Grünes H2 verringert CO2-Fußabdruck in Raffinerien

Luftaufnahme des Raffinerie-Standorts in Hemmingstedt, © Raffinerie Heide
© Raffinerie Heide

Der Trend geht in eine klare Richtung: Auch Raffinieren müssen schnell grüner werden – neuerdings auch, um russisches Erdgas und -öl einzusparen. Immerhin sind Raffinerien hierzulande für rund ein Fünftel der CO2-Emissionen des Industriesektors verantwortlich. Grüner Wasserstoff kann in existierende Produktionsprozesse integriert werden. Diesen Umstieg vollziehen derzeit mehrere Raffinerien.

Schon heute kommen 30 Prozent der deutschen H2-Nachfrage aus der nordrhein-westfälischen Industrie. In Wesseling bei Köln startete vor kurzem eine Elektrolyseanlage mit 10 MW Leistung ihren Betrieb. Neudeutsch heißt die Rheinland Raffinerie nun „Energy and Chemicals Park Rheinland“. Pro Jahr werden hier künftig bis zu 1.300 Tonnen grünen Wasserstoffs produziert. Und der Bedarf wird noch wachsen: Schätzungen der NRW-Landesregierung gehen davon aus, dass sich die Nachfrage bis 2030 verdoppeln wird.

Bereits heute plant Shell den Bau von REFHYNE II, einer 100-MW-Elektrolyse-Anlage (s. HZwei-Heft Juli 2020). Baubeginn könnte noch 2022 sein. 2025 soll die Rohölverarbeitung in der größten deutschen Raffinerie eingestellt werden. Man will weg vom Erdöl und -gas, besonders wenn es aus Russland kommt. Der aktuelle Krieg in der Ukraine beschleunigt nun die Ökoambitionen zusätzlich.

Big Oil will so schnell wie möglich grün werden – muss es werden. Shell hat verkündet, bis spätestens 2050 ein Netto-Null-Emissions-Unternehmen zu werden. Im Zuge der Powering-Progress-Strategie hatte Royal Dutch Shell Anfang des Jahres bekanntgegeben, die Zahl der weltweiten Raffineriestandorte auf fünf zu reduzieren. Dadurch wird die weltweite Produktion fossiler Kraftstoffe bei Shell bis 2030 um 55 Prozent sinken.[…]

… gekürzte Online-Version
Den kompletten Fachbericht finden Sie in der aktuellen Ausgabe des HZwei-Magazins.

Autor: Niels H. Petersen

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1 Gedanke zu „Grünes H2 verringert CO2-Fußabdruck in Raffinerien“

  1. Natürlich ist es wichtig /richtig, dass Elektrolyseure gebaut werden. Wo doch heute immer noch >96% allen H2 aus fossilen Primärenergien und nicht aus “grüner” Elektrolyse stammen.
    Ach ja:
    Voraussetzung für “grüne” Elektrolyse ist natürlich grüner, regenerativ erzeugter Strom. Leider vermisse ich eine Aussage, wie viel Windräder und PV denn Shell (zusätzlich) errichten will für den benötigten regenerativ erzeugten Strom. Denn sonst klappt das leider nicht mit “grün”.
    Das nennt sich dann allenfalls Greenwashing …

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