Grüne Gase als Geschäftsmodell

Götz
Manuel Götz, GF Schmack BioEnergie

Viessmann strukturiert neben dem Bereich Brennstoffzelle auch den Bereich rund um Biomethan um: Die neue Holding Schmack Bioenergie hat das Thema Biogas im Fokus und verstärkt auch die biologische Methanisierung. Noch in diesem Jahr startet in der Schweiz der Bau der ersten kommerziellen Anlage.

Dabei punktet die biologische Variante mit günstigen Effizienzwerten, geringer Anfälligkeit gegenüber Störstoffen und einem flexiblen On-off-Betrieb.

Das Allendorfer Unternehmen sieht sich im Geschäftsfeld Wasserstoff, Biomethan und Brennstoffzelle gut aufgestellt. „Alle drei Bereiche ergänzen sich im Energieszenario hervorragend“, sagt Alexander Dauensteiner, Product Line Owner Fuel Cells bei Viessmann. Dabei trifft man auf einen interessanten Markt. Denn erneuerbare Gase wie Wasserstoff und Biomethan werden künftig in allen Sektoren eine immer stärkere Rolle spielen, hat das weltweit agierende Unternehmen ausgemacht.

Einerseits seien die von der Bundesregierung vorgegebenen Klimaziele mit CO2-Einsparungen im Bereich von 60 bis 95 Prozent im Zielkorridor nur mit saisonalen Langzeitspeichern erreichbar. Zum anderen ergänzten sich Elektrolyseverfahren und der umgekehrte Prozess der Brennstoffzelle hervorragend: Muss erneuerbarer Strom gespeichert werden, wandelt die Elektrolyse diesen in erneuerbares Gas um. Sobald in den Anwendungen Strom benötigt wird, macht die Brennstoffzelle aus dem Gas wieder Elektrizität und gleichzeitig Wärme.

Mit Blick auf die vorhandene Infrastruktur zielt Viessmann mit der biologischen Methanisierung auf einen wichtigen Baustein auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Gesellschaft. „Das Gasnetz in Deutschland hat mit seinen Rohrleitungen und unterirdischen Kavernen eine Speicherkapazität von mehreren Monaten. Der mithilfe der biologischen Methanisierung erzeugte Energieträger lässt sich so über lange Zeit speichern und unabhängig vom Ort der Erzeugung zur Stromproduktion, zur Wärmeversorgung oder in Erdgasautos als klimafreundlicher Energieträger verwenden“, sagt Dauensteiner.

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Autor: Michael Nallinger

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