Aus ACTA wird Enapter

Sebastian-Justus
Sebastian-Justus Schmidt

Über den Werdegang des Berliner Brennstoffzellenunternehmens Heliocentris und die Übernahme der deutschen Standorte wurde in der HZwei bereits mehrfach berichtet (s. Hefte Jul. 2017 und Jan. 2018), ebenso wie über das Comeback von FutureE und das Coming-out von Home Power Solutions. Aber was ist mit der italienischen Tochterfirma passiert? HZwei sprach darüber mit Sebastian-Justus Schmidt, dem neuen Eigentümer des Ablegers in der Toscana.

HZwei: Sehr geehrter Herr Schmidt, angefangen hat es in Pisa ja mit ACTA. Bitte schildern Sie doch zunächst einmal, was aus diesem italienischen Unternehmen wurde.

Schmidt: Die Firma ACTA S.p.a. (später Heliocentris Italien, heute Enapter) ging zunächst 2004 im Börsensegment Alternative Investment Market (AIM) in London an die Börse. Ende 2014 führte ein verlorenes Gerichtsverfahren zu finanziellen Aufwendungen in Höhe von 1,35 Mio. Euro – zusätzlich zu dem bereits negativen Vorergebnis, was das Unternehmen dazu brachte, Insolvenz anmelden zu müssen (Concordato, italienische Version von Kapitel 11 in den USA). Von der Gründung bis dahin hatte die Firma insgesamt mehr als 35,9 Mio. Euro integrale Kapitalrücklagen von AIM und von verschiedenen anderen Investitionen verloren.

HZwei: Womit beschäftigten sich die Italiener denn bis dahin?

Schmidt: ACTA hatte mit einem kleinen Chemietechnik-Team begonnen, Brennstoffzellen zu entwickeln. Im Jahr 2007 wechselte die Ausrichtung allmählich zur Entwicklung von alkalischen Elektrolyseuren. Die ersten Ergebnisse waren vielversprechend, und die Unternehmensführung beschloss 2010, sich ausschließlich auf Elektrolyseure zu konzentrieren. Im Jahr 2011 lieferte ACTA die ersten Elektrolysegeräte an einige Institute und unterzeichnete eine Vertriebsvereinbarung mit der Heliocentris AG.

HZwei: Zunächst lief die Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen auch ganz positiv.

Schmidt: Ja, nach der Insolvenz von ACTA baute die Heliocentris AG zur Unterstützung die Tochtergesellschaft Heliocentris Italy auf, die zunächst die Assets von ACTA ein Jahr lang mietete. Anfang 2015 erwarb Heliocentris Italy dann das gesamte Vermögen und unterzeichnete eine entsprechende Vereinbarung mit der Insolvenzverwaltung.

HZwei: Was passierte dann?

Schmidt: Im Oktober 2016 ging die Heliocentris AG selbst in Konkurs. Inabata, die japanische Handelsgesellschaft, die sowohl mit ACTA als auch mit Heliocentris im Geschäft stand, hatte sich allerdings zuvor ein Floating-Darlehen mit einem Minderheitsbeteiligungspaket von Heliocentris Italy gesichert. Deswegen wurden nach dem Konkurs der Heliocentris AG entsprechende Aktienanteile an Inabata übertragen.

HZwei: Bei der angeblichen Rettung durch Odasco kam es dann aber zu Problemen, richtig?

Schmidt: Im Januar 2017 schloss der Insolvenzanwalt der Heliocentris AG eine Vereinbarung mit Odasco, Dubai. Der arabische Konzern gründete das Unternehmen Odasco Heliocentris Europe mit offiziellem Sitz in Düsseldorf und übernahm auch die Kontrolle über Heliocentris Italy. Odasco Heliocentris brachte einige Wochen frisches Kapital herein, …

link-to-hzwei-web

Schreibe einen Kommentar