Initiative Brennstoffzelle mit neuer Struktur

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T. Kehler (li.) und A. Lücke (re.) mit Thorsten Herdan

Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) hat sich Anfang des Jahres neu erfunden: Der Firmenzusammenschluss, der bislang aus Herstellern und Energieversorgern bestand, die sich um Brennstoffzellenheizgeräte kümmern, wurde jetzt an den Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) sowie an Zukunft Erdgas (Interessenvertretung von über 100 Gasversorgungsunternehmen und Gasnetzbetreibern) angegliedert. Deren Chefs – BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke und Dr. Timm Kehler, Vorstand von Zukunft Erdgas – sind jetzt auch die neuen IBZ-Sprecher.

Wie es heißt, soll auf diese Weise „der Weiterentwicklung des Marktes und den damit einhergehenden neuen Aufgaben Rechnung getragen“ werden. Die neuen Zuständigkeiten sehen vor, dass sich der BDH zukünftig vornehmlich um die politische Arbeit kümmert, während Zukunft Erdgas insbesondere die Marktkommunikation übernimmt. Darüber hinaus sind seit März 2017 auch der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) als Kooperationspartner mit eingebunden.

Die IBZ war 2001 von EWE, MVV Energie, Ruhrgas und VNG gegründet worden, „um die Entwicklung und Erprobung der ‚kleinen‘ Erdgas-Brennstoffzellen voranzutreiben“. Zwischenzeitlich wirkten zwölf Partner mit: Energieversorger, Gerätehersteller sowie die Deutsche Energie-Agentur (dena). Jetzt sind nur noch die sechs Heizgerätehersteller Bosch, Elcore (mittlerweile von Freudenberg übernommen), SenerTec, SOLIDpower, Vaillant und Viessmann mit dabei. Die hatten im März 2017 beschlossen, gemeinsam mit etablierten Verbänden der Gaswirtschaft und der Geräteindustrie eine koordinierte Marktentwicklung mit einer effizienten Kommunikationsoffensive anzugehen. Kehler erklärte: „Die Vorbereitung der Markteinführung ist damit abgeschlossen, jetzt kümmern wir uns gemeinsam um den Markthochlauf.“

Während der sogenannten „Raustauschwochen“, einer Marketingaktion von BDH, Zukunft Erdgas und SHK-Fachhandwerk, die im März 2018 gestartet wurde, war die Brennstoffzelle allerdings noch kein Thema. Hierzu hieß es seitens der Initiative der deutschen Erdgaswirtschaft lediglich: „Im Fokus der Raustauschwochen steht aber durchaus auch die Masse an Modernisierungen – und die findet mit Brennwerttechnik statt.“

Vaillant ist „nicht ausgestiegen“

Auf Nachfrage von HZwei, warum sich Vaillant in der IBZ engagiere, obwohl das Unternehmen Anfang 2017 der BZ-Technik den Rücken zugewandt hat (Vaillant legt Brennstoffzelle still), sagte Alexander Dauensteiner: „Wir möchten nochmals darauf hinweisen, dass Vaillant nicht ‚aus der BZ-Technik ausgestiegen‘ ist. Vielmehr haben wir auf der ISH 2017 bekanntgegeben, dass die Vaillant Group vor dem Hintergrund der politischen Dekarbonisierungsziele und der daraus abgeleiteten strategischen Fokussierung ihre Entwicklungskapazitäten im Bereich der Brennstoffzellentechnologie reduzieren und die Markteinführung ihres BZ-Heizgerätes für Einfamilienhäuser bis auf weiteres aussetzen wird. Wir sind nach wie vor in allen relevanten Verbänden zur Brennstoffzelle aktiv, so auch in der neuen IBZ.“

Michael Schaarschmidt von Zukunft Erdgas erklärte gegenüber HZwei: „Vaillant war in der bisherigen IBZ ein sehr aktiver Partner und wird es auch zukünftig bleiben. […]Sollte es den anderen Marktteilnehmern, der Politik und dem Handwerk gelingen, den Markt nennenswert auszubauen, wird man sich bei Vaillant sicher dazu Gedanken machen, ob und wie man wieder in den Markt einsteigt.“

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