DWV: Gleichstellung von grünem Wasserstoff

Positionspapier
Diwald übergab Šefčovič (l., r.: Chatzimarkakis) das Positionspapier

Der Deutsche Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband e. V. hat am 30. März 2017 in Berlin einen parlamentarischen Abend abgehalten. Politiker und Industrievertreter trafen sich direkt neben dem Brandenburger Tor in der Französischen Botschaft, die bereits vor drei Jahren zu einem vergleichbaren Treffen eingeladen hatte. Inhaltlich ging es um den Wirtschaftsfaktor Wasserstoffmobilität, wobei dieses Mal neben den vieldiskutierten Straßenfahrzeugen auch insbesondere Eisenbahnen, Flugzeuge und Schiffe berücksichtigt wurden.

Seitens der Französischen Botschaft wurde über konkrete Wasserstoff- und Brennstoffzellenprojekte in der Republik berichtet, so zum Beispiel über das Hype-Projekt, bei dem derzeit zwölf Brennstoffzellenautos im Taxibetrieb erprobt werden, sowie über das navHybus-Vorhaben, bei dem jährlich 80.000 Passagiere mit Hilfe von Wasserstoff im Pendelverkehr über einen Fluss befördert werden.

„Ich bin davon überzeugt, dass Wasserstoff noch einen wichtigen Beitrag für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende erbringen wird.“

Bernd Westphal (MdB), wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion

„Ohne Wasserstoff macht der Ausbau erneuerbarer Energien eigentlich keinen Sinn mehr.“

Werner Diwald, DWV-Vorsitzender

„Wasserstoff wird ein Erfolg sein, wenn wir attraktive Lösungen anbieten können.“

Guillaume Larroque, Tankstellendirektor Total Deutschland

„Auf absehbare Zeit wird die batteriebetriebene Elektromobilität nicht so weit sein, alle Fahrzeuge versorgen zu können.“

Norbert Barthle, BMVI-Staatssekretär

Die politischen Vertreter, von denen etliche zwischendurch zu einer namentlichen Abstimmung in den Reichstag enteilten, sprachen den Anwesenden mehrheitlich ihre Unterstützung aus. So erklärte Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, dass sein Chef Alexander Dobrindt ein „großer Freund von Wasserstoff“ sei. Zudem hob Barthle nochmals das NIP 2 hervor, das bis 2019 mit 247 Mio. Euro die Markteinführung von Anwendungen mit Wasserstoff und Brennstoffzelle erleichtern soll. Ein erster Aufruf zur Einreichung von Fördervorhaben betrifft gezielt Brennstoffzellenfahrzeuge im Linienverkehr des ÖPNV und in Fahrzeugflotten sowie die benötigte Betankungsinfrastruktur. Der Staatssekretär kündigte weiterhin an: „Es werden weitere Förderaufrufe kommen. Sie dürfen gespannt sein.“ Gleichzeitig mahnte er jedoch an, dass der Umstieg von den Verbrennungs- zu den Elektromotoren „weich geschehen“ müsse. Nach seiner Auffassung „wird der Diesel auch in 20 Jahren eine Berechtigung haben, insbesondere im Schwerlastbereich“.

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DWV-Positionspapier

Maroš Šefčovič, der Vize-Präsident der Europäischen Kommission für die Energieunion, nahm sich während der Hannover Messe rund zwanzig Minuten Zeit, um mit Industrievertretern über den Einsatz von grünem Wasserstoff bei der Energiewende zu diskutieren. Nach dem Gespräch auf dem Stand der NOW GmbH übergab der DWV gemeinsam mit Unternehmensvertretern ein Positionspapier der Industrie, in dem die Europäische Kommission aufgefordert wird, über eine Gesetzesänderung zu beraten. Konkret geht es um eine kurzfristige Anpassung der geltenden europäischen Normen und Richtlinien (vor 2020), damit auch „erneuerbare Gase oder Flüssigkeiten nicht biogener Herkunft (grüner Wasserstoff) in Raffinerien die Verpflichtung zur Reduzierung der Treibhausgase von Kraftstoffen erfüllen können“.

Der DWV-Vorstandsvorsitzende Werner Diwald sagte dazu in dem Gespräch: „Es ist nicht einzusehen, warum zum Teil fragwürdige Biokraftstoffe, wie zum Beispiel Palmöl, nach der europäischen Richtlinie zur Senkung der Treibhausgase von Kraftsoffen anerkannt werden, aber grüner Wasserstoff nicht.“

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