Wettkampf zwischen Honda und Toyota

HZwei_07_2016_webWährend meiner Recherche zu dem HZwei-Bericht über die zweite Generation des Brennstoffzellenfahrzeugs von Honda, den Clarity Fuel Cell, erinnerte ich mich plötzlich an längst vergangene Tage. Genauer gesagt an Texte, die ich vor vielen Jahren geschrieben beziehungsweise gelesen habe. Ich blätterte nach und fand folgende Zeilen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

„Als besonderer Erfolg des zweitgrößten japanischen Automobilunternehmens muss anerkannt werden, dass es Honda – ebenso wie dem Erzrivalen Toyota – vor allen westlichen Autokonzernen gelungen ist, Brennstoffzellenautos in Kundenhand zu übergeben. Diesem symbolischen Akt war ein monatelanges Wettrennen vorausgegangen, das darin mündete, dass sowohl Honda als auch Toyota am selben Tag, dem 2. Dezember 2002, jeweils sechs Fahrzeuge an Kooperationspartner übergaben. Vier Exemplare des Toyota FCHV kamen im Großraum Tokyo bei Ministerialbehörden zum Einsatz, zwei weitere wurden am gleichen Termin in den USA an die kalifornischen Universitäten Irvine und Davis übergeben. Die Hochschulen erhielten die Fahrzeuge für 10.000 Euro pro Monat über einen Leasing-Zeitraum von 30 Monaten.

Für Honda war dieser Event derart wichtig, dass der Konzernchef Hiroyuki Yoshino zunächst morgens in Japan einen FCX an den japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi überreichte, dann direkt nach Kalifornien flog und dort am Nachmittag dem Bürgermeister von Los Angeles, James K. Hahn, ein weiteres Exemplar aushändigte.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur normalen Nutzung dieser innovativen Fahrzeuge machte Honda im Juli 2005. Der japanische Autokonzern übergab das erste Brennstoffzellenauto an Privatleute in Kalifornien, weil dort die derzeit beste Infrastruktur für derartige Fortbewegungsmittel vorzufinden ist (rund 26 Tankstellen). Die symbolische Leasingrate (inkl. Wartung und Versicherung) lag bei etwa 500 US-Dollar im Monat.“

Dieser Text stammt aus meinem Buch Wasserstoff-Autos – Was uns in Zukunft bewegt, erschienen im März 2006 im Hydrogeit Verlag (ISBN 978-3-937863-07-8).

Ich blätterte weiter und fand auch noch folgende Pressemeldung aus dem Hause Honda:

„Tokyo, Japan, 13. Juni 2008 – Mit dem FCX Clarity stellt Honda den Teilnehmern des G8-Gipfels in Toyako, Japan, das weltweit erste in Serie produzierte Brennstoffzellenfahrzeug vor. Eine kleine Flotte des Civic Hybrid dient während des Gipfels zur umweltschonenden Fortbewegung.“

Nach kurzer Recherche fand ich passend dazu eine recht ähnliche Version – ebenfalls aus dem Hause Honda – nur mit aktuellerem Datum:

„Tokyo, Japan, 26. Mai 2016 – Honda Motor Co., Ltd. stellt Hondas Brennstoffzellenauto Clarity Fuel Cell und Automated Drive, ein Entwicklungsfahrzeug für autonomes Fahren für den G7-Gipfel 2016 in Ise-Shima, Japan, der vom 26. bis 27. Mai 2016 stattfindet, zur Verfügung.“

Sie fragen sich vielleicht, warum ich dies hier im Editorial schreibe, was durchaus berechtigt wäre. Ich würde Ihnen dann antworten:

Ich bin es allmählich leid, immer wieder von Verzögerungen und Versäumnissen in der Brennstoffzellenbranche zu berichten. Deswegen dachte ich mir, vielleicht ist es schlauer, einfach mal innezuhalten und zurückzuschauen, was bisher geschehen ist. Somit überlasse ich es jetzt Ihnen, eigene Schlüsse aus diesen Texten zu ziehen.

Als kleine Hilfestellung empfehle ich Ihnen aber, einfach mal selber zu überlegen, wer damals und wer heute führend ist bei BZ-Autos. Oder fragen Sie sich, warum hier nicht einfach die Namen anderer Automobilhersteller eingesetzt werden können. Und lesen Sie einfach mal die Seiten 22 oder 25 und schauen, welche Unternehmen hier wirklich nachhaltig agieren und die Brennstoffzellentechnik voranbringen, ohne immer auf die „Renditen der Aktionäre“ Rücksicht zu nehmen (s. Bonhoff-Interview S. 12).

Vielleicht sprechen Sie dann einfach mal bei nächster Gelegenheit einen Mitarbeiter aus Stuttgart, München, Wolfsburg, Rüsselsheim oder Ingolstadt an, was dort denn so innerhalb der letzten 14 Jahre passiert ist und was deren Resultate sind.

Ach ja, und bitte vergleichen Sie auch mal die Anzahl der öffentlichen H2-Tankstellen in den USA – damals und heute (s. S. 44).

Herzlichst, Ihr Sven Geitmann – HZwei-Herausgeber

 

7 Gedanken zu “Wettkampf zwischen Honda und Toyota

  1. honda hat mit dem airbag skandal der diskriminierung von minderheiten und seinen mitarbeiter kommentaren auf kununu.com bewiesen wie wenig man an der menschheit interessiert ist wenn man dann noch den qualitäts verlust der europa produktion aus england berücksichtigt kann ich von diesen produkten nur abraten

    • Das kann nur jemand schreiben der noch nie Honda gefahren hat.
      Tut mir leid für dich icke.
      Ich fahre jetzt meinen fünften Accord, die habe ich jeweils nur gewechselt, weil sie mir kaputt gefahren worden sind.
      Einen davon fast an die 300.000km nur Kundendieste sonst fast nichts.

    • Wurdest du von Honda gefeuert. Bist du deinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.

      Auf allen Portalen kann man den gleichen Müll lesen.

      Ich glaube, der Abgasskandal hast zu vergessen.

      Honda – the power of dreams:-)

  2. Lieber Herr Geitmann,

    Sie vergessen zu erwähnen, dass im von Ihnen betrachteten Zeitraum das Reichweiten Problem der FC Autos zwar gelöst wurde, aber leider auf Kosten der Infrastruktur und eben nicht im Fahrzeug selber wo das Problem auftat. Während Musk seine Probleme dort gelöst hat wo sie auftraten hatten es sich die FC Entwickler einfacher gemacht und ihr Problem ihren Partnern zugeschoben. Irgendwo zwischen 350 bar und 700 bar findet bei der Infrastruktur für den Wasserstofftreibstoff ein Quantensprung im Preis statt. Diese einseitige Entscheidung der Fahrzeugentwickler einfach den Betankungsdruck zu erhöhen um mehr Reichweite zu bekommen hat entscheidend dazu beigetragen, das FC Fahrzeuge bis heute nicht bei den Betriebskosten zur bestehenden Technologie aufschließen konnten. Der Verbraucher akzeptiert nicht alles nur weil es technisch machbar ist, sondern es muss auch zu einem vernünftigen Preis zur Verfügung stehen.

    Katrin Meyer

  3. Ja, lieber Herr Geitmann, das liegt wohl daran, dass es in dieser Branche nur noch einen Unternehmer gibt: Musk, den Gründer von Tesla ! Alle anderen sind nur „Manager“ und zum großen Teil Maulhelden oder gar Unterlasser !

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