Selbstversuch: Kauf eines Brennstoffzellen-Heizgeräts

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Was tun, wenn die Heizung streikt? Klar, den Heizungsinstallateur anrufen. Aber was ist, wenn der sagt, die Reparatur des 22 Jahre alten Gaskessels lohnt nicht mehr? Welche Heiztechnik ist zeitgemäß und bezahlbar? Soll es eine Brennwerttherme sein oder doch lieber eine Brennstoffzellenheizung? Wo finde ich darüber Informationen? Wer kann mich beraten? Fragen über Fragen! HZwei hat aus gegebenem Anlass einen Selbstversuch unternommen. Der vorliegende Bericht darüber gibt Antworten.

Das Ende der Gasheizung kam nicht wirklich überraschend: Bereits vor einigen Jahren, als sich die Störfälle der Heizung häuften, hatten wir glücklicherweise einen Wartungsvertrag mit dem Gerätehersteller abgeschlossen. Seitdem wurden schon etliche Komponenten (Dichtungen, Zünder usw.) ausgetauscht. Und dann, pünktlich zur kalten Jahreszeit, stieg die Steuerung mehrmals täglich aus, so dass die Heizung nur noch notdürftig lief. Damit stand fest: Eine Alternative muss her.

Hydrogenics

Zunächst beauftragte ich den Installateur, der mir die traurige Nachricht vom nahenden Ende des Aggregats überbracht hatte, er möge mir doch bitte ein Angebot für eine neue Brennwerttherme zuschicken. Er versprach, die Anfrage hausintern weiterzuleiten. Viele Alternativen könne er jedoch nicht anbieten: Mit Brennstoffzellen kenne er sich nicht aus, und Wärmepumpen seien aufgrund der niedrigen Vorlauftemperatur ohne Fußbodenheizung ungeeignet. Ich beschloss also, mich anderweitig kundig zu machen.

Unübersichtliches Online-Angebot

Die erste spontane Recherche hinsichtlich Brennstoffzellen über das Internet war nicht sonderlich ergiebig. Es gibt vorrangig allgemeingültige Informationen über BZ-Heizgeräte, über deren Funktionsweise und die chemischen Vorgänge innerhalb eines Stacks. Was aber den Hauseigentümer in solch einer Situation viel mehr interessieren würde, wäre beispielsweise eine Übersicht, auf der unterschiedliche Heizungstypen mit möglichen Einsatzgebieten sowie Vor- und Nachteilen inklusive Preisen aufgeschlüsselt wären. Oder ein Online-Rechner, der die finanzielle Belastung durch eine Gasbrennwerttherme und ein BZ-Heizgerät gegenüberstellt.

Ich schaute auf die neue Internetpräsenz der Initiative Brennstoffzelle (IBZ): Dort gibt es schöne Werbefilmchen und erste Informationen über BZ-Heizgeräte sowie deren Hersteller. Nach etwas Suchen fand ich auch Details der derzeit angebotenen Modelle. Die früher einmal von der IBZ angebotene Übersicht gab es aber anscheinend nicht mehr. Also holte ich das HZwei-Heft vom Oktober 2016 mit der darin enthaltenen Tabelle inklusive Gerätekenndaten, Abbildungen und Preisen hervor.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich jedoch einiges getan: Vaillant ist inzwischen aus der Brennstoffzellentechnik ausgestiegen, und Elcore wurde mittlerweile von Freudenberg übernommen. Trotzdem schrieb ich Freudenberg an. SOLIDpower kam in meinem Fall mit seinem BlueGen ebenso wenig in Frage wie inhouse engineering mit der inhouse5000+, da beide Geräte vorrangig für Mehrfamilienhäuser oder Gewerbeunternehmen konzipiert sind.

Weiterlesen im HZwei Januar-Heft

7 Gedanken zu “Selbstversuch: Kauf eines Brennstoffzellen-Heizgeräts

  1. Ich schätze bis es für den normalen Einfamilienhaus-Besitzer eine reizvolle Lösung gibt werden nochmal mindestens zwei Jahre vergehen. Leider.

  2. Ich war auf der ISH und habe einige Stände mit Brennstoffzellentechnologie besucht. Die Kosten für Strom aus Gas liegen demnach bei ca. 5-6cent pro kwh. Aber ohne Abschreibung auf das Gerät. Aber alles was ich nicht ausgebe, muss ich auch nicht erst verdienen und zuerst Steuern davon zu bezahlen. Also immer Win-Win.

  3. Ja, im stationären Einsatz (wo die Brennstoffversorgung eben nicht über 700bar-Druckflaschen erfolgen muss) könnte eine (Erdgas-)BSZ durchaus Sinn ergeben. Nur scheint es da auch noch nicht wirklich marktfähig /wirtschaftlich zu sein.

    Hier wäre m.M.n. ein Einsatzgebiet für die BSZ und statt Millionen für den untauglichen mobilen Einsatz zu verschleudern (H2-Tankstelle Hamburg Hafenviertel: 5,7Mio.€ Subventionen!) sollte mehr in dieses zukunftsträchtige Gebiet investiert werden.

  4. Gerne können wir zusammen einen Artikel über optimale Angebote für Gewerbekunden machen.
    Meine Firma arbeitet seit ca. 6 Monaten an einem Vertriebskonzept für Brennstoffzellen BHKW für Kleingewerbe und kommt jetzt auf Renditen zwischen 6-10% für den Kunden.
    Wichtig ist, dass man mit der Anlagenkapazität den Grundlastverbrauch des Kunden abdecken kann, ebenfalls müssen die Einbaukosten im Rahmen bleiben.
    Auf gar keinen Fall darf man den Kunden mit der Antragstellung an die KFW alleine lassen – dafür haben wir jetzt ein halbes Jahr geübt um alles sauber abzuwickeln.
    Handwerker, die nur gelegentlich Brennstoffzellen anbieten müssen leider den Mehraufwand voll berechnen und sind daher leider oft zu teuer.

    Brennstoffzellen passen eben nicht überall – bei richtiger Planung ist die Rendite jedoch höher als bei PV Anlagen.

    • Guten Morgen Herr Bagnaresi,
      Der Ton ihrer Aussage ist ganz schön unfreundlich. Vielleicht können Sie Ihre Kritik erstmal begründen und vor allem netter formulieren.
      Danke und Herzliche Grüße
      RS

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