NRW fördert Brennstoffzellen-Heizgeräte

Brennstoffzellen-I-Logo-AlternativeJetzt gibt es sie: Stationäre Brennstoffzellengeräte, die Strom und Wärme erzeugen und zudem für den Endkunden bezahlbar sind. Das Angebot der neu gegründeten Brennstoffzellen-Initiative Heinsberg ist zwar räumlich begrenzt, so dass nur wenige potentielle Kunden in den Genuss der speziellen Fördermaßnahmen kommen, aber zumindest regional gibt es jetzt einen Markt. Damit erhöht sich weiter der Druck auf den Bund, auch überregional angemessene Fördermaßnahmen zur Einführung von BZ-Heizgeräten umzusetzen.

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Aachen wird Elektromobilitäts-Hochburg

Am 11. Juli 2012 hat Professor Dr. Achim Kampker von der RWTH Aachen einen Scheck in Höhe von 2,7 Mio. Euro von der Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken entgegen genommen. Dieses Geld ist quasi die Siegprämie für den Gewinn des Ziel2-Förderwettbewerbs Automotive+Produktion.NRW, um die technische Ausstattung einer so genannten „Anlauffabrik“ am Werkzeugmaschinenlabor (WZL) in Aachen finanzieren zu können. Die vom Land Nordrhein-Westfalen ko-finanzierte Anlauffabrik soll dem Serienanlauf und der Produktion von Elektromobil-Kleinserien, Batteriepacks und Elektromotoren dienen und ist neben dem geplanten Elektromobilitätslabor (E-Lab) und einer Demonstrationsfabrik Teil des neuen Zentrums für Elektromobilproduktion auf dem Campus der RWTH Aachen.

Prof. Kampker leitet nicht nur den Bereich „Elektromobilproduktion“ an der Hochschule, er gründete zudem im Mai 2012 den Verein zur Förderung der Elektromobilität, das Europäische Netzwerk für bezahlbare und nachhaltige Elektromobilität, dessen Zweck die „Förderung von Wissenschaft, Forschung, Entwicklung, Demonstration, Aufklärung und Verbreitung von nachhaltiger und bezahlbarer Elektromobilität“ ist. Der Vorsitzende erklärte: „Wir haben den Verein gegründet, weil wir der Ansicht sind, dass Elektromobilität heute kein Luxusgut mehr sein sollte. Daher setzen wir uns dafür ein, Strukturen in Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren und zu entwickeln, um langfristig die Produktion bezahlbarer und nachhaltig einsetzbarer E-Fahrzeuge zu ermöglichen.“ Die zweite Vorsitzende Marine Dubrulle ergänzte: „Darüber hinaus sehen wir es als unsere Aufgabe an, durch Veranstaltungen und Demo-Projekte die Menschen für das Thema ‚Elektromobilität’ in der Praxis zu begeistern.“ Mitglied können Unternehmen und auch Privatpersonen werden.

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Modellregionen Elektromobilität werden zu Schaufenstern

Von den acht Modellregionen Elektromobilität geht es fast nahtlos über zu fünf Schaufenstern Elektromobilität in Deutschland. Um diesen Übergang von einem Förderprogramm zum nächsten zu erleichtern, wurde die Veranstaltung am 29. und 30. November 2011, die zum Ende des zweijährigen Projekts Modellregionen Elektromobilität in Berlin stattfand, kurzerhand von „Abschlusskonferenz“ in „Ergebniskonferenz“ umbenannt. Es soll also weitergehen mit dem Thema Elektromobilität, auch wenn einige Verantwortliche noch nicht zugeben wollen, dass der bisherige E-Hype bereits an Schwung verliert.

Schätzungsweise 200 Teilnehmer aus den verschiedenen Modellregionen darunter etliche Vertreter der Landespolitik waren in die Bundeshauptstadt gekommen, um dort entweder über Ergebnisse zu berichten oder von diesen zu erfahren. Dabei standen wieder einmal wie schon bei der NOW-Vollversammlung Rainer Bomba und Dr. Klaus Bonhoff im Mittelpunkt des Geschehens und berichteten aus Sicht des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) beziehungsweise aus Sicht der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) über das Erreichte.

Allein von den Zahlen her sind die Ergebnisse dieses Förderprojekts beachtlich: 8 Modellregionen mit 220 Einzelprojekten, in die 130 Mio. Euro investiert wurde. Heraus kamen 881 Pkw, 243 Nfz, 59 Busse, über 1.200 Zweiräder, fast 1.100 installierte Ladesäulen und mehr als 2,2 Mio. Fahrkilometer. Insbesondere unter der Berücksichtigung, dass dieses Programm erst 2010 startete, sind in relativ kurzer Zeit bemerkenswert viele Elektrofahrzeuge und eine bedarfsgerechte Infrastruktur auf die Straße gebracht worden. Entsprechend selbstzufrieden zeigten sich die Verantwortlichen in Berlin. Bonhoff konstatierte zwar einerseits: „Wir haben auch erkannt, dass Batterien nicht die Welt retten.“ Gleichzeitig lautete das Fazit des NOW-Geschäftsführers jedoch: „Ziel erreicht.“

Zu den Zielen gehörte beispielsweise, in verschiedenen Regionen durchaus ähnliche Technologien zu testen, weil mit den vermeintlich gleichen Ansätzen bei verschiedenenlokalen Voraussetzungen ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht wurden. Neu war die Erkenntnis, dass die Resonanz in ländlichen Regionen unerwartet hoch ist. Elektrofahrzeuge sind somit nicht nur als Stadtflitzer gefragt, sondern auch als Pendlerfahrzeug. Ein weiteres Ergebnis war, dass insbesondere die gewerbliche Nutzung schon heute interessant ist. Der Betrieb in Flotten sowie beim Carsharing soll daher forciert werden. Als konkretes Beispiel für die Gewerbenutzung erzählte Michael Boddenberg, Hessischer Minister für Bundesangelegenheiten: „Uns berichtete UPS, dass die Fahrer ihre Routen nicht schaffen, weil sie so oft angesprochen werden. Es ist also eine ungeheure Neugier in der Bevölkerung vorhanden.“

Klaus Bonhoff stellte hinsichtlich der aktuellen Lage fest: „Batterieelektrische Mobilität ist heute so nicht im Markt vorhanden.“ Um hier Abhilfe zu schaffen, soll 2012 der Markthochlauf in Angriff genommen. Die Bundesregierung stellt dafür neuerlich 180 Mio. Euro über drei Jahre bereit. Staatssekretär Rainer Bomba ergänzte: „Wir wollen mit qualitativ guten Produkten auf den Markt kommen, wir wollen aber keine Schnellschüsse.“ Als Begründung, warum sich die Regierung jetzt nochmals mit einem Millionenbetrag in diesem Technologiefeld engagiere, sagte er: „Elektromobilität wird kommen. Das Thema ist kein kurzfristiger Trend. Wir sind aber noch ziemlich am Anfang und müssen noch viel tun.“

Deswegen ist die Etablierung von drei bis fünf Schaufenstern Elektromobilität (Bomba: „Eher fünf.“) geplant. Der Startschuss mit der Bekanntgabe der Förderrichtlinien fiel bereits am 12. Oktober 2011. Bis zum 16. Januar 2012 läuft die Bewerbungsfrist. Bomba erklärte: „Wir erwarten mindestens 30 Bewerbungen für die Schaufenster, olympiareife Bewerbungen.“ Bereits im Vorfeld brachten sich dafür die in Frage kommenden Regionen in Stellung. So verkündete Harry K. Voigtsberger, Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen: „NRW will sich mit 250.000 Fahrzeugen an den 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020 beteiligen.“ Auch Staatssekretär Hartmut Fiedler vom sächsischen Wirtschaftsministerium beteuerte: „Wir sind fest entschlossen, als Freistaat Sachsen auf dem Zukunftsmarkt der neuen Mobilität in Deutschland eine führende Stellung einzunehmen.“ Bomba räumte zwar ein, dass es auch eine Rolle spiele, was die Länder mit einbringen, wie also die Mitgift ist, noch wichtiger sei aber die Story: „Jetzt muss etwas Besonderes kommen, das Hand und Fuß hat.“

Aber auch die Regionen, die im März 2012 nicht als Schaufenster ausgewählt werden, sollen die angeschafften Fahrzeuge inklusive der Infrastruktur weiterhin nutzten können. „Insgesamt“, so hieß es vom BMVBS, „soll die Forschung und Entwicklung für Elektromobilität nach Auslaufen des Konjunkturpakets II mit einer weiteren Milliarde Euro bis Ende 2013 gefördert werden.“

Auf die Nachfrage von der HZwei-Redaktion, ob die Regierung auf ein abnehmendes Interesse am Thema Elektromobilität vorbereitet sei, sagte der BMVBS-Staatssekretär: „Wir erwarten den Rückgang dieses Hypes nicht. Wenn er am Horizont zu sehen wäre, würden wir uns mit aller Kraft dagegen stellen.“ […] „Wir werden keinen Millimeter weichen.“ Auch Voigtsberger zeigte sich trotz erster Meldungen über das Ende des E-Mobilitäts-Hypes optimistisch: „Wir werden in Kürze erste Fahrzeuge haben und dann wird es hier richtig losgehen.“

Weitere Details folgen in der Print-Ausgabe der HZwei im Januar 2012.