ODASCO und Horizon teilen sich Heliocentris

Die Ende 2016 insolvent gewordene Heliocentris Energy Solutions AG wird es zwar in der bisherigen Form nicht länger geben, aber ihr Know-how bleibt erhalten. Ihre Industrie- und ihre Weiterbildungssparte werden von unterschiedliche Unternehmen übernommen. Für zahlreiche Mitarbeiter in Berlin bedeutet dies das Aus.

Wie das ursprünglich in Berlin ansässige Unternehmen am 12. Januar 2017 mitteilte, wurden wesentliche Wirtschaftsgüter der Heliocentris-Gruppe an eine Tochtergesellschaft der Odeh Asalem Automation Systems (ODASCO LLC) mit Sitz in Dubai verkauft. Die Geschäftsanteile an der Heliocentris Italy S.r.l. sowie wesentliche Wirtschaftsgüter der Heliocentris Fuel Cell Solutions GmbH und auch der Heliocentris Industry GmbH sind von dem arabischen Technologiekonzern im Rahmen eines Asset Deals übernommen worden. Aus der Acta S.p.A. mit Sitz bei Pisa wird mit Einwilligung der Gläubigerausschüsse die ODASCO – Heliocentris Italy S.r.l., aus der in Wendlingen ansässigen FutureE Fuel Cell Solutions GmbH wird die ODASCO – Heliocentris Fuel Cell Solutions GmbH, und die P21 GmbH in München firmiert fortan unter ODASCO – Heliocentris Industry GmbH.

Während allerdings an den süddeutschen Standorten etliche Arbeitsplätze erhalten bleiben und sogar seit diesem Februar neue Fachkräfte gesucht werden, wird die Industriesparte am früheren Hauptgeschäftssitz in Berlin-Adlershof stillgelegt. Wirtschaftsgüter und Geschäftsanteile an der früheren Acta, die noch in der Hauptstadt lagen, wurden von der Spree nach Italien rückübertragen, so dass voraussichtlich diesen April die Arbeiten im Technologiezentrum eingestellt werden. Dies dürfte das Aus für rund 100 Mitarbeiter bedeuten.

Die im Weiterbildungssektor tätige Heliocentris Academia GmbH wurde am 1. Februar 2017 von der Horizon Educational Gruppe aus Singapur übernommen, wobei wesentliche Wirtschaftsgüter und auch ein Teil der Arbeitsplätze zunächst erhalten bleiben. Die Zukunft ist allerdings auch für diese Mitarbeiter ungewiss, da es unwahrscheinlich erscheint, dass das asiatische Unternehmen einen großen Standort in Berlin aufrechterhalten wird.

Mark-Uwe Oßwald, ehemaliger Geschäftsführer von FutureE, kehrte mittlerweile nach fast zweijähriger Tätigkeit für die italienische Heliocentris-Tochter zurück nach Stuttgart. Dort könnten jetzt doch noch die USV-Systeme für die für BOS-Standorte gebaut werden, nachdem die Ausschreibung im Rahmen des NIP an die veränderte Sachlage angepasst worden war. Wie es indes in Italien weitergeht, insbesondere bei der Inabata Europe GmbH, die 2015 frisches Kapital bei Heliocentris investiert hatte, ist derzeit unklar. Das Tochterunternehmen des japanischen Handelshauses Inabata & Co Ltd. war eine strategische Partnerschaft mit den Berlinern eingegangen und hatte für fünf Jahre exklusive Vertriebsrechte an allen Heliocentris-Produkten erhalten.

Klar ist jedoch, dass die ehemalige Finanz-Chefin Sabine Kauper zum 31. Januar 2017 Heliocentris verlassen hat und dass der Firmengründer Dr. Henrik Colell bei der Home Power Solutions GmbH (HPS) nach wie vor eine Tätigkeit als Geschäftsführer innehat. Colell hatte HPS Ende 2014 mit Sitz in Wildau gemeinsam mit Zeyad Abul-Ella, dem Bruder des Heliocentris-CEOs Ayad Abul-Ella, gegründet. Während der ISH zeigte HPS ihr neues Picea-System (s. Brennstoffzellen – Zurück in die Nische?) zur autarken Hausenergieversorgung mit Hilfe von Solarenergie und Wasserstoff, das derzeit in Pilotinstallationen erprobt wird. Weitere Informationen dazu werden während der Hannover Messe folgen. Colell behält auch weiterhin den Sprecherposten bei Clean Power Net. HPS ist dem Firmennetzwerk während der CPN-Vollversammlung Mitte März 2017 beigetreten.

Ayad Abul-Ella, der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Heliocentris Energy Solutions AG, wird voraussichtlich im April 2017 das Unternehmen verlassen.

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