Bloom Energy – Kurzfristige Enttäuschung über Quartalsumsatz

Bloom Energy hat im dritten Quartal mit einem Umsatz von circa 200 Mio. US-$ enttäuscht. Erwartet waren 225 US-$. Indes konnte der Verlust massiv auf US-$ 12 Mio. bzw. einem Minus von 0,09 US-$ pro Aktie gesenkt werden. Erwartet war hier ein Minus von 0,16 US-$/Aktie. Sonderfaktoren haben den Verlust sogar auf 0,04 US-$/Aktie gedrückt. Nach dem Studium der schriftlichen Niederschrift der Telefonkonferenz sieht die Welt anders aus, als der aktuell schwache Börsenkurs erahnen lässt:

GAT-WAT

Das Unternehmen hat das dritte Quartal dazu genutzt, die Schuldensituation massiv zu verbessern. Im Einzelnen waren das die Umwandlung einer Wandelanleihe in Aktien, so dass aus Fremdkapital Eigenkapital wurde. Eine neue Anleihe „Green Bond“ wurde dazu genutzt, hochverzinsliche Anleihen zu tilgen. Bis Ende des Jahres wird eine letzte Anleihe mit hohem Zins getilgt. Das führt alles zu erheblich geringeren Zinskosten und hat die Bilanz wesentlich verbessert.

Über 504 Mio. US-$ liegen in der Bank, wobei hierin auch nicht frei verfügbare Kapitalbeträge – so genannter „restricted cash“ – enthalten sind. Sehr positiv ist der capacity factor in Höhe von 98,7 Prozent. Dieser Faktor stellt meines Erachtens die Auslastungsquote der Server da. Diese laufen also geradezu perfekt.

Naturkatastrophen wie Stürme (Hurricans) Waldbrände und Überschwemmungen haben wohl 41 Projekte/Systeminstallationen verhindert, wodurch der Umsatz im dritten Quartal beeinflusst wurde. Interessant die Nachrichten von der Know-how-Front: Man hat neue „Skids“ für Energieserver entwickelt, die – in meinen Worten – einfacher zu handhaben und einzubauen sind (Plug & Play). Bloom plant, massiv in die Produktionsvergrößerung (Kapazitäten) zu investieren. 50 bis 75 Mio. US-$ sollen fließen.

Demnächst – konkret am 18. November 2020 – werden neue Produkte und technologische Fortschritte vorgestellt, die mit Wasserstoff zu tun haben, u.a. neue Elektrolysetechnologie. Man kann gespannt sein. Und im Dezember soll es einen Investor Day geben, von dem ich mir auch manche gute Nachricht verspreche.

Der aktuelle Kursrückgang ist a) der allgemein schwachen Tendenz der US-Börsen geschuldet, b) der Enttäuschung über den Umsatz im dritten Quartal, c) eventuell den Verkäufen von Anlegern, die via Wandlung von Anleihen nun Aktien halten und diese wohl zum Teil verkauft haben und d) dem Einfluss der Shortseller. Nun gab es vorletzte Woche eine Kursexplosion von rund 15 US-$ bis auf 23 US-$, allerdings notieren wir jetzt bei 13 US-$. Eine für mich massive Übertreibung nach unten, zumal gerade Analysten Kursziele von 24 US-$ ausriefen. Für mich unverständlich, dass einem wesentlich geringeren Verlust weniger Aussagekraft gegeben wird als einem vorübergehend stagnierenden Umsatz, der zudem noch durch Sonderfaktoren beeinflusst war, die nur temporär von Bedeutung sind.

Klar ist: Bloom Energy ist einer der Hauptprofiteure der weltweiten Klimapakte mit der konzerneigenen BZ-Technologie. In anderen Worten: Schwache Kurse wie aktuell sind für mich immer Kaufkurse, wenn man mittelfristig denkt.

Nach den US-Wahlen, sollten die Demokraten gewinnen, wird die Börse das Potential massiver Investitionen in regenerativen Energien auch in den Aktienkurs von Bloom Energy einfließen lassen, so meine Prognose.

HOC

Risikohinweis
Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 31. Oktober 2020

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