FuelCell Energy – mehr geht nicht

So schnell kann es gehen: Bestand noch vor wenigen Monaten das Risiko des Konkurses aufgrund dubioser Finanzierungspraktiken, so hat das tatkräftige Engagement einer erfolgreichen Unternehmensberatung eindeutig zur Wende zum Besseren geführt. In der Entwicklung des Aktienkurses kam es gar zu einer Kursexplosion von circa 0,13 US-$ bis auf über 4,00 US-$ (intraday) und – ausgedrückt im Unternehmenswert – gar von 40 Mio. US-$ bis auf 500 Mio. US-$, bis es durch den Börsencrash wieder auf 1,00 US-$ runterging.

Hier braucht es sicher auch noch seine Zeit, bis ein Mittelwert gefunden ist, der als Basis des Unternehmenswachstums gelten kann. Der sehr hohe Tagesumsatz in der Aktie von bis zu 150 Mio. Aktien lässt den Schluss zu, dass es sich noch um ein Eldorado für Zocker und Daytrader handelt und weniger für den strategisch denkenden Anleger. Aber das wird sich im positiven Sinne ändern, so meine Prognose, wenn institutionelle Anleger das Ruder übernehmen und langfristige Positionen aufbauen. Denkbar ist auch, dass ein Unternehmen wie FuelCell Energy einen an der Gesamtübernahme interessierten Großkonzern auf sich aufmerksam machen könnte – wie im Fall Hydrogenics, die ja von Cummins Engine übernommen worden sind.

Nun muss der neue Vorstand erst einmal klar Schiff machen, sich dem bestehenden Auftragsbestand widmen, neue Aufträge und Kunden generieren und vor allem das Unternehmen profitabel machen. Das Unternehmen meldet auch laufend Fortschritte wie mit dem BZ-Kraftwerk für Toyota in Kalifornien, wo man auch Wasserstoff für BZ-Fahrzeuge zu produzieren plant. Aus dem Venture mit E.ON Energy Solutions müsste auch mancher Großauftrag aus Europa in die Bücher von FuelCell fließen, wenn diese Kooperation Sinn haben soll.

Gute Aussichten

Eine gute Grundlage für wieder steigende Aktienkurse sind die Zahlen für das erste Quartal 2020 per 31. Januar: 16,1 Mio. US-$ Umsatz und ein um 51 Prozent verringerter Verlust in Höhe von 3,1 Mio. US-$ (Vorjahr: minus 15,2 Mio. US-$); pro Aktie ein Minus von 0,20 US-$. Indes muss man da die parallel zur Kapitalerhöhung ausgegebenen Warrants rechnerisch einbeziehen, da diese steuerlich erfasst sind: Non-cash charge von über 37 Mio. US-$. Bargeld in frei verfügbarer Form wie auch „restricted“ (projektbezogen) erreicht gesunde 73,9 Mio. US-$.

Zusätzlich stehen noch 120 Mio. US-$ aus der Kreditlinie des Großaktionärs Orion Capital Partners zur Verfügung. Der Auftragsbestand steht am Ende der Berichtszeit bei gut 1,36 Mrd. US-$, was einem Plus von über 130 Mio. US-$ entspricht. Ich denke, man hat da auch die Serviceverträge auf die jeweiligen Laufzeiten übertragen. Mein Fazit: Aktuelle Kurse sollten wieder als möglicher Einstieg gesehen werden, auch wenn das Unternehmen und seine Aktie sicherlich noch die Einstufung „hochspekulativ“ trägt, bis die Reorganisation Früchte trägt. Aber Kurse um 2 US-$-plus sind schnell in Reichweite, wenn die nächsten Quartalszahlen einen positiven Trend erkennen lassen, wovon ich ausgehe.

Risikohinweis
Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, verfasst am 19. März 2020

1 Gedanke zu “FuelCell Energy – mehr geht nicht

  1. Das tatkräftige Management hat „FuelCell Energy“ zu einer Wende zum Besseren geführt, während bei Tesla die Kursausschläge eindeutig als „echter Short-Squeeze“ zu identifizieren sind!
    Wo, wenn nicht hier bekommt man kritische Analysen zu H2-Unternehmen!
    🙂

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