H2-Großprojekte auf der arabischen Halbinsel

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Oman und Saudi-Arabien planen Export von Solarenergie

Die sonnenreichen Gefilde gelten als prädestiniert für die Erzeugung von Wasserstoff mithilfe von Solarenergie. Während vielfach auf Länder wie Australien, Chile oder Marokko geschaut wird, tut sich insbesondere im Nahen Osten so einiges. Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait, aber auch das Sultanat Oman haben erkannt, dass sie nicht nur viel Öl, sondern auch viel Sonne haben – die gut geeignet für die Wasserstoffherstellung ist.

Viele Staaten der arabischen Welt sind durch ihre großen Ölvorkommen reich geworden. Diese Zeiten beziehungsweise diese Vorkommen werden aber irgendwann zu Ende gehen. Dies erfährt gerade das Sultanat Oman. Die dortigen Reserven reichen nur noch einige Jahre, Erdgas wird schon jetzt importiert. Auch andere arabische Akteure haben inzwischen erkannt, dass ihr Öl nur noch eine begrenzte Zahl an Jahren wirtschaftlich gefördert werden kann und auch die Erdgasförderung immer aufwändiger wird. Der Export von Solarenergie könnte somit eine passende Alternative zum Ölexport werden, auch wenn in diesen Regionen bis vor wenigen Jahren noch kaum jemand über Wasserstoff gesprochen hat.

Oman steht unter Handlungsdruck

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Um diese neuen Märkte zu erschließen, hat Dr. Bernd Wiemann 2018 das Start-up Hydrogen Rise AG gegründet. Wiemann, der viele Jahre Führungspositionen bei Mannesmann sowie Vodafone bekleidete und bereits 2001 das Brennstoffzellenunternehmen P21 (Power of the 21 Century) gründete, verfügt über gute Kontakte in den Nahen Osten. Sein Ziel ist daher, so berichtete er HZwei, auf der arabischen Halbinsel eine nachhaltige Wertschöpfung aufzubauen.

Wiemann beabsichtigt, die entsprechende Technik und das Know-how in den Oman zu liefern, damit dort im Land Geld erwirtschaftet werden kann. Dafür gründete der in München ansässige Unternehmer die omanische Tochtergesellschaft Hydrogen Rise LLC in Maskat. Zudem sei er bereits im Gespräch mit großen deutschen Elektrolyseurherstellern, um diese Anlagen im Land zum Einsatz bringen zu können, erklärte Frank Sreball, der bis August 2020 übergangsweise für Wiemann als Direktor für Green Hydrogen Economics agiert hat. Das von den Elektrolyseuren benötigte Wasser würde dann mit Entsalzungsanlagen aus Meerwasser erzeugt werden. „Hydrogen Rise bietet dem Fünf-Millionen-Einwohner-Land eine Strategie für den Aufbau einer neuen Energiewirtschaft“, so Sreball.

So wurde inzwischen unter anderem auf dem Gelände der German Technical University in der Hauptstadt Maskat das Oman Hydrogen Center gegründet. Im Januar 2020 nahmen sowohl Sheikh Abdullah bin Mohammed al-Salmi, Minister für religiöse Angelegenheiten, und Dr. Mohammed bin Hamad al-Rumhi, Minister für Öl und Gas, an der Einweihungszeremonie teil.

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