Die letzte Meile mit dem MovR

Rytle
Neues Mobilitäts- und Transportkonzept, © Rytle

Während der diesjährigen Hannover Messe hatte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen Prototyp gezeigt. Jetzt gibt es konkrete Planungen, das wasserstoffbetriebene Lastenfahrrad tatsächlich auf die Straße zu bringen. Das Start-up Rytle GmbH, das bislang rein batteriebetriebene Räder vom Typ MovR einsetzte, plant ab diesem Herbst den Test von Brennstoffzellenfahrzeugen. Zur IAA Nfz gab es eine weitere Entwicklungsstufe zu sehen.

Das DLR hatte speziell für solche Anwendungen ein neuartiges Brennstoffzellenmodul entwickelt, das nach eigenen Angaben vergleichbaren Batterielösungen überlegen ist: höhere Reichweite und doppelte Lebensdauer bei vergleichbaren Kosten. Dieses Modul soll nun im Rahmen einer Ausgründung verwendet werden, um ein neues Logistikkonzept in die Anwendung zu bringen. Kernpunkt dabei ist, dass damit auch schwere Lasten, die bislang nur per Auto transportiert werden konnten, schneller und flexibler, gleichzeitig aber auch emissionsfrei und leise befördert werden können.

Das sogenannte Fuel Cell Power Pack (FCPP) verfügt sowohl über eine Brennstoffzelle, die dauerhaft 300 bis 500 Watt leistet, als auch über einen kleinen Lithium-Ionen-Akku, der bei Spitzenlasten zugeschaltet wird. Schneller Kraftstoffnachschub (Befüllen oder Austauschen des Metallhydridtanks) sowie Kaltstartfähigkeit ermöglichen einen ganztägigen Betrieb in mehreren Schichten auch im Winter, erklärte Dr. Mathias Schulze vom DLR. Sein Kollege Dr. Christian Rudolph ergänzte: „Der Anwendungsfokus liegt auf der sogenannten letzten Meile, also der Strecke zwischen Verteilzentren und Kunden. Immer mehr kleine Sendungen müssen immer schneller an dezentrale Empfänger verteilt werden.“

Das DLR-Ausgründungsprojekt FCPP wurde im Juli 2018 von der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren ausgewählt, als eines von insgesamt sechs innovativen Geschäftsideen, die im Förderprogramm Helmholtz Enterprise umgesetzt werden sollen.

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