Klixbüll und Sprakebüll setzen Maßstäbe

Leitfaden Dörpsmobil

Sprakebüll ist ein kleines Dorf westlich von Flensburg. Über zig Kilometer hinweg erstrecken sich dort grüne Marschwiesen. Seit Jahrzehnten lebt dort der Großteil der Bevölkerung von der Landwirtschaft. Von den etwa 240 Einwohnern im Ort haben sich 24 vor gut zwanzig Jahren an einem Bürgerwindpark beteiligt.

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Das Elektroauto – Mobilität im Umbruch

Das-Elektroauto

Das-ElektroautoOliver Schwedes, Hochschulprofessor an der TU Berlin, gilt als Verkehrsexperte. Gemeinsam mit Marcus Keichel hat er das Buch Das Elektroauto – Mobilität im Umbruch geschrieben. Dies erscheint insofern zunächst verwunderlich, da Keichel Industrie-Designer ist. Da hier jedoch weder Technik noch Firmenpolitik, sondern kulturelle und gesellschaftliche sowie historische und auch ästhetische Aspekte im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen, passt das von ihm verfasste Kapitel, das sich insbesondere dem Design des BMW i3 und i8 widmet, durchaus ins thematische Umfeld.

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Die Elektromobilität nicht kleinreden

00Die Stimmung in der E-Mobility-Branche ist im Begriff sich zu wandeln: Immer häufiger ist die Rede von „Elektromobilität ist cool“ und „Elektromobilität kommt voran“ oder „Elektromobilität auf dem Vormarsch“. Solche Überschriften las man zuletzt in den Jahren 2008/2009, als der Ölpreis bei 150 US-Dollar pro Barrel lag. Seit 2010 hatten jedoch die Skeptiker das Wort. Bei einer näheren Betrachtung der bisherigen Berichterstattung fällt auf, dass die meiste Kritik in den vergangenen drei Jahren stets aus einer bestimmten Ecke kam

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EU einigt sich auf Typ-2-Stecker für Elektroautos

Volker Lazzaro präsentiert den „Mennekes-Stecker“
Volker Lazzaro präsentiert den „Mennekes-Stecker“

Es gab schon etliche Fehlmeldungen, aber dieses Mal soll es tatsächlich stimmen: Die Europäische Kommission hat sich im Februar 2013 auf einen einheitlichen Standard für Ladestecker geeinigt. Die Wahl fiel auf den in Deutschland entwickelten Typ-2, wie er hierzulande bereits in etlichen Fahrzeugen zur Anwendung kommt. Die von Mennekes entwickelte Steckerkonfiguration gemäß DIN IEC 62196 gilt als universell einsetzbar und robust und unterstützt sowohl das einphasige als auch das dreiphasige Laden (16 A bzw. 63 A). Stecker vom Typ-1, die in Japan entwickelt und mittlerweile auch in den USA eingeführt wurden, ermöglichen demgegenüber nur die einphasige Ladung. Die Italiener und Franzosen hatten den Typ-3 favorisiert, der zwar ein- und dreiphasig laden kann, aber nur bis 32 A geeignet ist.

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Elektrisch Tanken

Elektrofahrzeuge werden möglicherweise in naher oder ferner Zukunft das Bild auf unseren Straßen prägen. In Anbetracht der Tatsache, dass mit der stetig wachsenden Umweltverschmutzung nicht zu spaßen ist und einem jeden Autofahrer bewusst sein sollte, welchen Schaden er der Umwelt, auch nur durch seinen eigenen kleinen Beitrag, mit dem Ausstoß von Abgasen zufügt, ist die wachsende Zahl an Hybrid- und Elektrofahrzeugen auf den Straßen zu begrüßen.

Hybridfahrzeuge sind inzwischen, wenn auch im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor gering, keine Seltenheit mehr. Jährlich kommen immer neue Modelle auf den Markt. Und auch Elektroautos sollen in Zukunft immer häufiger werden. So verspricht beispielsweise Honda für das Jahr 2013, ein reines Elektroauto herauszubringen. Dieser Plug-In-Hybrid verfügt über einen Akku, der problemlos an einer Steckdose aufgeladen werden kann. Wie derzeit geplant ist, wird dieses Modell, die neue Generation des Civic Hybrid, zunächst aber nur in Japan und den USA erscheinen. Die Frage, wann ein ähnliches Vehikel auch in Europa auf den Markt kommt, bleibt offen. Jedoch sind auch hier schon Alternativen zum herkömmlichen Auto zu erhalten, wie beispielsweise der Honda CR-Z oder der Honda Jazz Hybrid.

Doch es reicht natürlich nicht nur, Elektroautos herauszubringen. Es müssen selbstverständlich auch an so vielen Orten wie möglich, dementsprechende Ladestationen geschaffen werden, um den reibungslosen Verkehr zu gewährleisten. Keinem ist ja genutzt, wenn das rein elektrische Fahren möglich gemacht wird, die Autos dann aber reihenweise auf der Strecke stehen bleiben, weil ihnen der Strom ausgeht.

So wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich viel Energie in den Aufbau einer Ladeinfrastruktur gesteckt werden. Erst kürzlich nahm enercity eine Ladestation in Hannover in Betrieb. Hier soll man nun ab 2013 problemlos und zudem noch kostenlos Autostrom tanken können. Dazu braucht man zunächst einmal eine bestimmte Tankkarte, die im Internet erhältlich ist. Laut enercity werden laufende Stromkosten bis Ende des Jahres 2013 nicht berechnet. Man ist nicht einmal gezwungen, eine solche Karte käuflich zu erwerben. Wer nur gelegentlich eine solche Ladesäule nutzen möchte, kann sich auch während der Öffnungszeiten eine Tankkarte im Kundencenter von enercity ausleihen.

Dies ist wahrscheinlich nur der Anfang einer ganz neuen Kultur des Tankens. Wenn sich die Elektroautos in ein paar Jahren auf den Straßen vermehren, so wird man auf immer mehr elektrische Tankstellen treffen und diese bald vielleicht als selbstverständlich ansehen.

Autor : Bastian Weber

E-Paketdienst in Berlin

Schritt für Schritt werden immer mehr Elektroautos auf die Straße gebracht. So zum Beispiel in der Bundeshauptstadt, wo Ende Januar 2011 insgesamt fünf neue elektrisch betriebene Paketfahrzeuge ihren Betrieb im Kurier-, Express- und Paketdienst aufnahmen. Die Deutschen Post (DHL) greift dabei auf drei mit Natriumchlorid-Nickel-Batterien ausgestattete Fahrzeuge zu, so genannte Daily Electrics. Diese 3,5-Tonner basieren auf dem Daily 35 S von Iveco und verfügen über einen wassergekühlten Drehstrom-Asynchronmotor (Nennleistung: 30 kW). Die Spedition Meyer & Meyer setzt auf zwei 11-Tonner, die von dem niederländischen Fahrzeughersteller AGV umgerüstet wurden.

Die Fahrzeuge gehören zum Projekt E-Stadtlogistik, das Teil der „Modellregion Elektromobilität Berlin/Potsdam“ ist (s. HZwei-Heft Apr. 2010). Mit ihnen soll der Alltagseinsatz im Zustelldienst erprobt werden. Dazu gehören auch die Freigabe des nächtlichen Lieferverkehrs und die Nutzung spezieller Fahrspuren für Elektrofahrzeuge. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, überreichte die Förderbescheide über insgesamt 1,3 Mio. Euro an DHL, Spedition Meyer & Meyer sowie die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung und erklärte, dass damit jetzt sämtliche der rund 200 Einzelprojekte in den acht Modellregionen angelaufen seien. Kaufanreizen erteilte er erneut eine Absage: „Unsere Steuermilliarden investiere ich lieber in den Erhalt der Infrastruktur, denn was nützt mir das beste Elektroauto, wenn es über marode Straßen holpert?“ Dem entgegnete Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber laut Nachrichtenagentur dpa-AFX: „Ohne Marktanreizsysteme wird das Ziel, bis 2020 eine Million Autos auf Deutschlands Straßen zu haben, nicht erreichbar sein.“

Ein weiterer Praxistest in Berlin läuft seit Mitte Februar 2011 mit Almuth Hartwig-Tiedt, der Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen. Sie testet für drei Monate die Alltagstauglichkeit eines Stromos als Elektro-Dienstwagen. In einem Blog berichtet die Staatssekretärin in dieser Zeit über ihre Erfahrungen – und einige Probleme innerhalb der ersten Tage (http://blog.emo-berlin.de). Gernot Lobenberg, Leiter der Berliner Agentur für Elektromobilität eMO, erklärte: „Der aktuelle Feldversuch wird uns wichtige Informationen über Praxistauglichkeit von Elektroautos und die entsprechende Infrastruktur in Berlin liefern.“

Kritik am lekker-mobil

Am 26. Oktober 2010 soll eine über 600 Kilometer lange Non-Stopp-Fahrt mit einem Elektroauto von München nach Berlin geglückt sein. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen umgerüsteten Audi A2, der mit Lithium-Metall-Polymer-Akkus (LPM) von der erst 2009 gegründeten DBM Energy versehen worden war.
Laut Meldung des Hauptsponsors lekker Energie, einem regionalen Stromanbieter (ehemals Nuon Deutschland), soll der normal ausgestattete Viersitzer die gesamte Strecke rein elektrisch und mit nur einer Akkuladung – ohne Zwischenladung der Batterien, aber mit einem Zwischenstopp – gefahren sein. Und bei der Ankunft sei der Akku noch zu 18 Prozent gefüllt gewesen. Weiter hieß es, das so genannte lekker Mobil sei mit einer Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern unterwegs gewesen. Journalisten, die in Begleitautos mitfuhren, berichten von einer tatsächlich gefahrenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h, zum Teil auch deutlich weniger.
Von Seite der Befürworter dieser Technologie wurde die Fahrt als Durchbruch in der Stromspeichertechnik gefeiert. So erklärte Mirko Hannemann, Geschäftsführer der DBM Energy und Fahrer des lekker mobils: „Wir zeigen mit unserer Rekordfahrt, dass die Leistungsfähigkeit unserer Kolibri-Technologie so hoch ist, dass auch lange Strecken mit einem ganz normalen alltagstauglichen Elektrofahrzeug zurückgelegt werden können.“ Dr. Thomas Mecke, Vorsitzender von lekker Energie, ergänzte: „Die Fahrt wird der weltweite Durchbruch in der Elektromobilität sein.“ Auch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sowie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zeigten sich tief beeindruckt. Von der anderen Seite gab es jedoch unverhohlene Skepsis. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), gab einen Tag nach dieser Rekordfahrt gegenüber der Berliner Zeitung zu Protokoll: „Das hat uns hier nicht interessiert.“ Thomas Burkhardt, ADAC-Vizepräsident für Technik, kritisierte Ende November 2010: „Bis heute bleibt die Fahrt ein nicht erklärtes Wunder, da nachprüfbare Informationen zur Akkutechnik nicht vorliegen.“ Der zur Beglaubigung der Rekordfahrt bestellte Notar sei nicht vor Ort gewesen, bemängelte der ADAC.
Das Bundeswirtschaftsministerium förderte diesen Versuch mit 275.000 Euro aus dem Konjunkturpaket der Regierung.

Who killed the electric car?

Ab sofort ist über den Hydrogeit Verlag die DVD „Who killed the electric car?“ erhältlich. Dieser Film sorgte bei Erscheinen im Jahr 2006 für viel Aufsehen, weil darin deutlich gesagt wird, warum damals die Entwicklung an Elektrofahrzeugen quasi von heut auf morgen wieder eingestellt wurde. Zeitweise erfreuten sich Elektroautos bereits 1996 größter Beliebtheit, so wie beispielsweise bei den Schauspielern Tom Hanks und Mel Gibson, die begeistert den EV1 von General Motors fuhren. Dann kam aber alles anders, als man zunächst dachte und die Protagonisten dieses Dokumentarfilmes sagen unverblühmt, warum das so war.

Der Film ist auch heute noch aktuell, weil er spannende Einblicke in die Machenschaften der Automobilisten gibt. In den USA läuft demnächst ein Nachfolgefilm an „Revenge of the electric car“. Aber bis dieser nach Deutschland kommt, kann „Who killed the electric car“ viele neue Erkenntnisse liefern und etwas die Zeit überbrücken.

www.hydrogeit-verlag.de/dvd-electric-car.htm