Neue H2- und BZ-Kooperationen

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Luca de Meo (Renault Group, l.) und Andrew Marsh (Plug Power)
de Meo (Renault Group, l.) u. Marsh (Plug Power), © Renault

Jetzt ist die Zeit neuer Kooperationen im Wasserstoffsektor. Wie bereits im HZwei-April-Heft angemerkt, häufen sich derzeit die Meldungen, in denen Firmenzusammenschlüsse und neue Partnerschaften verkündet werden. So orientiert sich jetzt der Elektrolyseurhersteller Nel in Richtung Solarenergie. Anfang Mai 2021 gaben die Norweger bekannt, dass Nel Hydrogen Electrolyser mit dem Solarmodulhersteller First Solar zusammenarbeiten wird. Ziel ist die Entwicklung integrierter Photovoltaik-Wasserstoff-Kraftwerke.

Kurz darauf taten sich auch das dänische Wasserstoffunternehmen Everfuel A/S und der norwegische Aluminiumhersteller Hydro zusammen. Die beiden skandinavischen Firmen unterzeichneten ein Memorandum of Understanding (MoU) mit dem Fokus auf einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für Elektrolyseure in Europa. Außerdem sollen die derzeit bei Everfuel in Entwicklung befindlichen Hydrogen Distribution Center zukünftig an Elektrolyseurstandorten in der Nähe der Hydro-eigenen Aluminiumwerke installiert und betrieben werden, um eine schnelle und sichere Betankung von H2-Trailern zu gewährleisten.

Der dänische Windkraftkonzern Ørsted orientiert sich indessen nach Südkorea. Mit dem dortigen Stahlkonzern POSCO ist ein Offshore-Großprojekt geplant. Zudem unterzeichneten beide Konzerne Ende Mai eine entsprechende Absichtserklärung zur Anfertigung von Machbarkeitsstudien für eine Zusammenarbeit bei grünem Wasserstoff. Jung-son Chon, Vice President der POSCO Group, erklärte dazu, sein Unternehmen arbeite daran, „Geschäftsmöglichkeiten für erneuerbaren Wasserstoff“ zu entdecken.

Ebenfalls im Mai 2021 hat die Toyota Motor Company vermeldet, dass sie gemeinsam mit dem japanischen Energieunternehmen Eneos eine Partnerschaft geschlossen habe, um die H2-Mobilität voranzutreiben und das Zukunftsprojekt Woven City, bei dem es um den Aufbau einer wasserstoffbasierten Modellstadt geht, zu realisieren. Am Fuße des Mount Fuji soll ein „lebendiges Labor“ entstehen, in dem die Bewohner vor Ort im Einklang mit der Natur und Technologie leben – intelligent, vernetzt und nachhaltig.

HOW

Anfang Juni starteten auch Renault und Plug Power ihr bereits im Januar 2021 angekündigtes Joint Venture. HYVIA soll an vier Standorten in Frankreich angesiedelt sein und schlüsselfertige H2-Mobilitätslösungen von leichten BZ-Nutzfahrzeugen bis hin zu kohlenstofffreiem Wasserstoff anbieten.

Der deutsche Technologiekonzern Schaeffler hat bereits im April 2021 eine strategische Kooperation mit dem chinesischen Brennstoffzellenunternehmen Refire begonnen. Während der Automobilausstellung Auto Shanghai unterschrieben Firmenvertreter eine Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung von BZ-Schlüsselkomponenten wie Bipolarplatten und Thermomanagementsystemen.

Währenddessen verabschiedete sich die EPH elektronik Produktions- und Handelsgesellschaft mbH aus dem Brennstoffzellengeschäft. Der Hersteller elektronischer Antriebstechnik hat Anfang des Jahres all seine BZ-Aktivitäten eingestellt.

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