HY4 erhält Permit to Fly

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HY4 mit Minister Hermann, Kallo und Schoefer (v. l.), © H2Fly

Ende 2020 erhielt die HY4 die Permit to Fly, die Erlaubnis für Testflüge, auch in Stuttgart. Walter Schoefer, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Stuttgart GmbH (FSG), nannte dies einen „tollen Meilenstein“ innerhalb dieses größten Förderprojekts, das je von der FSG unterstützt wurde. Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg und Vorsitzender des FSG-Aufsichtsrats, zollte Kallo und seinem Team während der HY4-Präsentation am 11. November am Stuttgarter Flughafen seinen Respekt für deren Engagement und Durchhaltevermögen.

In der aktuellen Version der HY4 befindet sich die inzwischen sechste Generation eines Brennstoffzellenantriebs, der insbesondere von Prof. Josef Kallo und seinem Team entwickelt wurde. Trotz widriger Umstände, bedingt unter anderem durch die Corona-Pandemie, gelang es dem Start-up H2Fly, am 6. November 2020 erfolgreich in Mariboa, Slowenien, abzuheben. Kallo schwärmte gegenüber HZwei: „Das System geht echt gut ab.“

Burckhardt

Dass die eigentlich bereits für Oktober 2020 geplanten Tests trotz Verzögerung durchgeführt werden konnten, war allein der Hartnäckigkeit von Kallos Team zu verdanken, das sich extra dafür drei Monate lang in Quarantäne begeben hatte. Trotz schlechter Wetterverhältnisse mit extremem Nebel und Sichtweiten von nur 300 Metern gelangen insgesamt 32 Starts innerhalb von vier Tagen – teils mit bis zu zwei Stunden Flugdauer.

„HY4 ist die Zukunft der Luftfahrt. […] Es zeigt, dass CO2-freie Luftfahrt schon heute möglich und machbar ist. Diese neue Art des Fliegens hat das Zeug dazu, die Mobilität nachhaltig zu verändern. […]  Machen Sie weiter so.“

HOW

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer per Videobotschaft

Insgesamt wurden vom BMVI bislang 17,3 Mio. Euro in mehreren Phasen in das Projekt investiert. Gegenüber dem ersten Flug der HY4 im Jahr 2016, bei dem zunächst „nur“ die generelle Funktionalität gezeigt wurde, ist die gesamte Sicherheitsarchitektur des Antriebssystems komplett überarbeitet worden. „Es wurde alles redundant ausgelegt“, so Kallo. Das wichtigste Ergebnis, so der Pilot, sei die Erkenntnis, dass es möglich sei, ein „System mit einer Leistung von etwa 1,5 MW zu bauen und einen 40- bis 50-Sitzer anzutreiben“.

Zunächst sollen jetzt aber Tests bis Mai 2021 in Stuttgart weitergeführt werden. Mit dem Antriebssystem der siebten Generation, die sich bereits im Labor befindet, möchte Kallo dann gerne 2022 erste Praxistests machen, um schließlich mit der achten Generation Airtaxen, die über einige hundert Kilowatt an Leistung verfügen könnten, in die Luft zu bringen. Mit diesen wären dann Flugzeiten von mehr als einer Stunde möglich, so dass nennenswerte Entfernungen zurückgelegt werden könnten. Noch vor Ende dieses Jahrzehnts könnte das Realität werden, hofft der Professor der Universität Ulm.

Gegenüber HZwei erklärte er: „Wir werden im ersten Hochskalierungsschritt die Komponenten und Systeme ausarbeiten. Parallel dazu arbeiten wir an den Integrationskonzepten. Das wird ca. drei Jahre dauern. Dann folgt die erste Integration für Funktionalität und Test im Flieger und danach die Qualifizierung. Leider dauert es so lange, weil weder die technischen noch die gesetzlichen Regularien vorhanden sind.“

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