Die Entwicklung der Brennstoffzelle

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Im BOERSE-N-Interview erklärt Sven Geitmann die Brennstoffzellen-Technologie, macht eine gedankliche Reise zurück in die Geschichte der Brennstoffzelle und gibt seine Einschätzung zur Entwicklung und zur Zukunft dieser Technologie ab. Sven Geitmann ist der Herausgeber der Zeitschrift HZwei, dem Magazin für Wasserstoff und Brennstoffzellen.

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HZwei wird zwanzig

Archiv

Seit über zwanzig Jahren informiert das Magazin für Wasserstoff und Brennstoffzellen über die Entwicklung im H2– und BZ-Sektor. Genau zur Jahrtausendwende rief die SunMedia Verlags GmbH die Zeitschrift aus der Taufe – damals noch unter dem Titel H2Tec. Nach sechs Jahren trennte sich der Hannoveraner Verlag, der auch die Zeitschrift Erneuerbare Energien herausbringt, von dem Fachblatt und übergab die Geschäfte in die Obhut des Hydrogeit Verlags, in dem damals schon Bücher über Wasserstoff und Brennstoffzellen erschienen waren.

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Konzentration auf Wasserstoff und Brennstoffzellen

f-cellSeit 20 Jahren beschäftige ich mich mit Wasserstoff und Brennstoffzellen. 1997 war dieser Technologiebereich noch nicht einmal eine Nische. Der Begriff Brennstoffzelle war selbst etlichen Ingenieuren noch unbekannt, und Wasserstoff war einfach nur eines von vielen Elementen des Periodensystems. Lediglich ein paar Firmen tüftelten damals an Metallhydridspeichern oder phosphorsauren Brennstoffzellen.

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HZwei feiert zehnjähriges Jubiläum

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HZwei-Cover April 2006

Vor genau zehn Jahren ist die erste Ausgabe der Zeitschrift HZwei im Hydrogeit Verlag erschienen. Das im Jahr 2000 unter dem Titel H2Tec gestartete Magazin für Wasserstoff und Brennstoffzellen war sechs Jahre lang im SunMedia Verlag erschienen, bevor sich die bis dahin Verantwortlichen von diesem Blatt trennen wollten – weil die Entwicklungen doch nicht so rasch wie ursprünglich erwartet vorangingen.

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Zehn Jahre Hydrogeit Verlag

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Hydrogeit_VerlagIn eigener Sache können wir heute vermelden, dass der Hydrogeit Verlag in diesem Sommer sein zehnjähriges Jubiläum feiert. Gegründet wurde der Fachverlag für Wasserstoff und Brennstoffzellen im Frühjahr 2004 von Sven Geitmann, der auch heute noch als Inhaber die Geschicke des Unternehmens leitet. Der brandenburgische Kleinverlag mit Sitz in Oberkrämer (nordwestlich von Berlin) ist in den vergangenen Jahren insbesondere durch die von Geitmann

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Buch-Ankündigung: Geitmann schreibt über die Energiewende 3.0


Sven Geitmann wird im September 2012 sein neustes Buch mit dem Titel „Energiewende 3.0 – Wasserstoff und Brennstoffzellen – Eine saubere Sache“ herausbringen. Es handelt sich hierbei um die mittlerweile dritte Auflage seines Sachbuchs zum Thema „Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik“. Der Herausgeber der Fachzeitschrift HZwei hat das Buch aktualisiert sowie komplett inhaltlich überarbeitet und legt den thematischen Schwerpunkt dieses Mal auf die Frage, wie Wasserstoff dazu beitragen kann, eine wirklich nachhaltige Energiewirtschaft aufzubauen.

Alle reden aktuell in Deutschland über die Energiewende. Nach dem Einstieg in die erneuerbaren Energien zur Jahrtausendwende kann der 2011 beschlossene endgültige Ausstieg aus der Atomenergie als Energiewende 2.0 bezeichnet werden. Aber ein Ausstieg aus irgendetwas ist noch lange kein Konzept für eine nachhaltige Energiepolitik. Deswegen muss nach diesem erklärten Ausstieg der nächste Schritt folgen: Die Energiewende 3.0.

Geitmann skizziert in seinem neuen Buch, was sich im Energiesektor in den nächsten Jahren ändern muss, damit die Strom-, Wärme- und Kraftstoffversorgung nicht nur zuverlässig und sicher, sondern auch effizient und nachhaltig wird. Der Inhaber des Hydrogeit Verlags beschreibt die Potentiale von Brennstoffzellen, und wie sie als effektive Energiewandler zu der unbedingt notwendigen Wirkungsgradsteigerung beitragen können. Er legt offen die Vor- und Nachteile von Wasserstoff dar und erklärt, wie dieser als Energiespeicher für Wind- und Solarstrom fungieren kann. Der Maschinenbau-Ingenieur bedient sich dabei stets einer gut verständlichen Sprache, so dass dieses über 200 Seiten umfassende Buch nicht nur für Techniker, sondern auch für Laien bestens geeignet ist. Das Vorwort verfasst Dr. Klaus Bonhoff, Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW).

Geitmann, S., Energiewende 3.0 – Wasserstoff und Brennstoffzellen – Eine saubere Sache, ISBN 978-3-937863-16-0, Hydrogeit Verlag, Oberkrämer, September 2012, Preis: 19,90 Euro

Die Brennstoffzellen-Technologie ist fertig


Weltpolitisch gibt es derzeit ähnlich viele große Baustellen wie branchenspezifisch: Im Großen geht es derzeit primär immer noch um die Euro- und/oder Bankenkrise. Außerdem traf sich Ende Juni die erste Garde der Politiker in Mexiko, um die globalen Wirtschaftsbelange zu diskutieren, während fast zeitgleich die zweite Garde in Rio an der Neuauflage eines Klimaabkommens arbeitete.

Im Speziellen, also in den Bereichen Wasserstoff-, Brennstoffzellen- und Elektromobilität, stand gerade die Hannover Messe als Branchen-Highlight an (s. S. 10). Die gute Nachricht aus der niedersächsischen Landeshauptstadt ist, dass die Stimmung wieder etwas zuversichtlicher ist. Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass die Vorbereitung der Markteinführung nicht vorankommt.

Etliche Unternehmen scheinen sich damit abgefunden zu haben, dass es im BZ-Sektor nur langsam vorangeht. Insbesondere viele der Forschungsinstitute haben sich inzwischen vortrefflich mit Förderprojekten eingerichtet, so vortrefflich sogar, dass sie das eigentliche Ziel, das da lautet „Markteinführung“, mehr und mehr aus den Augen verlieren. Sie forschen anscheinend um des Forschens willen und übersehen dabei, dass vielfach der Zeitpunkt der Lizenzvergabe oder Vermarktung längst überschritten ist. Scheinbar hat niemand in der hochbezahlten Führungsebene den Mut, die bereits vorliegenden Entwicklungserfolge an die Vertriebs- und Marketingfachleute zu übergeben, damit diese daraus „Produkte“ kreieren können. Diesen Dauerforschern rief Staatssekretär Rainer Bomba in Hannover zum wiederholten Male mit deutlichen Worten zu: „Leute! Die Technologie ist fertig. Probiert sie bitte endlich aus!“

Hinsichtlich einer Anschlussförderung, die sich nach der aktuell noch laufenden Marktvorbereitungsphase um die Markteinführung in Deutschland kümmert, sagte Bomba direkt an die Branchenvertreter gewandt: „Wenn Sie zeigen, dass die Technik für den Verbraucher einen Nutzen bringt, wird es in der Förderung einen Anschluss geben. Dies gilt aber in beiden Richtungen: Wenn weiter nur geforscht wird, wird es keine Anschlussförderung geben.“ Mit einem Seitenblick auf die derzeit kriselnde deutsche Photovoltaikbranche, in der gerade einige Unternehmen Insolvenz anmelden mussten, fügte der Staatsekretär allerdings hinzu: „Wir werden nichts zu Tode finanzieren.“

Eng mit dieser Thematik verknüpft ist die große Baustelle im Mobilitätssektor, dies klang auch Mitte Mai beim 5. Deutschen Wasserstoff Congress in Berlin an (s. S. 8). Insbesondere beim Aufbau der für die Brennstoffzellenfahrzeuge benötigten Wasserstoffinfrastruktur herrscht momentan totale Konfusion: Die NOW geht gemäß der H2-Mobility-Planung davon aus, dass 2015 rund 100 Stationen in Deutschland stehen. Das Bundesverkehrsministerium spricht jedoch von 50 H2-Tankstellen (s. S. 44). Angesichts der bereits vorhandenen 15 Stationen sowie der 20, die Daimler und Linde schon vor einigen Monaten ankündigten, kämen demnach also zunächst gerade einmal 15 H2-Stationen hinzu.

Wie aber daraus dann bis 2020 insgesamt 1.000 Tankstellen werden sollen, ist fraglich. Oder werden es doch eher 400? Oder gar nur 300? Es stellt sich somit die Frage, wie man vielleicht auch mit wenigen Standorten ein gut funktionierendes Netz aufspannen könnte. Eventuell können ja auch noch andere Player (z.B. Gashändler, Supermarktketten) mit ins Boot geholt werden, um neue Befüllstationen zu errichten.
Hier gibt es also ähnlich viel Klärungsbedarf wie im Elektromobilitätssektor, wo jetzt mit dem 3. Entwicklungsbericht der Nationalen Plattform Elektromobilität ein neuer Meilenstein erreicht wurde (s. S. 28). Die darin geforderten Maßnahmen zum Erreichen des Ziels von 1 Mio. Elektrofahrzeugen bis 2020 werfen allerdings auch neue Fragen auf: Ist es tatsächlich der richtige Weg, großen Konzernen in großen Schaufensterprojekten große Mengen Geld hinterherzuwerfen? Und wo soll überhaupt dieses Geld für die Schaufenster angesichts schmelzender Einnahmen aus dem Klimafonds herkommen?

Auch hier muss geprüft werden, wie am sinnvollsten die Klein- und mittelständischen Unternehmen, die als Quereinsteiger häufig die wahren Innovationstreiber sind, unterstützt werden können. Es muss offen darüber diskutiert werden, dass Großkonzerne zwar theoretisch die finanziellen Mittel dazu hätten, um einen Technologiewandel mitfinanzieren zu können, dass sie aber häufig von solch einem Wandel gar nicht selber profitieren würden und ihn deswegen auch nicht forcieren werden.

Wie man sieht, gibt es Baustellen genug, im Großen wie auch im Kleinen. Wir müssen nur endlich mal mit der eigentlichen Arbeit anfangen, denn die Technik ist fertig (s. Fahrbericht S. 40).

Die Seitenverweise beziehen sich auf die HZwei-Ausgabe vom Juli 2012.

HZwei startet Jobbörse für Wasserstoff und Brennstoffzellen

Der Hydrogeit Verlag weitet sein Online-Angebot stetig weiter aus: Ab sofort ist jetzt die Platzierung von Stellenausschreibungen auf der Internetseite der Zeitschrift HZwei www.hzwei.info möglich. Damit bietet das Magazin für Wasserstoff und Brennstoffzellen in diesen Themenbereichen erstmalig eine geeignete Plattform für kostengünstige Stellenanzeigen und Job-Gesuche. Ein Stellenmarkt war zwar in der Print-Ausgabe der HZwei auch schon vorher vorhanden, aber mit der Freischaltung der neuen Online-Rubrik für vakante Jobs besteht nun die Möglichkeit, schneller und aktueller auf frei werdende Arbeitsplätze und Firmenwünsche reagieren zu können. Die gute Suchmaschinenoptimierung der Website sichert zudem eine gute Auffindbarkeit der Stellenangebote.

www.hzwei.info/stellenboerse.phtml

Tankstellen-Einweihung am KIT verzögert sich

In Karlsruhe verzögern sich die Arbeiten an der dortigen Wasserstofftankstelle. Eigentlich sollte am 9. März 2012 die Einweihung der H2-Station am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erfolgen, aber wie eine Pressesprecherin der HZwei-Redaktion mitteilte, gibt es derzeit noch technische Probleme, weshalb sich die Fertigstellung voraussichtlich bis Sommer 2012 verzögert. Auch die Inbetriebnahme der beiden Brennstoffzellen-Hybridbusse, die dann im Shuttle-Betrieb zwischen den Standorten Campus Nord (zuvor Forschungszentrum Karlsruhe) und dem Campus Süd (zuvor Universität Karlsruhe) eingesetzt werden sollen, verzögert sich dementsprechend. Zur Betankung der Wasserstoffbusse errichtet das KIT auf dem Campus Nord eine „Tankstelle der Zukunft“, bei welcher insbesondere regenerative wie innovative Energieträger angeboten werden.

Wasserstoff steht wieder mehr im öffentlichen Interesse

„Wasserstoff und Brennstoffzellen sind – Gott sei Dank – doch wieder mehr ins öffentliche Interesse gerückt.“ Mit diesem Ausruf der Erleichterung beschrieb Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, während der Vollversammlung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP, s. S. 8 im Januar-Heft 2012 der HZwei) ganz passend die aktuelle Situation. Reine Batteriefahrzeuge scheinen demgegenüber in technischer Hinsicht momentan doch eher auf der Stelle zu treten. Dr. Christian Mohrdieck, Leiter Antriebsentwicklung für Elektrofahrzeuge bei Daimler, stellte denn auch fest: „Die Fortschritte bei der Batterie werden schwieriger.”

Wir erleben also – oh Wunder – nun doch keinen plötzlichen Siegeszug der E-Mobilisten und auch keine Schwemme zahlreicher nagelneuer Elektroflitzer, denn wie bereits prophezien wurde, gab es bei der Batteriespeicherkapazität immer noch keinen elementaren Durchbruch. Ende 2011 belegte dies auch eine neue Studie des Centers Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen: Demnach wurden in Deutschland 2011 innerhalb von elf Monaten lediglich 1.800 Elektrofahrzeuge verkauft, nur 101 davon gingen an Privatpersonen. In den Jahren 1996 (264), 1997 (262) und 1998 (209) lag diese Zahl schon mal deutlich höher – ganz ohne Hype.

Ähnlich mager sieht es in den USA und auch in Frankreich aus. In China hingegen besitzen E-Autos bereits einen hohen Stellenwert. Dort signalisierten 14 Prozent der befragten potenziellen E-Autofahrer eine „wahrscheinliche“ oder „sichere“ Kaufbereitschaft. In Deutschland waren es vier Prozent, in den USA zwei Prozent. In Frankreich, wo der Kauf jedes Elektroautos mit 5.000 Euro gefördert wird, war es nur ein Prozent.

Deutschland scheint somit im Elektromobilitätssektor noch ziemlich weit davon entfernt zu sein, Leitmarkt zu werden. Das sieht im Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor schon ganz anders aus. Dort schaut das Ausland zum Teil „grün vor Neid“ nach Deutschland, wie ein Besuch auf der britischen Insel gezeigt hat (s. S. 16).

Im H2- und BZ-Sektor hat die Bundesrepublik innerhalb der vergangenen Jahre trotz zahlreicher Rückschläge ein umfassendes Know-how angesammelt. Mit Hilfe umfangreicher Förderprogramme ist es gelungen, verschiedene prestigeträchtige Demonstrationsprojekte aufzubauen, die weltweit ihresgleichen suchen. Im Ausland wird dies in Fachkreisen auch durchaus angemessen gewürdigt, aber im eigenen Land scheint dies kaum jemand zu sehen. Der Großteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit läuft nun mal immer noch im Verborgenen ab, so dass die potentiellen Kunden zu wenig von den bisherigen Errungenschaften der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik erfahren.

Dies hat mittlerweile auch die Politik erkannt. Staatssekretär Bomba (s. auch Interview auf S. 26) forderte deswegen: „In den nächsten Monaten muss mehr Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden, um dieses Thema zu verankern.“

Eine bessere Kommunikationspolitik allein bringt allerdings noch gar nichts. Wenn Deutschland seine Position als Leitanbieter und Leitmarkt im H2- und BZ-Sektor festigen will, muss jetzt – parallel zu einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit – nach der aktuell noch laufenden Marktvorbereitung auch zügig die Markteinführung folgen, so wie es bei der NOW-Mitgliederversammlung angekündigt wurde (s. S. 8). Gespräche über geeignete politische Instrumente würden bereits geführt, so heißt es.

Reden allein reicht aber nicht, dies weiß auch Rainer Bomba, der zum Jahresende deswegen deutliche Worte wählte. Während der Präsentation der neuen Wind-Wasserstoff-Plattform performing energy (s. S. 12) rief er den Zuhörern zu: „Unsere Bürger haben die Nase voll von Ankündigungen. […] Wir müssen endlich sehen, dass das, was wir entwickeln, auch umgesetzt wird. […] Wo es bisher gehapert hat, ist die Vermarktung.“ Erstmals drohte er sogar der Branche: „Wenn hier keine Taten folgen, ist die Politik nicht bereit, in Zukunft noch Gelder bereitzustellen.“

Na, wenn das kein Ansporn ist!