Jetzt ist auch Odasco Heliocentris Pleite

odascoGerade mal knapp über ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Rettung von Heliocentris als gescheitert bezeichnet werden konnte. Nachdem der Arbeitsbetrieb sowohl in Wendlingen als auch in München im Laufe dieses Sommers quasi eingestellt worden war, hatte die ODASCO Heliocentris Europe GmbH am 3. August 2017 den Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahren eingereicht, dem am 1. September stattgegeben wurde.

Verantwortlich für die Insolvenzverwaltung zeichnet der Düsseldorfer Anwalt Dr. Jan-Philipp Hoos von der White & Case Insolvenz GbR. Gemeinsam mit dem Berliner Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus, dem Verwalter der vorausgegangenen Heliocentris-Insolvenz, versucht Hoos derzeit, die aktuelle Gemengelage zu organisieren.

Die Vermögenswerte des Standorts in Wendlingen hat mittlerweile Hartmut Kordus übernommen. Dies teilte er selbst der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Community während der Veranstaltung Marktplatz Zulieferer am 20. September 2017 in Berlin mit. Kordus, den HZwei in Sydney erreichte, betreibt die adKor GmbH in Wildau sowie ein Ingenieurbüro in Zeuthen bei Berlin. Als Elektrotechniker mit besonderer Ausrichtung auf Telekommunikation und regenerative Energien ist er unter anderem mit der Planung und dem Bau von Mobilfunk-Anlagen beschäftigt, einem Bereich, in dem Heliocentris beziehungsweise Odasco Heliocentris über umfassendes Know-how verfügten.

Nachdem zuvor etliche Know-how-Träger das Brennstoffzellenunternehmen verlassen hatten, scheint ein wirtschaftlicher Betrieb nicht möglich gewesen zu sein. Ehemalige Mitarbeiter hatten bereits frühzeitig gegenüber HZwei angedeutet, dass bei ODASCO kein neues Geschäftskonzept erkennbar gewesen sei. Eine grundlegende Neuausrichtung der Unternehmensaktivitäten blieb daher aus, so dass nicht wirklich von einem Neuanfang die Rede sein konnte.

Im Laufe der Monate war es dadurch zu Zahlungsengpässen gekommen, woraufhin es zu Arbeitsniederlegungen und Kündigungen gekommen sei, so hieß es. Von den zuletzt 16 Mitarbeitern in Wendlingen seien zwar einige übernommen worden, die Zukunft der 12 Kollegen in München ist derzeit allerdings noch ungewiss.

Wie HZwei ausführlich berichtet hatte, war die Vorläufergesellschaft, die Heliocentris Energy Solutions AG, Ende 2016 insolvent gegangen. Für zahlreiche Mitarbeiter in Berlin war dies das Aus gewesen. Der Standort des ehemaligen Unternehmens FutureE in Wendlingen war daraufhin m

it wesentlichen Wirtschaftsgütern an eine Tochtergesellschaft der Odeh Asalem Automation Systems (ODASCO LLC) mit Sitz in Dubai verkauft worden, woraus dann die ODASCO Heliocentris Europe GmbH entstanden war. Die ehemalige P21 GmbH in München firmierte seitdem unter gleichem Namen als zweiter Standort. Dessen Zukunft ist derzeit noch ungewiss. Teile davon könnten allerdings ebenfalls demnächst verkauft werden.

Ursprünglich hatte nach der Heliocentris-Insolvenz auch der Standort in Pisa, an dem Heliocentris 80 % der Anteile hielt, an ODASCO übertragen werden sollen, aber da der vereinbarte Betrag nur zu zwei Dritteln an den Insolvenzverwalter Voigt-Salus übertragen wurde, platzte allem Anschein nach die Rechteübertragung, auch wenn die ODASCO Heliocentris Italy srl auf der Firmen-Homepage nach wie vor als reguläres Tochterunternehmen ausgewiesen wird. Die ehemalige Elektrolyseurhersteller Acta S.p.A. in Pisa hatte seinerseits im Dezember 2014 ein gerichtliches Ausgleichsverfahren beantragt und war dann von Heliocentris gerettet worden. Aktuell suchen italienische und deutsche Insolvenzverwalter nach geeigneten Interessenten, die das Geschäft weiterführen möchten.

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