USA: Mehr FuE-Gelder als erwartet

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Alternative Tankstellen in den USA, © DOE

Nikola, der Entwickler von Klasse-8-Lastwagen mit Brennstoffzellen-Range-Extender, hat einen Auftrag von Budweiser über 800 Einheiten vermeldet und zudem Tesla Motors wegen Patentrechtsverletzungen auf 2 Mrd. US-$ verklagt. Nikolas Meldung sorgte für so viel Aufmerksamkeit, dass auch Federal Express eine Mitteilung über den Erhalt eines Brennstoffzellen-Lieferwagens herausgab.

Die Wahl des Firmennamens (Nikola ist der Vorname des Erfinders Tesla) zeigt einen gewissen Sinn für Humor und diese „Das-hat-gesessen“-Haltung scheint dem Unternehmen Spaß zu machen. Tatsächlich ist dieser Kampf eine Herzensangelegenheit für den Wasserstoffsektor.

Der spektakuläre Wall-Street-Erfolg von Teslas CEO, Elon Musk, hat diesen zum Liebling der Meinungsführer unter Kaliforniens Umweltaktivisten gemacht. Das wirkt sich auch auf die einflussreichen Umweltorganisationen im Nordosten der USA aus, die dem Wasserstoff ohnehin eher skeptisch gegenüberstanden. Aber die Marktkräfte verschieben sich derzeit, und es scheint, dass für schwerere Fahrzeuge ein Wechsel zugunsten von Brennstoffzellen eintreten könnte, so dass Marktanteile gewonnen werden. Dadurch erhält die Brennstoffzellentechnik auch mehr Respekt von Nichtregierungsorganisationen und finanzielle sowie andere Unterstützung von Regierungsseite.

Das US-Energieministerium DOE hat derweil seine Datenbank für das Laden und Betanken von Fahrzeugen mit alternativen Kraftstoffen aktualisiert und eine interaktive Karte erstellt. Im Moment überwiegt bei weitem die Anzahl der grünen Batterieladestationen. Bis die H2-Standorte nachziehen, dürfte es noch eine Weile dauern.

Das DOE ist zudem aktuell bemüht, ein eher ungewöhnliches Problem zu lösen: Es werden mehr FuE-Gelder im Geschäftsjahr 2018 vorhanden sein, als erwartet. Niemand außer überaus optimistischen Enthusiasten konnte bislang davon ausgehen, dass der US-Kongress 102 Mio. US-$ bewilligt, über 30 Mio. US-$ mehr, als das Repräsentantenhaus oder der Senat beiseitegelegt haben. Dies dürfte einflussreichen Freunden in hohen Positionen gedankt sein.

Währenddessen gibt es immer noch große Lücken in der Führungsstruktur des DOE, auch 18 Monate nach Start der Trump-Administration, was darauf hindeutet, dass der derzeitige Status bis zur Wahl im November 2018 andauern wird. Dies bewirkt zwar eine gewisse Verunsicherung im System, aber Bürokratien sind hart.

www.afdc.energy.gov/fuels/electricity_locations.html#/

Autor: Robert „Bob“ Rose

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