green2market trotz positiver Resonanz abgesagt

Peter_Sauber
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Peter Sauber

Die Brennstoffzellenbranche hat ein Problem: Wie kriegt man die Technik in den Markt? Über die technischen Gründe dafür wurde bereits viel diskutiert und auch viel geschrieben. Es gibt aber noch weitere Gesichtspunkte, psychologische Aspekte, die für die anstehende Kommerzialisierung eine essentielle Bedeutung haben, deren Nichtberücksichtigung aber den Markteintritt hemmen. Um dieses wichtige Thema gebührend bearbeiten zu können, wollte Peter Sauber, Inhaber der Peter Sauber Agentur Messen und Kongresse GmbH und seit dreizehn Jahren Organisator der f-cell in Stuttgart, Anfang November 2014 einen eigenen Kongress in Stuttgart veranstalten: green2market. Dieser wurde nun kurzfristig abgesagt.

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Bildungsministerium bekommt Brennstoffzelle

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) baut derzeit einen neuen Amtssitz in Berlin und hat dafür ein eigenes 250 kW leistendes Brennstoffzellen-Kraftwerk bestellt. In der neuen Dienststelle direkt vis-à-vis des Kanzleramts soll zukünftig eine DFC250-EU der FuelCell Energy Solutions GmbH für saubere Energie sorgen. Dr.-Ing. Markus Koch vom Stuttgarter Bauunternehmen BAM Deutschland erklärte: „Das Ministerium erwartet von uns einen state-of-the-art-Bürokomplex mit den neuesten Entwicklungen auf den Gebieten der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit. Das Brennstoffzellen-Kraftwerk bildet einen wichtigen Teil unserer Gesamtlosung, mit der wir diesen Ansprüchen gerecht werden wollen.“ Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF, sagte: „Die Energiewende kann nur gelingen, wenn wir die Entwicklung dafür notwendiger Technologien vorantreiben. Ich bin überzeugt: Brennstoffzellen spielen für die Energieversorgung der Zukunft eine wichtige Rolle. Dieses Brennstoffzellen-Kraftwerk soll demonstrieren, welchen Beitrag diese Technologie zur Energieversorgung großer Gebäude leisten kann.“ Die Grundsteinlegung für das 54.000 m2 große Bürogebäude am Kapelle-Ufer östlich des Berliner Hauptbahnhofes erfolgte am 5. Mai 2012 durch die Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan. Die 350 Mitarbeiter des Ministeriums sollen dort nach aktuellem Stand im Herbst 2014 ihre Arbeit aufnehmen können.

Grüne Intelligenz in Hannover

Grüne Technologie war bereits vor vier Jahren ein Top-Thema in Hannover. So kursierte 2008 das Schlagwort Green IT überall auf der damaligen CeBIT. Vom 23. bis 27. April 2012 wird es wieder grün in der niedersächsischen Landeshauptstadt, allerdings heißt das Schlagwort jetzt auf der Hannover Messe greentelligence. Dr. Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG, erklärte: „Das Leitthema ‚greentelligence’ zieht sich durch alle Bereiche der Hannover Messe 2012. Die Industrie hat erkannt, dass nur eine intelligente Verbindung von effizienten Verfahren, umweltverträglichen Materialien und nachhaltigen Erzeugnissen in der industriellen Produktion die Wettbewerbsfähigkeit sichert.“ Als neue Leitmesse wurde dafür die IndustrialGreenTec ins Leben gerufen. Sie soll sämtlichen Umwelttechnologien entlang der industriellen Wertschöpfungskette eine Plattform bieten. Ausstellungsschwerpunkte sind neben Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch Techniken für eine effektive Nutzung erneuerbarer Energien.

Parallel dazu wird unter den insgesamt acht Leitmessen auch wieder die Energy stattfinden, auf der über 1 000 Aussteller erwartet werden. Der Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe, Oliver Frese, kündigte an, dass dort auch die Themen Energieversorgung und intelligente Netze (Smart Grids) eine wesentliche Rolle spielen werden. Elektromobilität wird zum dritten Mal auf der Leitmesse MobiliTec von über 150 Ausstellern vorgestellt. Die Schirmherrschaft dafür hat wieder der Vorsitzende des Lenkungskreises der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Prof. Henning Kagermann, übernommen. Eine eigene Plattform auf der MobiliTec wird das Kompetenzzentrum Energiespeicher darstellen, wo insbesondere die Batterien im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Und natürlich wird auch der Gemeinschaftsstand Wasserstoff und Brennstoffzellen in bewährter Tradition in direkter Anbindung zum Ausstellungsschwerpunkt Renewables präsent sein. Dort hatten bis zum Jahreswechsel bereits über 100 Aussteller zugesagt, erwartet werden insgesamt etwa 150. Als Partnerland der Hannover Messe wurde für 2012 die Volksrepublik China ausgewählt.

Clean Tech World gibt dem Nachwuchs eine Chance

Auch im zweiten Jahr konnte die Clean Tech World (CTW) trotz ihres überarbeiteten Konzepts noch nicht überzeugen. Obwohl das Wetter vom 30. September bis 2. Oktober 2011 perfekt war und zu einem Ausflug zum ehemaligen Flughafen Berlin Tempelhof einlud, erschienen wie schon im vergangenen Jahr nicht so viele Besucher wie erwartet – trotz freien Eintritts. Insbesondere für die Jugend war jedoch ein attraktives und informatives Programm organisiert worden.

Erste Komplikationen traten bereits im Vorfeld auf, weil der Sponsor für eine Plakataktion abgesprungen war. Auch die Anreise zur CTW gestaltete sich schwierig, da die Veranstaltung nicht wie beim eDay 2009 und im vergangenen Jahr über den Haupteingang des Flughafengebäudes zu erreichen war. Diese Location wäre zu teuer gewesen. Stattdessen musste man sich den Weg zum etwas abseits gelegenen Hangar 2 aufgrund der mangelhaften Beschilderung erfragen. Die dortige Ausstellungsfläche war groß, vielleicht zu groß, so dass sich die Besucher – und auch die E-Fahrzeuge – auf den rund 300.000 Quadratmetern verliefen.

Große Namen suchte man während der CTW vergeblich: Harald Wolf, der Berliner Wirtschaftssenator, hatte zwar die Schirmherrschaft übernommen, erschien aus gesundheitlichen Gründen aber nicht vor Ort. Der Bundesverkehrsminister a.D. Wolfgang Tiefensee, der auf der begleitenden und nur mäßig besuchten Konferenz Clean Tech Insights als Gastredner eingeladen war, sagte kurzfristig ab, und auch unter den Ausstellern war lediglich Mitsubishi Motors Deutschland als klassischer Autohersteller vertreten. Die großen Energieversorger blieben in diesem Jahr ganz der Messe fern. Dementsprechend sarkastisch äußerte sich ein Gast auf der CTW-Facebook-Seite: „Mehr Aussteller als Besucher??? Altes Problem in der Branche.“

Ursprünglich gedacht war die Clean Tech World als „einzigartige Plattform für Zukunftstechnologien verschiedenster Branchen“, so Schirmherr Harald Wolf, aber genau hier scheint das Problem zu liegen: Es wurden alle möglichen Umweltthemen angesprochen, aber keines konkret. Elektromobilität, das als Schwerpunktthema dienen könnte, war grad vor vier Monaten im Rahmen der Michelin Challenge Bibendum an gleicher Stelle sehr viel größer und pompöser von vorne bis hinten durchdekliniert worden.
Erfolgreiche Nachwuchsarbeit

Neu war in diesem Jahr der CTW Talent Day, der als „Drehkreuz für den Nachwuchs“ konzipiert war und durchaus als Erfolg bezeichnet werden kann. Zahlreiche Schüler, Studierende und Berufseinsteiger waren erschienen, um sich über Karrierechancen in der Clean-Tech-Branche zu informieren und an Solarfahrzeugen zu basteln. Insbesondere für die so genannten MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften & Technik) wurde Werbung gemacht, da es hier bereits heute 150.000 unbesetzte Stellen gibt.

Für das große Engagement erhielt Notker Schweikhardt, der Creative Director der CTW, gleich am ersten Messetag eine besondere Auszeichnung. Christian Dallwitz, Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank Berlin, zeichnete die Clean Tech World als „Ausgewählten Ort 2011“ im bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ aus. Dallwitz betonte: „Die Clean Tech World ist eine einzigartige Plattform für Umwelttechnologien. Sie gibt dem Thema Nachhaltigkeit ein breites öffentliches Forum, vernetzt Experten und fördert die Kooperation von Unternehmen aus der Umweltbranche. Die Clean Tech World integriert Ökonomie und Ökologie – auf bislang einmalige Weise.“

Im Vorfeld hatte Falk Schweikhardt, Geschäftsführer der CTW-Messe erklärt: „Wir bündeln die nationalen Kompetenzen im Bereich eMobility und zeigen schon heute, was morgen möglich ist.“ Wenn allerdings das Gezeigte tatsächlich die gesammelte nationale Kompetenz gewesen sein sollte, könnte Deutschland seine Ambitionen, Leitmarkt für Elektromobilität werden zu wollen, getrost vergessen. Die Gebrüder Schweikhardt wollen trotz alledem auch fürs nächste Jahr an ihrem Konzept festhalten.