eFarm-Projektstart in Bosbüll

eFarm
Eröffnung eFarm in Bosbüll

Trotz Schietwetters sind Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und zahlreiche Projektpartner am 7. Juli 2020 nach Bosbüll an die dänische Grenze gekommen, um eFarm in Betrieb zu nehmen.

Cummins

eFarm ist das nach Angaben von Initiator GP Joule „größte deutsche Wasserstoffmobilitätsprojekt“, in dessen Rahmen zwei H2-Tankstellen, zwei Brennstoffzellenbusse, sieben mobile H2-Speicher-Container sowie fünf Standorte mit je einem 225-kW-Elektrolyseur aufgebaut werden.

Die Laune war trotz des typisch norddeutschen stürmischen Wetters gut, als die versammelte Prominenz symbolisch per Scherenschnitt die Anlage inmitten eines Windparks offiziell in Betrieb nahm. Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, erklärte in der Eröffnungsrede: „Hier kann man sehen, wie unsere Wasserstoffstrategie perfekt umgesetzt wird – von der grünen Erzeugung mit Windkraft bis zur Erschließung umfassender Infrastruktur. Für eine sauberere und klimafreundlichere Mobilität. […] Andere sagen Wumms, ich sage Deutschland-Turbo.“

Insgesamt fließen 16 Mio. Euro in dieses Projekt (Förderquote 50 %), das wegweisend sein soll für die gesamte Bundesrepublik. Ziel ist, überschüssigen Windstrom für emissionsfreie Mobilität nutzbar zu machen und darüber auch mehr Akzeptanz sowohl für Windkraft- als auch für Wasserstoffanlagen zu schaffen.

Vom Landwirt zum H2-Hersteller
Bauherr ist John-Heinrich (Jonny) Ingwersen von der eFarming GmbH & Co. KG (s. HZwei-Heft Jan. 2019), die aus der 2017 gegründeten GPJ Energiepark 103 GmbH & Co. KG hervorging. Ingwersen war und ist Geschäftsführer unterschiedlicher Bürgerwind- und -solarparks in Bosbüll. In der Region gilt der Landwirt als Pionier, da er sich seit 1993 mit erneuerbaren Energien beschäftigt. Gegenüber HZwei erklärte er: „Das Projekt macht uns schon stolz.“

weiterlesen im HZwei Oktober-Heft

1 Gedanke zu “eFarm-Projektstart in Bosbüll

  1. Mit 50% Förderquote aus Steuergeld finden sich selbst für die unssinnigsten Projekte noch Befürworter. „Wasserstoffmobilität“ ist heute kein Thema und wird es bei aktuell >96% fossiler H2-Erzeugung noch viele Jahre nicht sein.
    Diekter Ersatz von fossilen Energieträgern in der Industrie durch grünen Wasserstoff ist vielfach sinnvoller /wirksamer.
    Vor allem aber sollte erst einmal die EE-Nutzung massiv ausgebaut werden, um überhaupt grünen Wasserstoff etablieren zu können. Dabei steht die Bundesregierung allerdings seit Jahren auf der Bremse – speziell bei der dezentralen Energieerzeugung.
    Dabei würde mit einer dezentralen Eigenversorgung die Chance auf Erzeugerüberschüsse und Netzkapazitäten für grünen Wasserstoff deutlich steigen!
    Aber Bürgerenergie ausbremsen und gleichzeitig grünen Wasserstoff feiern – das Konzept ist nicht tragfähig.

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