsam sei, als erster auf dem Markt zu sein. In diesem speziellen Fall soll es sogar besser sein, etwas später auf den Markt zu kommen. In der Studie heißt es dazu: „Angesicht der Unsicherheiten zur Marktentwicklung kann es klare Second-Mover-Vorteile geben.“ Es soll also ausnahmsweise gelten: Der zweite Vogel fängt den Wurm.

Angesichts solch verdrehter Wirtschaftsweißheiten fragt man sich unwillkürlich: Wer hat denn diese Studie angefertigt? Antwort: DB Research, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bank, in Zusammenarbeit mit dem Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Dies sind arbeitnehmernahe Namen, aber nichts desto trotz renommierte Namen.

Pikanterweise erschienen die Ergebnisse der Studie jedoch genau einen Tag vor dem ersten IAA-Messetag und zwar am 12. September 2011. Weiter heißt es in besagter Studie, das Ziel der Bundesregierung bis 2020 über 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf die Straße bringen zu wollen, sei unrealistisch, es seien zu diesem Zeitpunkt nur 6 bis 8 % bei den Neuzulassungen pro Jahr möglich. Dies entspräche jährlich etwa 250.000 neu zugelassenen Elektroautos.

Das klingt doch sehr nach einer Absolution an die deutschen Automobilkonzerne, die in diesem Jahr und auch in nächster Zeit noch nicht mit marktreifen Elektrofahrzeugen aufwarten können. „Ist nicht so schlimm“, scheint da die Studie von DB und IW gen Frankfurt zu rufen, denn eine komplette Umorientierung der Autokäufer ist derzeit nicht zu erwarten. Das sagt jedenfalls der IW-Verkehrsexperte Thomas Puls. Er erklärte in einem Interview: „Wir werden mehr eine Evolution als eine Revolution erleben.“

Das heißt dann wohl, dass Geschäfte vorerst noch nach wie vor mit Premiumfahrzeugen gemacht werden können. Um das Thema Elektromobilität können wir uns dann später immer noch kümmern.