Ballard – 2020/21 setzt das Wachstum ein

Randy MacEwen
Randy MacEwen

Vergessen Sie die Quartalszahlen bei Ballard Power in diesem Jahr. Die sind nur für Analysten wichtig. Der CEO hat bereits am Anfang des Jahres gesagt und kürzlich in einem Bloomberg-Interview unterstrichen, dass man dieses Kalenderjahr nutzt, um Kapazitäten unter anderem in China aufzubauen (Produktion der LCS-Stacks zusammen mit Weichai), sich zu positionieren, den zentralen Standort für Produktion und F&E in Vancouver zu stärken, den Personalbestand auszubauen und Pilotprojekte als Basis für Aufträge anzugehen.

Man wolle schließlich nicht nur in den kommenden zehn Monaten Weltmarktführer sein, sondern in den kommenden zehn Jahren.

So wird das Jahr 2019 nicht mehr als 100 Mio. US-$ Umsatz bringen und unter dem Strich noch „logische“ Verluste bescheren, die dem Investment in das Unternehmenswachstum (F&E) geschuldet sind. Indes kann Ballard all dies aus der Portokasse finanzieren, deren Bestand am Ende des dritten Quartals immer noch bei über 150 Mio. US-$ liegt. Die Börse nimmt all dies bereits voraus und antizipiert die Zukunft in sukzessiv steigenden Kursen.

Ballard ist das klare Schlüsselinvestment der Branche. Wie den Äußerungen von Vorstandschef Randy MacEwen auf dem Internationalen Hydrogen Symposium im Oktober 2019 in Hamburg zu entnehmen war, wird Ballard mit den LCS-Stacks ab 2020 ein sehr hohes Wachstum erzielen und einige Projekte unter anderem im Bereich von Schienenfahrzeugen mit Siemens und CRRC voranbringen (s. Interview). Nebenschauplätze wie der Konkurs des nordirischen Busherstellers Wrightbus konnten inzwischen positiv gelöst werden (s. S. 5). Die Stacks von Ballard für die 15 BZ-Busse in Aberdeen dürften nun wie geplant integriert und ausgeliefert werden.

Eine positive Lösung scheint jetzt auch in der Beziehung zu Guangdong Synergy möglich. Hier mussten ja Aufträge und Abnahmeverträge über 130 Mio. US-$ aufgehoben werden, da man wohl den Markt falsch eingeschätzt hatte. Dies könnte sich nun im positiven Sinne ändern, sollten erwartete Förderprogramme der chinesischen Regierung greifen.

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Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und Mid-Caps, d. h., es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting, Stand: Anfang Dezember 2019

1 Gedanke zu “Ballard – 2020/21 setzt das Wachstum ein

  1. „Dies könnte sich nun im positiven Sinne ändern, sollten erwartete Förderprogramme der chinesischen Regierung greifen.“
    Die aktuelle Befristung der BSZ-Förderprogramme in China auf Ende 2021 lässt diese Hoffnungen wohl platzen – man wird sehen. Wenn das Ministerium die überraschende Subventionskürzung mit ausbleibenden Fortschritten bei der Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie begründet, so deutet dies nicht auf einen Boom in China hin.

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