BMVI-Fachkonferenz: Elektromobilität vor Ort

BMVI-Modellregionen

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2. Fachkonferenz des BMVI für kommunale Vertreter, Verkehrsbetriebe und Flottenbetreiber

BMVI-ModellregionenAm 27. und 28. Januar 2015 lädt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur 2. Fachkonferenz für kommunale Vertreter, Verkehrsbetriebe und Flottenbetreiber in Offenbach ein.

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E-Paketdienst in Berlin

Schritt für Schritt werden immer mehr Elektroautos auf die Straße gebracht. So zum Beispiel in der Bundeshauptstadt, wo Ende Januar 2011 insgesamt fünf neue elektrisch betriebene Paketfahrzeuge ihren Betrieb im Kurier-, Express- und Paketdienst aufnahmen. Die Deutschen Post (DHL) greift dabei auf drei mit Natriumchlorid-Nickel-Batterien ausgestattete Fahrzeuge zu, so genannte Daily Electrics. Diese 3,5-Tonner basieren auf dem Daily 35 S von Iveco und verfügen über einen wassergekühlten Drehstrom-Asynchronmotor (Nennleistung: 30 kW). Die Spedition Meyer & Meyer setzt auf zwei 11-Tonner, die von dem niederländischen Fahrzeughersteller AGV umgerüstet wurden.

Die Fahrzeuge gehören zum Projekt E-Stadtlogistik, das Teil der „Modellregion Elektromobilität Berlin/Potsdam“ ist (s. HZwei-Heft Apr. 2010). Mit ihnen soll der Alltagseinsatz im Zustelldienst erprobt werden. Dazu gehören auch die Freigabe des nächtlichen Lieferverkehrs und die Nutzung spezieller Fahrspuren für Elektrofahrzeuge. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, überreichte die Förderbescheide über insgesamt 1,3 Mio. Euro an DHL, Spedition Meyer & Meyer sowie die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und erklärte, dass damit jetzt sämtliche der rund 200 Einzelprojekte in den acht Modellregionen angelaufen seien. Kaufanreizen erteilte er erneut eine Absage: „Unsere Steuermilliarden investiere ich lieber in den Erhalt der Infrastruktur, denn was nützt mir das beste Elektroauto, wenn es über marode Straßen holpert?“ Dem entgegnete Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber laut Nachrichtenagentur dpa-AFX: „Ohne Marktanreizsysteme wird das Ziel, bis 2020 eine Million Autos auf Deutschlands Straßen zu haben, nicht erreichbar sein.“

Ein weiterer Praxistest in Berlin läuft seit Mitte Februar 2011 mit Almuth Hartwig-Tiedt, der Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen. Sie testet für drei Monate die Alltagstauglichkeit eines Stromos als Elektro-Dienstwagen. In einem Blog berichtet die Staatssekretärin in dieser Zeit über ihre Erfahrungen – und einige Probleme innerhalb der ersten Tage (http://blog.emo-berlin.de). Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, erklärte: „Der aktuelle Feldversuch wird uns wichtige Informationen über Praxistauglichkeit von Elektroautos und die entsprechende Infrastruktur in Berlin liefern.“

Tankstelle für solaren Wasserstoff

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) kümmert sich nicht nur – wie allein der Name vermuten ließe – um Solarenergie. Schon seit Jahren beschäftigen sich die in Freiburg ansässigen Wissenschaftler auch intensiv mit Wasserstoff und Brennstoffzellen. Dieses Engagement soll jetzt in ein einmaliges Solar-Wasserstoff-Konzept münden: In eine Tankstelle, an der solar erzeugter Wasserstoff bereitgestellt wird.
Nachdem der Bau dieser neuen Solar-Wasserstoff-Tankstelle bereits während der f-cell 2010 Ende September in Stuttgart angekündigt worden war, erfolgte Ende 2010 die Konkretisierung: Nach der aktuellen Planung soll in Freiburg in unmittelbarer Nähe zum Fraunhofer ISE die gesamte Energieumwandlungskette von der Sonnenenergie bis zum Fahrzeugtank realisiert werden. Vor Ort werden eine Photovoltaik-Anlage, ein Elektrolyseur inklusive Kompressionsanlage, ein H2-Speicher sowie eine Zapfsäule errichtet. Dazu sagte Dr. Christopher Hebling, Abteilungsleiter Energietechnik am Fraunhofer Institut: „Das Fraunhofer ISE bringt hier über 20 Jahre Erfahrung sowohl in der Solarenergie- als auch in der Wasserstofftechnologieforschung ein.“
Die Bauarbeiten werden mit Mitteln des Baden-Württembergischen Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr unterstützt und sollen bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Ministerialrat Stefan Gloger, Leiter des Referats Forschung, Umwelttechnik, Ökologie im Landesumweltministerium, erklärte: „Das Land Baden-Württemberg misst der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie seit vielen Jahren große Bedeutung bei, sowohl für die stationäre Nutzung als auch im Bereich der Elektromobilität.“ Im Rahmen des Landesinfrastrukturprogramms (LIP) für Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie werden drei Regionen in dem südwestlichen Bundesland besonders gefördert: Stuttgart, Karlsruhe und auch Freiburg. In der Landeshauptstadt Stuttgart ist eine Wasserstofftankstelle am Gaskessel in der Talstraße geplant. Darüber hinaus ist dort über die Modellregion Elektromobilität eine Vielzahl an Teilprojekten angesiedelt (s. HZwei-Heft Jul. 2010). Eine weitere H2-Station wird am Karlsruher Institut für Technologie KIT auf dem Campus Nord in Eggenstein-Leopoldshafen mit einer Versorgung aus regenerativen Quellen entstehen. Beide sollen nach der so genannten „cold-fill“-Methode arbeiten, bei der gekühlter Wasserstoffs (-40 °C) mit 700 bar innerhalb von drei Minuten getankt werden kann. Die dritte Tankstelle kommt nach Freiburg.
Parallel zum Aufbau dieser H2-Station koordiniert das Fraunhofer ISE ein Demonstrationsprojekt, das den Einsatz von Brennstoffzellenfahrrädern in Freiburgs Innenstadt zum Inhalt hat. Darüber hinaus startete am 25. Oktober 2010 der Bau eines neuen Laborgebäudes am ISE, das mittlerweile auf über 1.000 Mitarbeiter angewachsen ist.