Die Zukunft ist grün – der Weg dorthin ist bunt

Zweite Runde des HyLand-Wettbewerbs startet

„Es geht nicht um Champagner, es geht um Tafelwasser.“ Mit diesen Worten eröffnete Katherina Reiche, die Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrats, den diesjährigen H2Congress. Über 3.000 Zuhörer nahmen am 26. und 27. Januar 2021 online an der Gemeinschaftskonferenz der NIP-Vollversammlung und des Deutschen Wasserstoff Congresses teil. Unter anderem wurde dort die zweite Runde des HyLand-Wettbewerbs angekündigt.

Burckhardt

Obwohl einige bereits darauf gewartet hatten, kam die Ankündigung, die HyLand-Initiative bereits im Frühjahr 2021 in die zweite Runde starten zu lassen, überraschend. Umgehend fanden sich während und direkt nach der Konferenz zahlreiche potentielle Partner zusammen, die an dieser zweiten Auflage der Wasserstoffregionen in Deutschland interessiert sind.

Bislang werden 25 ausgewählte Regionen in der Bundesrepublik dabei unterstützt, die Integration des Energieträgers Wasserstoff voranzutreiben. Die neue Runde macht es nun möglich, dass bisherige HyStarter zu HyExperts beziehungsweise bisherige HyExperts zu HyPerformern werden oder ganz neue Regionen dazustoßen. Auf diesem Weg soll eine bunte Palette an H2-Akteuren mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammenkommen. Bewerbungen für HyStarter können bis Mitte Mai eingereicht werden, für HyExperts bis Mai. Eine neue HyPerformer-Runde wird es wohl erst Anfang 2022 geben.

HOC2021

Bunt war beim H2Congress nicht nur die Besucherzusammensetzung. Sowohl Katherina Reiche als auch Thomas Hüwener von Open Grid Europe bezeichneten den Hauptgegenstand dieser Veranstaltung, den Wasserstoff, als „bunt“. Und umgingen so die Verwendung der Bezeichnung „blau“ für den von einigen Akteuren kritisch bewerteten, mit diesem Adjektiv bezeichneten Wasserstoff.

Wettbewerb um Standort des H2-Zentrums

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zeigte sich in seiner Keynote hocherfreut über den Eingang von insgesamt 15 Bewerbungen für das vom BMVI angekündigte Technologie- und Innovationszentrum Wasserstofftechnologie für Mobilitätsanwendungen. Aus diesen sollen zunächst drei Kandidaten ausgewählt werden, um dann anschließend den Gewinner dieser Ausschreibung zu küren.

Spannend dürfte werden, ob die Entscheidung des CSU-geführten Verkehrsministeriums schließlich für die bayerische Bewerbung ausfallen wird oder die durchaus aussichtsreichen Anträge beispielsweise aus Berlin-Brandenburg, Chemnitz oder Duisburg eine reelle Chance bekommen. Bezüglich der Standortentscheidung des Bundesforschungsministeriums über den Sitz des deutschen Batterieforschungszentrums hatte es im Sommer 2020 erhebliche Querelen gegeben, als das im Wahlkreis von Ministerin Anja Karliczek liegende Ibbenbühren den Vorzug vor Ulm bekommen hatte (s. HZwei-Heft Okt. 2020).

Übergabe von drei Förderbescheiden

Scheuer nutzte die Veranstaltung zudem, um drei Förderbescheide für Vorhaben mit brennstoffzellenbetriebenen Nutzfahrzeugen zu überreichen. Fast 17 Mio. Euro händigte er an Prof. Achim Kampker vom SeLv-Projekt aus. Hinter SeLv verbirgt sich ein Firmenzusammenschluss, bestehend aus der Quantron AG und der AE Driven Solutions GmbH, einer Ausgründung der RWTH Aachen, in der auch die Neuman & Esser Group mitwirkt. Gemeinsam arbeitet das Konsortium an der herstellerunabhängigen Umrüstung von schweren Lkw auf Brennstoffzellenantrieb. Dafür soll ein modularer Antriebsbaukasten entwickelt werden (s. HZwei-Heft Okt. 2019).

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