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sunfire praktiziert die Verbrennung rückwärts

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Hier erfolgt die Verbindung von Kraftstoff- und Gasmarkt

„Aus dem Klimakiller wird ein Rohstoff.“ Mit diesen hoffnungsvollen Worten hat Bundesforschungsministerin Prof. Johanna Wanka am 14. November 2014 in Dresden eine Demonstrationsanlage für Power-to-Liquids eingeweiht. Im Beisein zahlreicher Gäste, Investoren und Geschäftspartner legte die Ministerin bei der sunfire GmbH den entscheidenden Hebel um, damit erstmals Kohlenstoffdioxid in die neu errichtete Anlage strömen konnte, um daraus synthetischen Kraftstoff zu erzeugen. In ihrer Rede stellte Wanka in Aussicht, dass „diese Technik schon bald den groß-industriellen Maßstab erreicht“.

„Effizient“ und „unabhängig“ – mit diesen beiden Schlagworten lassen sich kurz die wesentlichen Attribute der neu errichteten PtL-Demonstrationsanlage umschreiben: „effizient“, weil in diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt eine Hochtemperaturtechnik zum Einsatz kommt, die per se einen hohen Wirkungsgrad gewährleistet. Zudem ermöglicht diese Technologie gleich zwei unterschiedliche Anwendungen, so dass ein effizienter und gleichzeitig wirtschaftlicher Betrieb realisierbar scheint. „Unabhängig“, weil in dieser mehrere Millionen Euro teuren Anlage ein synthetischer Kraftstoff aus heimischen Ressourcen erzeugt werden kann, was dazu beiträgt, zukünftig die Abhängigkeit Deutschlands von Erdölimporten zu reduzieren.

Rund 30 Monate hat es bis zur Fertigstellung dieser Power-to-Liquids-Anlage gedauert. Herausgekommen ist dabei ein beeindruckend großes Konstrukt aus Rohren und Behältern, das über 15 m hoch ist, täglich aber „nur“ 160 l synthetischen Kraftstoff erzeugt. Auf die Produktionsmenge kommt es hierbei allerdings nicht an, sondern auf die verschiedenen chemischen Vorgänge, die dafür verantwortlich sind, dass tatsächlich ein klarer, hochreiner Flüssigkraftstoff („Blue Crude“) entsteht, der die Energiewirtschaft von morgen revolutionieren könnte. Erster Abnehmer des auf diese Weise erzeugten Kraftstoffes (e-fuel) wird der Automobilhersteller Audi sein.

„Die Anlage kann ein Fass pro Tag produzieren. Für eine größere Menge wäre die Anlage nur unwesentlich größer.“ Mit diesen Worten erklärte während der Eröffnungszeremonie Christian von Olshausen, Mitgründer und technischer Geschäftsführer von sunfire, warum das Fabrikgebäude derart groß ausgefallen ist. Er fügte sogleich hinzu, dass „ausnahmslos industrieerprobte Komponenten“ zum Einsatz gekommen sind. Anders ausgedrückt: Kleinere Komponenten gab es nicht oder aber sie wären unverhältnismäßig teuer gewesen. Wichtig sei, was hinten rauskommt. Carl Berninghausen, ebenfalls sunfire-Mitgründer und -Geschäftsführer, ergänzte: „Wir wollen den Kohlenstoffkreislauf stabilisieren, indem wir natürliche Prozesse nachbilden.“

Während der Einweihungsfeierlichkeiten unterzeichneten die sunfire-Geschäftsführer abschließend noch Kooperationsvereinbarungen mit neuen Partnern. Besonders erfreut zeigten sie sich über die künftige Zusammenarbeit mit dem Luft- und Raumfahrtunternehmen Boeing. Christian von Ohlshausen sagte: „Wir sind froh, heute bekanntgeben zu können, dass die Firma Boeing ein erstes Prototypensystem der rSOC im dreistelligen kW-Maßstab bestellt hat.“ Ziel dieser Kooperation ist die Weiterentwicklung und die anschließende Vermarktung von reversiblen Festoxidzellen. Dr. Matthew Ganz, Präsident von Boeing Deutschland und Nordeuropa, erklärte: „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam noch größere, reversible Festoxidzellen produzieren und ihre Anwendung um die Produktion von synthetischen Kraftstoffen erweitern werden.“

2 Gedanken zu “sunfire praktiziert die Verbrennung rückwärts

  1. Frau Meyer, wie Sie in der ausführlicheren Text-Version in der Januar-Ausgabe der HZwei nachlesen können, sind einige der Choren-Mitarbeiter mittlerweile bei sunfire beschäftigt.

  2. Bei GtL denke ich auch an Sasol, Shell, Chevron und nicht zuletzt auch an Coren. Mir fallen auch die Weltkriegskraftstoffe in Deutschland ein. Was mir nicht einfällt sind Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu konventionellen Kraftstoffen und zu Fracking.

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