Deutsche Autobauer liegen zurück

SchaufensterDie HZwei hat in den Jahren 2013 bis 2016 regelmäßig umfangreich über all die verschiedenen Projekte informiert, die im Rahmen des Programms Schaufenster Elektromobilität deutschlandweit durchgeführt wurden. Parallel zu diesen insgesamt 145 Vorhaben gab es eine Begleit- und Wirkungsforschung (BuW) zur Koordination, Auswertung und Veröffentlichung der Ergebnisse. Das Resultat daraus ist ein 322 Seiten umfassender Abschlussbericht.

Darin bemängeln die Autoren, dass „das Marktangebot an Elektrofahrzeugmodellen die Wünsche potenzieller Kunden insgesamt noch unzureichend abdeckt“. Weiter heißt es: „Die deutschen Hersteller fokussieren sich auf Plug-in-Hybridfahrzeuge, während sie in der beliebten Mittelklasse noch gar keine reinen Elektroautos anbieten.“ Beim Infrastrukturaufbau halten die Wissenschaftler den „raschen Aufbau von Schnellladestationen entlang von Autobahnen und Fernstraßen für unerlässlich“. Der Bedarf im Jahr 2020 wird auf 36.000 öffentlich zugängliche Normallade- und 7.000 öffentlich zugängliche Schnelllade-Punkte veranschlagt. Demgegenüber gab es 2016 erst 5.836 Normal- und 153 Schnellladepunkte. Kritisiert wird zudem, dass „bislang in Deutschland nachhaltige Geschäftsmodelle für den Betrieb von Ladeinfrastruktur fehlen“.

Bei der Betrachtung der aktuellen Marktsituation sehen die Fachleute die Bundesrepublik nicht unbedingt an vorderster Front: „Auf dem Weltmarkt für Elektrofahrzeuge liegen die deutschen Autobauer derzeit hinter den Firmen BYD, Tesla, Mitsubishi und Nissan noch deutlich zurück. Es ist zu erwarten, dass sich in den nächsten Jahren des Markthochlaufs die volkswirtschaftlichen Strukturen noch nicht nennenswert verändern werden.“ Als Empfehlung gibt das Institut aus, E-Autos kurzfristig vorrangig im Gewerbesegment und beim Car-Sharing anzubieten. Mittelfristig seien in der Automobilindustrie „starke Umstrukturierungen zu erwarten“, so dass sich „der Anteil von Elektrofahrzeugen auf dem Weltmarkt zwischen 2020 und 2030 voraussichtlich von neun auf 31 Prozent erhöhen wird“. Und weiter: „Der disruptive Charakter der Transformation hin zur Elektromobilität kann einerseits KMUs und Start-ups neue Chancen bieten, wird sich andererseits jedoch voraussichtlich negativ auf Zulieferer aus der Metallverarbeitungsbranche auswirken.“ In punkto Sicherheit sind sich die Experten weitgehend einig, „dass Elektrofahrzeuge nicht unsicherer sind als Verbrennerfahrzeuge“.

Download: www.hydrogeit.de/Schaufenster_Abschlussbericht.pdf

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