Energiewende als Gemeinschaftsprojekt

F. Zimmermann, H-Tec; R. Christiansen, EdN; S. Tangermann, Greenpeace Energy
F. Zimmermann, H-Tec; R. Christiansen, EdN; S. Tangermann, Greenpeace Energy, © Greenpeace Energy

Reinhard Christiansen macht 2019 im selben Tempo weiter wie 2018: Am 24. Januar unterzeichnete der Geschäftsführer der Energie des Nordens GmbH & Co. KG (EdN) den Kaufvertrag für einen weiteren PEM-Elektrolyseur. Ergänzend zu dem ME-100/350-Modell von H-Tec Systems mit 225 kWel, das er vergangenen Oktober in Betrieb genommen hatte (s. HZwei-Heft Jan. 2019), soll das neue, größere Exemplar in Haurup installiert werden.

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Viel los bei GP Joule, thyssenkrupp, Siemens

H-Tec
ME 100/350 von H-Tec Systems

GP Joule engagiert sich derzeit in mehrfacher Hinsicht extrem stark im Energiespeichersektor – sowohl auf Projekt- als auch auf Marketing- und Politebene: Auf der Messe war das Unternehmen aus Reußenköge gleich mit vier Ständen sowie mehreren Elektroautos vertreten, und alle Mitarbeiter liefen in einheitlichen hellgrauen Sneakern umher. Mitte Mai 2017 eröffneten die Geschäftsführer Gärtner und Petersen zudem eine neue Filiale in Berlin.

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Mehr Windgas für mehr Klimaschutz

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© Greenpeace

Langzeitspeicher und eine Kopplung der energiewirtschaftlich relevanten Sektoren sind wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende – dies belegen diverse wissenschaftliche Studien. Einen vielversprechenden Lösungsansatz bietet die Windgastechnologie. Doch obwohl Power-to-Gas für Deutschland ein entscheidender Faktor

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Comeback von Greenpeace Energy

Greenpeace_Prenzlau_Enertrag

Greenpeace_Prenzlau_Enertrag
Quelle: Enertrag

Nachdem sich die Greenpeace Energy eG Ende 2012 aus ihrem eigenen Bauvorhaben in Suderburg zurückgezogen hatte (s. HZwei-Heft Juli 2013), meldete sich die Energie-Genossenschaft im Herbst 2013 wieder zurück: Ende Oktober verkündete das Hamburger Unternehmen gemeinsam mit Enertrag, dass der erste Spatenstich für den Anschluss des Prenzlauer Hybridkraftwerks ans nationale Gasnetz erfolgt ist. Über eine Stichleitung soll noch in diesem Jahr nachhaltig erzeugter Wasserstoff als „Windgas“ in das Erdgasnetz eingespeist werden. Der Enertrag-Vorstandsvorsitzende Jörg Müller sagte:

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Greenpeace Energy steigt aus Power-to-Gas-Projekt aus

(Quelle: Carsten Raffel / Greenpeace Energy eG)
(Quelle: Carsten Raffel / Greenpeace Energy eG)

Während anderswo neue PtG-Projekte starten, hat Greenpeace Energy eG die Arbeiten an ihrem Vorhaben in Niedersachsen eingestellt (s. HZwei-Heft Jan. 2013). Gegenüber HZwei erklärte ein Sprecher: „Es stimmt, wir haben Ende 2012 entschieden, uns aus dem konkreten Bauprojekt in Suderburg zurückzuziehen, haben jedoch weiterhin die Absicht, eine eigene Anlage zur Produktion von Windgas zu bauen. Grundlage der Entscheidung des Aufsichtsrates war eine umfangreiche Analyse und Neubewertung der finanziellen Investitionen und unternehmerischen Risiken

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Merkel: Super-Credits erlangen Super-Bedeutung

Merkel umringt von Auto-Managern (v.l.): Neumann, Zetsche, Verkehrsminister Ramsauer, Hackenberg, Wissmann, Kagermann
Merkel umringt von Auto-Managern (v.l.): Neumann, Zetsche, Verkehrsminister Ramsauer, Hackenberg, Wissmann, Kagermann

Mit rund 900 Teilnehmern war die Internationale Konferenz Elektromobilität bewegt weltweit, die am 27. und 28. Mai 2013 in der Bundeshauptstadt abgehalten wurde, ein medienwirksamer Event. Direkt am Alexanderplatz im Berliner Congress Center bcc erschien die gesamte deutsche Automobilprominenz inklusive zahlreicher hochrangiger Politiker, um auf Einladung der Bundesregierung hin über Potentiale und Herausforderungen der Elektromobilität zu diskutieren. Auch Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ließ es sich nicht nehmen, einen Rundgang über die begleitende Ausstellung zu machen und ein politisches Statement abzugeben, indem sie sich verbal demonstrativ hinter die Elektromobilität und auch die deutsche Automobilindustrie stellte.

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Enertrag soll Wind-Wasserstoff an Greenpeace Energy liefern

Nachdem erst am 7. Dezember 2011 das Bündnis für Wind-Wasserstoff „performing energy“ gegründet worden war, hat gestern der Koordinator dieser Plattform, die Enertrag AG, verkündet, es werde „zukünftig grünen Wasserstoff direkt in das deutsche Erdgasnetz einspeisen“, der dann über den Tarif proWindgas von Greenpeace Energy vertrieben werde. Enertrag selber spricht in diesem Zusammenhang von einem „Meilenstein für Power-to-Gas, die Einspeisung von Wasserstoff aus Windkraft in das Gasnetz.“

Enertrag-Vorstand Werner Diwald erklärte: „Mit der Einspeisung von Wasserstoff in das Gasnetz wird die zentrale Herausforderung der Speicherung erneuerbarer Energie angegangen und gleichzeitig der notwendige Netzausbau im elektrischen Bereich abgemildert. Power-to-Gas ist Voraussetzung für die Energiewende und ermöglicht deren Umsetzung.“

Konkret geht es darum, dass das brandenburgische Unternehmen aus Dauerthal am 17. Januar 2012 einen Vertrag mit dem in Hamburg ansässigen Unternehmen Greenpeace Energy e.G. unterzeichnete, demzufolge „im Jahr 2012 bis zu 400 MWh Wasserstoff“ geliefert werden sollen. Der dafür notwendige Netzanschluss zum Gasnetz befindet sich in Planung und soll noch in diesem Jahr in unmittelbarer Nähe zum Hybridkraftwerk realisiert werden. Weiter heißt es: „Ab dem kommenden Jahr sind 1,2 GWh vereinbart.“

Offener Brief an Greenpeace

Hallo liebe Naturfreunde,

seit langer Zeit bin ich Fördermitglied und Bewunderer von Greenpeace.
Am 18. Februar stand wieder die offizielle Meinung von Greenpeace im HH-Abendblatt bezüglich Elektromobilität. Ich bin traurig darüber, dass Sie wiederholt diese ablehnende Meinung vertreten.
Jedoch, Sie haben Recht. Mit dem Deutschen Strommix stoßen die meisten E-Autos „jetzt“ mehr CO2 aus. Sie haben auch Recht, dass im Verbrennungsmotor noch viel Potenzial steckt. Aber leider fassen Sie die falschen Schlüsse daraus. Der Verbrennungsmotor wird immer CO2 ausstoßen, auch noch in 30 Jahren, auch wenn wir bereits 100 % regenerativen Strom haben. In wenigen Jahren wird regenerativer Strom günstiger produziert werden als konventioneller. Genau dann muss das E-Auto da sein. Das Reduktionspotential ist dann unendlich höher als bei jedem Verbrennungsmotor. Wenn Sie das E-Auto jetzt verteufeln, wird es nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. Behindern Sie bitte nicht die Entwicklung und Motivation, auch wenn sie erst in einigen Jahren die Früchte bringen wird. Die Wende kommt schneller als Sie denken.
Zudem ist der Wandel des Energiesektors auf jeden Fall notwendig und unumkehrbar. Bitte legen Sie vor allem Wert auf die Speicherung von Strom (durch H2, CH4, Redox-Flow, Wärme, Kälte, …). Denn so werden die fluktuierenden regenerativen Stromquellen berechenbar und voll nutzbar. Dabei hilft auch das E-Auto ein wenig. Das sind Synergien, die fossile Energien nie haben können. Die Verfügbarkeit der Stromspeicherung bestimmt das Ausmaß der Regenerativen. Die fluktuierenden Energien plus Speicherung sind die Lösung. Allein diese Kombination kann schnell die altgedienten Monster ersetzen.

Desertec, was Greenpeace auch befürwortet, ist eine Totgeburt, ebenso wie CCS. (In 10 Jahren wird niemand mehr so dumm sein, Kohlekraftwerke zu bauen. Auch nicht in China. Sogar der Betrieb der Schwarzen Schleudern wird unrentabel werden.) Beide Technologien kommen zu spät. Beide Technologien sollen von Konzernen umgesetzt werden. Beide Projekte werden Zentralismus zementieren. Beide Projekte werden Gewinne aus der Gesellschaft abziehen und auf wenige Konzerne konzentrieren.
Besonders Desertec wird neue Abhängigkeiten schaffen. Insbesondere in Afrika wird es ein neuer Kolonialismus werden (= Abhängigkeit).
Das alles für läppische 15 % Strom in der EU. Unverantwortlich!

Die Dezentralisierung der Stromerzeugung wird das verhindern. Sei es durch Solarzellen, Solarwärme, Biogas mit BHKWs, Wind, Wasser, Isolierprogramme im Wohnungsbau oder sonst etwas. Auch dies ist unausweichlich und muss daher – aus Sicht der EVU – möglichst lange verhindert werden.
Die EVU haben das schon realisiert und sind im Hintergrund sehr rege – und erfolgreich, siehe „Atomausstieg“, siehe immer schärfere Auflagen für Wind- und Solarenergie (SDL-Bonus), Höhenbegrenzungen für WEA, siehe ungerechtfertigte Strompreiserhöhungen und Schwarzer-Peter-zuschieben auf die Solarzellen, siehe steigende Gewinne, das letzte Aufbäumen bzw. Abräumen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig deutlich machen, wohin die Zukunft gehen muss.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Artmann