Merkel: Super-Credits erlangen Super-Bedeutung

Merkel umringt von Auto-Managern (v.l.): Neumann, Zetsche, Verkehrsminister Ramsauer, Hackenberg, Wissmann, Kagermann
Merkel umringt von Auto-Managern (v.l.): Neumann, Zetsche, Verkehrsminister Ramsauer, Hackenberg, Wissmann, Kagermann

Mit rund 900 Teilnehmern war die Internationale Konferenz Elektromobilität bewegt weltweit, die am 27. und 28. Mai 2013 in der Bundeshauptstadt abgehalten wurde, ein medienwirksamer Event. Direkt am Alexanderplatz im Berliner Congress Center bcc erschien die gesamte deutsche Automobilprominenz inklusive zahlreicher hochrangiger Politiker, um auf Einladung der Bundesregierung hin über Potentiale und Herausforderungen der Elektromobilität zu diskutieren. Auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ließ es sich nicht nehmen, einen Rundgang über die begleitende Ausstellung zu machen und ein politisches Statement abzugeben, indem sie sich verbal demonstrativ hinter die Elektromobilität und auch die deutsche Automobilindustrie stellte.

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H2-Tanke direkt vor der Tür

Foto: Air Liquide

Nordrhein-Westfalen hat seit dem 7. September 2012 seine erste öffentlich zugängliche Wasserstofftankstelle. Der französische Gaseproduzent Air Liquide startet damit eine H2-Initiative, in deren Verlauf insgesamt zehn H2-Tankstellen in der Bundesrepublik errichtet werden sollen. Dieses Vorhaben ist Teil des 40 Mio. Euro schweren Infrastrukturprogramms, das im Juni 2012 zwischen Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer und Industrievertretern vereinbart wurde und in dessen Rahmen insgesamt 50 Stationen bis 2015 installiert werden sollen…

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50 H2-Stationen bis 2015

„Ich habe gerade heute Vormittag den Startschuss gegeben zum Aufbau einer Tankstelleninfrastruktur.“ Mit diesen Worten berichtete Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer am Nachmittag des 20. Juni 2012 über die neue Initiative seines Hauses. Gemeinsam mit zahlreichen führenden Industrieunternehmen hatte er kurz zuvor in einer Absichtserklärung unterschrieben, dass es in Deutschland bis zum Jahr 2015 ein Versorgungsnetz mit mindestens 50 öffentlichen Tankstellen geben wird. „Heute haben wir zugegebenermaßen erst 15 Tankstellen. […] Aber alle, die sich 2014 ein Wasserstofffahrzeug zulegen, werden die Gewissheit haben, dass sie in ganz Deutschland damit fahren können“, erklärte Ramsauer und fügte sogleich hoch hinzu: „Dafür stellt der Bund 20 Mio. Euro zusätzlich bereit.“ Weitere 20 Mio. Euro werden im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie von der Industrie (Air Liquide, Air Products, Daimler, Linde und Total Deutschland) beigesteuert. Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der NOW GmbH Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, fügte hinzu: „Mit Beginn der Markteinführung von Brennstoffzellenfahrzeugen ab 2015 muss sichergestellt sein, dass die Kunden in den Metropolregionen und entlang der Hauptautobahnen tanken können.“

Sechs neue Technologiezentren für Elektromobilität

Der Hype um das Thema Elektromobilität, der jetzt schon zwei Jahre andauert, sowie die Förderpolitik der Bundesregierung haben dazu geführt, dass zahlreiche Institute ihre Forschungsaktivitäten im Elektromobilitätssektor intensivieren. Drei neue Elektromobilitätszentren haben bereits ihre Arbeit aufgenommen: Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) eröffnete in Ulm am 15. September 2011 das Labor für Batterietechnologie eLab. In dem dreigeschossigen Gebäude (6.600 m2) sollen neue Produktionstechnologien für Lithium-Akkus erforscht und Sicherheits- sowie Lebensdauertests durchgeführt werden. Insgesamt 27 Mio. Euro werden dafür ausgegeben. Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer sagte anlässlich der Eröffnung: „Mit dieser Investition stärken wir unsere nationale Kompetenz in Sachen Batterietechnologie erheblich.“

Gleich am nächsten Tag folgte die Einweihung des Fraunhofer Testzentrums für intelligente Netze und Elektromobilität IWES-SysTec, das für insgesamt 9,5 Mio. Euro mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II in Fuldatal-Rothwesten gebaut wurde. Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) will dort unter anderem Komponenten für die Elektromobilität entwickeln und testen. Institutsleiter Prof. Dr. Jürgen Schmid sagte: „Mit dieser Einrichtung hat das Kasseler IWES seine europaweit einzigartige Stellung als Forschungs- und Entwicklungszentrum zur Integration der erneuerbaren Energien in Versorgungsnetze weiter ausgebaut.“ Nur wenige Tage später, am 24. September, schlossen sich in Karlsruhe die Feierlichkeiten zur Eröffnung des eMobilitätszentrums an. 15 Partnerunternehmen präsentieren in dem am Ostring gelegenen Kompetenz-, Ausstellungs- und Testzentrum neueste Produkte und Technologien rund ums Thema Elektromobilität.

Etwas weiter im Norden, in Dortmund, wird derzeit noch gebaut, und zwar am TechnologieParkDortmund. Unter Federführung der Technischen Universität Dortmund sollen bis 2014 Fördergelder in Höhe von 7,2 Mio. Euro investiert werden, um ein Kompetenz- und Innovationszentrum für Elektromobilitätsinfrastruktur und Netze zu entwickeln und aufzubauen. Als Fünftes wird Bad Neustadt ein Technologiezentrum erhalten. Das bayerische Wissenschaftsministerium gab im August sein Okay für das auf fünf Jahre angelegte 4,5-Mio.-Euro-Förderprojekt. Die Leitung übernimmt zunächst kommissarisch Prof. Bernhard Arndt, bis ein Stiftungsprofessor gefunden worden ist.

Der Sechste im Bunde ist der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, der im September in Offenbach die Bauarbeiten des bundesweit ersten Batterie- und Umwelt-Testzentrums startete. Der VDE plant ein 2.500 Quadratmeter großes Labor, in dem nahezu alle Batterien getestet werden können. Anfang 2012 soll es seinen Betrieb aufnehmen. „Mit dem Labor erweitert der VDE sein Dienstleistungsspektrum im Bereich Elektromobilität und untermauert seine Expertise in dieser für Deutschland so wichtigen Zukunftstechnologie“, sagte Vorstands-Chef Dr. Hans Heinz Zimmer.