FCES-BAM

Brennstoffzellen-Kraftwerk fürs Bildungsministerium in Berlin

FCES-BAM
FuelCell Energy versorgt Berliner Amtssitz mit Strom

Das neue Brennstoffzellenkraftwerk für das Bundesbildungsministerium kam etwas später als erwartet, aber das lag nicht an der BZ-Technik, sondern am Verkehr. Der Sattelschlepper, der das tonnenschwere Aggregat antransportieren sollte, hatte arge Probleme mit den vielen Baustellen in Berlin. Am Ende klappte es dann aber doch – nur eben etwas später. Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, war an diesem 8. Oktober 2013 zwar nicht erschienen, was angesichts dieser Verzögerung auch besser war, aber dafür war Chip Bottone, Geschäftsführer von FuelCell Energy, zugegen und überbrückte die Zeit bis zur Anlieferung mit Berichten aus seiner US-amerikanischen Heimat.

Bis zur Inbetriebnahme der containergroßen Anlage wird noch etwas Zeit vergehen, aber ein wesentlicher Schritt nach dem bestandenen Lasttest im Werk ist nun vollbracht: Das Brennstoffzellenkraftwerk ist an seiner zukünftigen Wirkungsstätte, an der es voraussichtlich ab Oktober 2014 Energie bereitstellen soll, eingetroffen. Chip Bottone, der nicht nur das US-amerikanische BZ-Unternehmen FuelCell Energy Inc. (FCE) sondern auch die deutsche FuelCell Energy Solutions GmbH leitet (s. Foto 2. v.l.), erklärte: „Wir freuen uns, dass wir dem Markt die vielen Attribute einer ultra sauberen, effizienten und zuverlässigen Stromversorgung durch ein stationäres Brennstoffzellenkraftwerk, das hier in Deutschland hergestellt wurde, demonstrieren können.“ Andreas Frömmel, Vizepräsident Kommerzielles und Geschäftsentwicklung (s. Foto l.,  Interview s. S. 28 HZwei Januar-Heft 2014), bestätigte, dass es sich hierbei um das erste wieder in Deutschland gefertigte Modul handelt, und ergänzte: „Wir bemühen uns, es unseren Kunden so einfach wie möglich zu machen, um von den vielen Vorteilen eines BZ-Kraftwerks zu profitieren, während wir uns um den Betrieb und die Wartung kümmern.”

Bei der KWK-Lösung von FuelCell Energy Solutions handelt es sich um eine Schmelzkarbonatbrennstoffzelle des Typs Direct FuelCell® 250 EU, die mit Erd- oder Biogas arbeitet (250 kWel, 220 kWtherm) und rund 40 Prozent des Strombedarfs sowie 20 Prozent des Wärmebedarfs des Großbaus abdecken wird. Dieses Modul ist das erste in Deutschland installierte Gerät, das für FCE quasi als Türöffner zum europäischen Markt dienen soll. Frömmel kündigte gegenüber HZwei die Errichtung großer Brennstoffzellenkraftwerke in Europa an. Ziel seien unter anderem Brennstoffzellenparks mit beispielsweise 15 bis 60 MW, wie man sie heute schon in den USA und in Südkorea findet. Er sagte: „Die Produktion dieser Kraftwerke wollen wir bei Erreichen des dafür notwendigen Absatzes in Deutschland ansiedeln, um den erweiterten europäischen Raum damit zu beliefern.“ Dafür sei seinen Angaben zufolge jedoch politische Unterstützung notwendig, damit die Produktion auf 30 bis 40 MW pro Jahr gesteigert und darüber der Preis reduziert werden könne. Derzeit liegen die Produktkosten pro Kilowatt noch bei rund 2.800 Euro.

Der Ursprung für dieses Projekt liegt mittlerweile über fünf Jahre zurück: Damals vereinbarte der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit seiner Kollegin, der damaligen Bundesbildungsministerin Annette Schavan, dass ihr Ministerium ein zentrales Grundstück im Berliner Regierungsbezirk erhalten würde, wenn das Bauvorhaben als Öffentlich-Private-Partnerschaft realisiert wird. Somit erfolgte im Mai 2012 die Grundsteinlegung (s. HZwei-Heft Okt. 2012). Die Nachfolgerin Schavans, Johanna Wanka, freute sich über das erfolgreiche Experiment: „Dies ist das erste Mal im zivilen Hochbau des Bundes und für alle Beteiligten mit neuen Formen der Zusammenarbeit verbunden. Der zügige Baufortschritt zeigt: Es funktioniert hervorragend. Und es rechnet sich.“ Fördermittel fließen hier keine.

2 Gedanken zu “Brennstoffzellen-Kraftwerk fürs Bildungsministerium in Berlin

  1. ja , ohne den Senf von Arno A. Evers gehts nicht !! aber das ist gut so ! Er hat alles zu Hause im keller, er hätte halt früher etwas Kleiner anfangen müssen, dort wo er war, jetzt muß er erleben das unsere Steuer-Gelder von Berlin aus in EUROS überall hin unnütz ins Ausland verschoben werden. wir könnten bereits viel weiter sein.
    Seht EUCH mal den Kurz-video vom WDR an. Thema projekt :“ H2toDrive-“ 09.02.2014-18.33h- an. !!!
    Ein Sinnvollerbeitrag von Prof. Dr. rer.nat. Karl-heinz Müller v. der FH-Schule.Soest.
    PS. : Statistisch & auch wissentschaftlich nachweisbar ist, daß zw. dem ENDE 2018.& ANFANG 2019 ein weiterer großer Atomunfall wie in Japan kommen wird.!!! Nur wo ??

  2. Dinge dieser Größenordnung gab es doch schon
    in Hamburg-Bahrenfeld in den 1990er Jahren …
    Der Hersteller war damals United Technology bzw deren FC-Tochterfirma.
    Auftraggeber war damals die Hamburgischen Electricitäswerke, heute Vattenfall!
    Da tauchen zwei Fragen auf:
    1) Was ist bitte mit der Hamburger Anlage seinerzeit passiert?
    2) Warum bitte müssen wir alle 20 Jahre auf den nächsten Schritt warten?

Schreibe einen Kommentar