Viel los bei GP Joule, thyssenkrupp, Siemens

H-Tec
ME 100/350 von H-Tec Systems

GP Joule engagiert sich derzeit in mehrfacher Hinsicht extrem stark im Energiespeichersektor – sowohl auf Projekt- als auch auf Marketing- und Politebene: Auf der Messe war das Unternehmen aus Reußenköge gleich mit vier Ständen sowie mehreren Elektroautos vertreten, und alle Mitarbeiter liefen in einheitlichen hellgrauen Sneakern umher. Mitte Mai 2017 eröffneten die Geschäftsführer Gärtner und Petersen zudem eine neue Filiale in Berlin.

GP Joules Tochterfirma, das Lübecker Unternehmen H-Tec Systems, stellte auf der Hannover Messe PEM-Elektrolyseure vor, für die zeitgleich offiziell der Vertrieb startete. H-Tecs Container-Lösung, auf die eine vierjährige Leistungsgarantie gewährt wird, verfügt über eine wirksame Membranfläche von 400 cm2, einen Ausgangsdruck von bis zu 30 bar und eine elektrische Leistung von 225 kW. „Perspektivisch können so die spezifischen Kosten der Umwandlung von Strom in Wasserstoff auf bis zu 2 Cent pro kWh in naher Zukunft gesenkt werden“, so hieß es.

Auch der ehemalige Geschäftsführer von H-Tec, Stefan Höller, war als Gast auf dem Gemeinschaftsstand anwesend. Er berichtete HZwei, dass er sich mit einem Start-up selbständig gemacht habe: Hoeller Electrolyzer GmbH. Nach der Übernahme von H-Tec durch GP Joule war sein Ausscheiden zwar bereits Ende 2015 beschlossen worden, allerdings verließ er erst Ende 2016 das norddeutsche Unternehmen. Gleich darauf gründete er im Dezember 2016 seine neue Beratungsfirma – ebenfalls in Lübeck. Sein Ziel ist, gemeinsam mit interessierten Anlagenbauern dazu beizutragen, dass insbesondere die Windkraftanlagen, deren vorgegebene Förderungslaufzeiten zum Ende des Jahrzehnts auslaufen, für die Produktion von Wasserstoff herangezogen werden.

thyssenkrupp und Siemens

Alle bisher benannten Firmen (s. Vorstoß in den Elektrolyse-Megawatt-Sektor) waren auf dem Gemeinschaftsstand Wasserstoff + Brennstoffzellen + Batterien vertreten. Gleich daneben in Halle 27 lag der Gemeinschaftsstand von Nordrhein-Westfalen, an dem ein weiteres Elektrolyseurunternehmen ausstellte: thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers GmbH. Die in Dortmund ansässige Abteilung des Großkonzerns zeigte eine Großzelle, wie sie in der industriellen Elektrolyse zum Einsatz kommt, und verwies darauf, dass das Unternehmen auf Erfahrungen von weltweit über 600 Elektrolyseuranlagen mit mehr als 10 GW zurückblicken kann.

Auch Gabriele Schmiedel, Leiterin der Geschäftseinheit Hydrogen Solutions der Siemens AG, machte in Hannover auf dem Firmenstand unzweifelhaft deutlich, dass in großen Dimensionen gedacht werden muss. Während im Energiepark Mainz noch der Prototyp des Silyzer 200 installiert wurde (s. HZwei-Heft Okt. 2015), ist seit Herbst 2016 in Hassfurt die kommerzielle Version des Silyzer 200 mit 1,25 MW in Betrieb. Vier Aggregate mit zusammen 5 MW befinden sich zudem derzeit in Norddeutschland bei einer Raffinerie im Aufbau. Und die neue Gerätegeneration Silyzer 300 mit 6 MW soll in Linz, Österreich, direkt in einer Stahlfabrik aufgebaut werden (s. H2-Pilotanlage für die Stahlindustrie). Ab 2020 soll dann in den Bereich von über 100 MW vorgestoßen werden, so Schmiedel.

Der Wasserstoff aus Mainz und Hassfurt wird für Greenpeace Energy erzeugt, die ihn ins Gasnetz einspeisen und als proWindgas vertreiben. Der Energieversorger steigerte die H2-Produktionsmenge (einschließlich dem Standort in Prenzlau) von 2016 bis 2017 von 989 auf voraussichtlich rund 2.600 MWh. Vorstand Nils Müller sagte: „Ökologisches Windgas könnte noch viel erfolgreicher sein, doch wir werden bis heute durch unfaire Markthindernisse gebremst.“

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