Fahrverbote für Stuttgart und Berlin

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Regine Günther, © Marco Urban

Als erste Stadt in Deutschland wird Stuttgart ab 2018 ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge einführen. Wie die grün-schwarze Landesregierung von Baden-Württemberg am 21. Februar 2017 beschlossen hat, soll die Schadstoffbelastung der Luft gesenkt werden, indem besonders belastete Straßen für Fahrzeuge, die nicht die Abgasnorm Euro 6 erfüllen, bei Feinstaubalarm gesperrt werden.

Genau einen Tag später meldete die zum Autokonzern Daimler gehörende Marke Smart, dass zukünftig alle Modelle (fortwo, fortwo cabrio, forfour) auch elektrisch angeboten werden. Der Preis für diese Autos liegt bei 21.900 bis 25.200 Euro. In Nordamerika will Smart gar keine Benzinmodelle mehr verkaufen, und auch Norwegen bekommt keine mehr. Der Stuttgarter Automobilkonzern reagierte damit auch auf die zuletzt gestiegene CO2-Flottenbilanz. Während nach Auskunft des Center of Automotive Management (CAM) der FH Bergisch-Gladbach deutschlandweit der Kohlendioxidausstoß bei Neuwagen 2016 um 1,1 % auf 127,4 g sank, stieg er bei den Schwaben auf 132 g. CAM-Direktor Prof. Stefan Bratzel erklärte: Sollte der Dieselanteil weiter sinken, müssten die Hersteller zum Ausgleich vor allem ihre Aktivitäten im Bereich der Elektromobilität weiter verstärken, um hohe Strafzahlungen zu verhindern.“

Auch Volkswagen zieht Konsequenzen aus dem Diesel-Desaster: So wurde die Entwicklung eines kleinen Dieselmotors, der im Polo zum Einsatz kommen sollte, gestoppt. VW-Entwicklungsvorstand Frank Welsch erklärte: „Das Nachbehandlungssystem ist so teuer wie der Motor selbst. Einen Dieselmotor in den Polo zu setzen würde so viel kosten wie ein Viertel des gesamten Autos.“ Stattdessen setzt der Konzern bei Kleinwagen zukünftig auf Mildhybride, so dass der Diesel in dieser Leistungsklasse in drei bis fünf Jahren aus dem Angebot verschwunden sein könnte.

Eine weitere Großstadt, die ein Fahrverbot erlässt, könnte Berlin sein. Die neue Umwelt- und Verkehrssenatorin Regine Günther sagte der Deutschen Presse-Agentur:Die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxiden dürfen wir nicht tatenlos hinnehmen. Deswegen führt längerfristig kein Weg daran vorbei, die besonders dreckigen Dieselfahrzeuge aus der Innenstadt herauszuhalten.“ In Köln, München und Wien gibt es ähnliche Überlegungen.

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