Aufbruchstimmung beim Wasserstoff

Zum Thema Wasserstoff Aktien bzw. Wasserstoff an der Börse

Wasserstoff Ladestation von ITM Power
Solar-H2-Station © ITM Power

Der Börsenzug der Unternehmen, die sich mit dem Thema Wasserstoff und der Brennstoffzelle befassen, ist in voller Fahrt. Das lässt sich an den sehr positiven Kursturbulenzen der betreffenden Aktien gut ablesen. Bislang profitiert jede dieser börsennotierten AGs vom Anlauf des neuen Megatrends, aber wird das auch so bleiben? Wird die Börse neue Kriterien für einen Vergleich der verschiedenen Geschäftsmodelle, der allgemeinen Perspektiven, der Auftragsgenerierung, der Märkte und der Umsatz- wie vor allem auch Gewinnerzielungsperspektiven entwickeln? Wird sich – wie man salopp sagt – die Spreu vom Weizen trennen? Ich würde dies mit einem klaren Ja beantworten.

Für die hier beschriebenen Unternehmen gilt, dass wirkliche Nachhaltigkeit gegeben sein sollte und nicht nur eine Alibifunktion erfüllt wird oder eine Art Namedropping von Begrifflichkeiten erfolgt, um den Börsenkurs nach oben zu treiben. Nachhaltigkeit betrifft hierbei nicht nur die Recyclingfähigkeit, sondern auch die Produktion einer Brennstoffzelle oder eines Stacks bzw. Moduls sowie die eingesetzten Rohstoffe. Ist diese Nachhaltigkeit gegeben, dann wird es eine solche auch in der Entwicklung der Börsenkurse geben. Große Investoren, institutionelle Investoren, achten aktuell ganz besonders darauf, worin sie investieren. Die Mittel, die für diesen Bereich der ESG (Environment – Social – Governance) für Anlagezwecke zur Verfügung stehen, sind gewaltig und werden den Kursen dieser Unternehmen an der Börse weiterhin großen Auftrieb geben.

Große Unternehmen aus dem Bereich der Kfz-Zulieferindustrie, der Netzbetreiber, der Gasehersteller positionieren sich neu – verstärkt im Wachstumsmarkt Wasserstoff, indem sie Beteiligungen an Unternehmen eingehen, die über wichtiges Know-how verfügen und Schlüsselbereiche wie die Elektrolyse technologisch abdecken. Bei ITM ist ja Linde eingestiegen und jüngst der italienische Netzbetreiber Snam mit 33 Mio. Euro. Insgesamt will ITM wohl gut 165 Mio. Euro einsammeln. Mit über 2 Mrd. Euro Börsenwert ist das Unternehmen indes sehr gut bewertet. Wer auf Elektrolyseure setzen will, sollte da Ballard und Bloom näher ansehen.

Das ging schnell: Von circa 2 US-$ bis auf fast 11 US-$ intraday in wenigen Tagen und das alles mit enormem Volumen gehandelter Aktien von tageweise über 200 Mio. Stück bei FuelCell Energy. Für das Depot mit 50.000 Stück eine ideale Grundlage für sehr hohe Kursgewinne. Ich hatte ja in fallende Kurse hinein step by step nachgekauft, weil mich die BZ-Story sehr überzeugt. Dass es indes an der Börse gerade bei solchen Turbulenzen zu Gewinnmitnahmen kommt, steht für mich außer Frage, so dass ich mich erst in mehreren Tranchen von 30.000 Stück und dann von den letzten 20.000 getrennt habe – im Nachhinein zu früh, aber trotzdem okay.

Der Gegenwert floss in Bloom Energy, Ballard, Nikola Motors und weitere „neue“ Verkaufs-Optionsscheine von Tesla – Basis 600 US-$ per 17.12.2021 von Societe General. FuelCell Energy hat sehr gute Perspektiven, aber der Börsenkurs ist mir zu weit vorausgelaufen. Bei Bloom Energy und Ballard Power erwarte ich weitere nachhaltige Kurssteigerungen (beide als Ziel über 30 US-$ in 2021 im Kurs), da deren Geschäftsmodelle vollends überzeugen, mittelfristig ausgelegt sind und ein sehr großes Unternehmens- und späteres Gewinnwachstum versprechen. Nikola Motors sehe ich als Spekulation an, die sich auf den erfolgreichen Einsatz von Batterie und Brennstoffzelle in Nfz konzentriert. GM ist da nun raus, aber andere sollten diese Lücke fülle. Bei Tesla habe ich Zeit, auf den Kursrückgang zu setzen: Dezember 2021. Die Position dient mir auch als allgemeine Absicherung, sollten die US-Börsen mal in den Rückwärtsgang schalten, wobei dann vor allem solche Aktien unter Druck geraten, bei denen viele Anleger sehr hohe Buchgewinne angehäuft haben, die man dann in schwachen Börsenphasen realisieren kann oder könnte. Es kann dann sogar so kommen, dass Kursrückgänge in den BZ-Aktien mehr als ausgeglichen werden durch den Kursanstieg der Verkaufsoptionen und gleichermaßen bei Realisierung dieser als neues Kapital für den Zukauf der BZ-Aktien – in case – infrage kommen. Diese Strategie hat sich ja bereits Anfang 2020 ausgezahlt, und es spricht für mich vieles dafür, dass das auch in 2021 kommen könnte. Infos immer unter:  www.wikifolio.com – BZVision.

HOC

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 18.12.2020

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