Tesla – Battery-Day – war es das?

Der Battery-Day hat meines Erachtens nichts wirklich Neues gebracht. Ein neues Design und sehr gute Leistungsmerkmale der neuen Batterie 4680. Allerdings handelt es sich dabei um einen Prototyp. Bis es zur Produktion kommt, können zwei bis fünf Jahre vergehen, hat eine Professorin der University of California, San Diego, kommentiert.

Der Aktienkurs fiel danach von 500 US-$ bis auf 350 US-$ und hat sich anschließend wieder über 430 US-$ erhöht. Aber sind 380 Mrd. US-$ Unternehmenswert wirklich gerechtfertigt? Daimler Ex-Vorstandchef Zetsche merkte in einem Interview in der FAZ-Sonntagszeitung an, dass man – sinngemäß – Daimler und andere nicht in Relation zu Tesla unterschätzen sollte. Ich tue dasselbe, sehe aber eher massiv fallende Kurse als ein Weiter-so. Tesla selbst kündigte zwar einen Kleinwagen, den es für 25.000 US-$ zu kaufen geben soll, aber wann?

Andere Unternehmen wie General Motors arbeiten an Kosten, die unter 100 US-$ pro kW liegen werden. Der Wettbewerb der vielen neuen batteriegetriebenen Modelle nimmt enorm zu. So kommt zum Beispiel BYD mit dem HAN.

Die Verkaufszahlen sind raus: 139.300 Fahrzeuge wurden von Tesla im dritten Quartal ausgeliefert. Erwartet waren 136.000. 124.000 Einheiten gehen davon auf das Konto von Model 3, was zeigt, dass der Absatz von Model S und X immer geringer wird. Es sind aber gerade diese Modelle, mit denen meines Erachtens Geld verdient wird. 145.000 Einheiten wurden im dritten Quartal produziert. Interessant ist die Kursentwicklung der Aktie nach der Veröffentlichung der Zahlen am Freitagabend: die Aktie fiel um über 7 % bzw. um über 35 US-$, was zeigt, dass da Erwartungen nicht erfüllt worden sind. Nun werden die Quartalszahlen erwartet, die bis Ende Oktober zur Veröffentlichung anstehen. Wie hoch werden dieses Mal die Regulatory Credits/ZEV sein?

In BZVision bei wikifolio.com habe ich die Verkaufs-Optionen auf Tesla mit der Basis 300 US-$ und Laufzeit Dezember 2021 zu circa 3,30 Euro eingestellt, denn bis Ende 2021 wird so oder so noch viel im Kurs bei Tesla geschehen – und volatil ist die Aktie allemal.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 3. Oktober 2020

1 Gedanke zu “Tesla – Battery-Day – war es das?

  1. Ja, lieber Sven:
    Dass Du von Tesla „dauerenttäuscht“ bist, ist ja bekannt.
    Ebenso ist bekannt, dass der Kurs der Tesla-Aktie durch heutige Fundamentaldaten nicht zu rechtfertigen ist. Was also ist tatsächlich neu?
    Nichts.
    Außer dass es einen realistischen Plan für Kostensenkungen €/kWh bei Akkuzellen gibt, der in absehbarer Zeit sowohl die Anschaffungspreise, als auch den Herstellungsaufwand (ökologischer Fußabdruck /CO2-Rucksack) unter den der ICE fallen lassen wird.

    Den Plan sehe ich leider für die H2-Technologien nicht – erst recht nicht im Kfz.

    Der Markt /Absatz von batterieelektreischen Fahrzeugen geradezu exponentiell – während Toyota noch nicht einmal das (für die abgesagte Olympiade in Tokiyo angekündigte) Nachfolgemodell des Toyota Mirai herausgebracht hat. Natürlich kann Toyota den unwirtschaftlichen Mirai aus anderen Modellen dauerhaft querfinanzieren.
    Das kann Tesla halt nicht – aber dafür die Einnahmen aus Regulatory Credits/ZEV nutzen, um das weitere Wachstum zu finanzieren.

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