Elektromobilität ist doch mehr als nur batterieelektrisch

Fröhliches Miteinander in der Hydrogen Zone
Fröhliches Miteinander in der Hydrogen Zone, © Nicolas Rodet.

1969, also vor genau 50 Jahren, organisierten einige technikbegeisterte junge Visionäre das erste Electric Vehicle Symposium. Entsprechend würdevoll wurde das EVS32 vom 9. bis 12. Mai 2019 in Lyon in Anwesenheit der mittlerweile betagten, aber immer noch dynamischen Gründungsmitglieder gefeiert.

Heute gehört das Electric Vehicle Symposium zu den weltweit größten Veranstaltungen im Bereich der Elektromobilität und wird alle 12 bis 18 Monate jeweils auf einem anderen Kontinent veranstaltet. Nach Stuttgart (2017) und Tokio (2018) kamen in diesem Jahr über 7.000 Besucher aus 65 Ländern nach Frankreich. Hinzu kamen noch mehrere hundert Aussteller aus 30 Ländern. Auf dem Ride-&-Drive-Gelände konnten über 40 zwei- und vierrädrige Elektrofahrzeuge (inkl. Brennstoffzellenfahrzeugen) getestet werden, auf der Konferenz wurden weit über 300 wissenschaftliche Vorträge präsentiert.

Das EVS ist mittlerweile mehr als „nur“ eine wissenschaftliche Konferenz, denn der Markt ruft. Die Themenvielfalt auf der Tagung reichte von der neuesten Batterietechnik und Mobilität als Dienstleistung sowie autonomem Fahren über Ladeinfrastrukturen, Elektrifizierung des Antriebsstrangs auf Schiene und Straße, Komponenten- und Elektronikentwicklung, urbane Mobilität bis hin zum Wasserstoff. Dennoch: In allen Themenbereichen blieb das Electric Vehicle Symposium unübersehbar batterieelektrisch.

Mit Blick auf das Programm könnte man fast meinen, dem Wasserstoff wäre im Rahmen der „political correctness“ oder im Zuge der Integration von Minderheiten gerade noch ein Platz zugewiesen worden. Allerdings hat sich der Wasserstoff auf diesem Platz – ganz wie es seine physikalische Art ist – gut ausgebreitet. Ob dies nun gerade dem momentanen (nicht nur in Frankreich bemerkbaren) „Wasserstoff-Hype“ zuzuschreiben ist, sei dahingestellt.

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Autorin: Uta Mummert

1 Gedanke zu “Elektromobilität ist doch mehr als nur batterieelektrisch

  1. @Hydrogeit, /Uta Mummerz:
    Ich finde es immer wieder beachtlich, wie man es hier schafft, selbst ernüchternde Fakten positiv zu präsentieren.
    An genau einem (!) Punkt der vielfältigen Veranstaltung:
    Scientific Program:
    „TOPIC B – Electric Power Train – A Deep Dive – B5 : Fuel cell drive train, regenerative breaking and battery research“
    gab es ein Thema, welches noch Wasserstoff im Mobilitätssektor aufgriff. Egal ob dann bei:
    „TOPIC D – The Development of EV Charging / Infrastructure “
    „TOPIC E – EV Market Trends, Consumer Insight, And Strategies“
    „TOPIC F – Understanding E-Mobility From An Energy & Environmental Perspective “
    ooder bei letztlich bei:
    „TOPIC G – The Future of Mobility“
    – nirgends fand Wasserstoff / die BSZ-Technologie im mobilen Einsatz noch irgendeine Erwähnung. Den beschworenen Wasserstoff-Hype kann ich daher nicht wirklich erkennen und im Sektor elektrische Mobilität schon gar nicht. Vermutlich werden wir 2020 wieder ähnliches lesen, wenn Toyota zur Olympiade einige hochsubventionierte „Leuchtturmprojekte“ (H2-Busse) präsentiert.
    In der Realität scheint der Zug für Wasserstoff zumindest im Bereich Kfz längst abgefahren zu sein.
    Daimler veröffentlichte ein Arbeitspapier zu Ladestandards für Nutzfahrzeuge – bis 3MW :
    https://assets.ctfassets.net/ucu418cgcnau/5J81Ru4JDRMBk9GDh4Xv7O/88cff89a0a720999f42ab8202909ed53/04_-_Bus_and_Truck_Working_Council_June_2019_-_CharIN_HPCVCS_Task_Force_update_6.10.2019_Rustam.pdf

    Wenn es im Nutzfahrzeugbereich wie bei elektrischen PKW (800V-Technik) einen neuen technischen Standard gibt, wird das Fenster für für mobile H2-Anwendungen noch kleiner.

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