H2-Leitstelle als Gemeinschaftsprojekt?

Mehr als drei Monate nach Bekanntgabe der Nationalen Wasserstoffstrategie (NWS) ist bis heute immer noch offen, wo die geplante Leitstelle Wasserstoff angesiedelt sein wird. Am 21. September 2020 erklärte jedoch Thorsten Herdan, Abteilungsleiter für Energiepolitik beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), während eines NOW-Webinars, dass die Leitstelle voraussichtlich gemeinsam von der Nationalen Organisation Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie und der Deutsche Energie-Agentur dena geführt wird. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) antworte auf HZwei-Nachfrage am 23. September noch sehr zurückhaltend: „Wir gehen davon aus, dass die Leitstelle sehr zeitnah ihre Arbeit aufnehmen wird. Sie wird dann die ihr in der Nationalen Wasserstoffstrategie zugewiesenen Aufgaben übernehmen, insbesondere die Unterstützung des Nationalen Wasserstoffrats, der am 24.09.20 bereits zu seiner zweiten Sitzung zusammentreffen wird. Bis zur Einrichtung der Leitstelle wurden deren Aufgaben vom zuständigen Fachreferat des BMWi übernommen.“

Vorausgegangen waren zähe Verhandlungen zwischen den insgesamt vier an der Nationalen Wasserstoffstrategie beteiligten Bundesministerien. Jedem dieser Ministerien ist eine „Agentur“ zugeordnet:

  • Deutsche Akademie der Technikwissenschaften acatech – BMBF
  • Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW – BMVI
  • Deutsche Energie-Agentur dena – BMWi
  • Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH – BMU

Insbesondere das BMBF habe sich gegen eine alleinige Ansiedlung beim BMWi ausgesprochen, hieß es (s. HZwei-Heft 4 2020). Die dena verfügt zwar über Erfahrung im Power-to-Gas-Sektor, aber am meisten Expertise im H2- und BZ-Sektor ist unzweifelhaft bei der NOW angesiedelt. Eventuell bringt die morgige Sitzung des Nationalen Wasserstoffrats Klarheit.

3 Gedanken zu “H2-Leitstelle als Gemeinschaftsprojekt?

  1. Hallo, die Sache mit der Leitstelle Wasserstoff interessiert mich auch sehr. Ich befasse mich schon über 30 Jahre mit alternativen Energien, H2 und Brennstoffzelle. Es muss ein ganzer Wirtschaftszweig entstehen. Außerdem will cih hier selber technisch experimentieren

    Können Sie mir einen Rat geben, wo ich einen Eelektrolyseu und Brenstoffzelle her bekomme?

    Viele Grüße

    Dr. Uwe Bastian
    Lassan bei Wolgast

  2. Kurt-Christoph von Knobelsdorff bestätigte heute während der f-cell in Stuttgart, dass sich die NOW und die dena zunächst eine etwas kleine Ausführung einer Leitstelle Wasserstoff teilen werden.

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