BMW-i3

Der BMW i3 ist da

BMW-i3
Mit Gleichstrom kann der i3 in 30 Minuten an der Wallbox aufgeladen werden.

Auf der IAA 2011 wurde die neue i-Familie von BMW als „Megacity Vehicles“ erstmals vorgestellt, und jetzt – zwei Jahre später – ist das erste Familienmitglied da: Die Bayerischen Motorenwerke präsentierten den BMW i3 am 29. Juli 2013 im Rahmen einer Konferenzschaltung zeitgleich in London, New York und Peking und richteten sich damit demonstrativ an die von ihnen anvisierte Kundschaft: die Einwohnerinnen und Einwohner von Megacitys. Mittlerweile liegen in München rund 10.000 Bestellungen dieses elektrischen Kleinwagens allein aus Europa vor.

Rund eine Milliarde Euro investierte der Münchener Automobilhersteller allein in die Fertigungsstätten dieses elektrifizierten Kleinwagens. Rechnet man die Entwicklungsarbeiten noch hinzu, dürften die Gesamtkosten etwa doppelt oder dreimal so hoch liegen. Dafür verfügt der i3 über exklusive Besonderheiten wie beispielsweise seinen 125 kW leistenden E-Antrieb sowie ein Chassis aus ultraleichtem Carbon (Fahrzeuggesamtgewicht: 1.195 kg). Beides zusammen ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,2 Sekunden – ohne Gangwechsel – und eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern. Als Energiespeicher dient ein Lithium-Ionen-Akkumulator bestehend aus acht Modulen à zwölf Zellen mit insgesamt 21,6 kWh. Die große Masse des Stromspeichers wird durch die Gewichtseinsparung bei der Karosserie durch die Verwendung von Kohlefaser-Verbundstoff und durch einen Leichtmetallrahmen kompensiert. Scharfe Kanten oder Splitter sollen nach Auskunft von BMW bei Unfällen kein Verletzungsrisiko darstellen. Karosserieschäden werden durch einfache Clip-Mechanismen an den Bauteilen sogar schneller und günstiger auszubessern sein als bei Stahlkarossen, heißt es.

Hydrogenics

Wahlweise kann das rein batterieelektrisch betriebene Auto auch mit einem Range Extender bestellt werden. BMW installiert in diesem Fall für 5.000 Euro zusätzlich einen Zweizylinder-Benzinmotor mit 650 Kubikzentimetern Hubraum (25 kW) sowie einen 9-l-Benzintank im Fahrzeugheck. Der in Reihe geschaltete Verbrenner lädt dann während der Fahrt den Akku und erhöht die Reichweite von 160 auf etwa 300 Kilometer. Wem das nicht reicht, der kann sich für längere Fahrten über das Rundum-sorglos-Paket der Bayern (360° Electric inkl. wandmontierte Starkstrom-Ladestation für die Garage) einen Mietwagen holen. Außerdem steht den Münchenern mit der Solarwatt GmbH ein Partnerunternehmen zur Seite, das eine passende Photovoltaikanlage auf dem Carport oder der Garage installiert, damit stets sauberer Ökostrom aus der Wallbox kommt. Die Solarwatt AG hatte im August 2012 Insolvenz angemeldet, war aber vom BMW-Großaktionär Stefan Quandt gerettet worden, indem dieser seine Beteiligung von 36 auf 94 Prozent erhöhte.

Trotz des zunächst hoch erscheinenden Kaufpreises von 34.950 Euro werden die Bayern mit diesem vier Meter langen Auto nicht viel Geld verdienen. Das sieht auch der Autoexperte Prof. Ferdinand Dudenhöffer so, der erklärte: „Das ist im Vergleich zur Konkurrenz ein toller Preis.“ Wichtiger als rein finanzielle Aspekte scheint dem süddeutschen Unternehmen zu sein, die neue Marke erfolgreich auf dem Markt zu etablieren.

Die Erwartungen an das neue Fahrzeugkonzept sind dementsprechend hoch: So sprach der Vorstandsvorsitzende der BMW Group Dr. Norbert Reithofer von „einer neuen Ära der Mobilität“ und kündigte in New York an: „Elektromobilität wird die individuelle Mobilität so verändern, wie das Mobiltelefon die Kommunikation verändert hat.“ Weiter sagte der Oberbayer: „Der i3 ist mehr als nur ein Auto. Es ist ein revolutionärer Schritt vorwärts in Richtung nachhaltiger Mobilität. Dies ist ein Tag, an den sich zukünftige Generationen erinnern werden.“ Vorstandsmitglied Peter Schwarzenbauer ergänzte: „Niemals zuvor ist die BMW Group so stolz gewesen, ein Auto der Welt zu präsentieren.“

Die Planungen für das Project i startete der heute 57-jährige Reithofer 2007. Drei Jahre später begann BMW mit dem Bau einer CFK-Produktionsanlage in seinem Werk in Landshut und äußerte bereits damals konkrete Vorstellungen über die geplanten Megacity Vehicles: „Das MCV soll im Jahr 2013 unter einer Submarke von BMW auf den Markt kommen.“ (s. HZwei-Heft Okt. 2010)

Nach dem i3 soll das nächste Familienmitglied im Frühjahr 2014 der i8 sein, ein Plug-in-Sportwagen, der erstmals während der IAA 2013 in Frankfurt öffentlich vorgestellt wurde. Gemeinsam sollen diese beiden Modelle dazu beitragen, den Flottenverbrauch bei BMW bis 2020 unter 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer zu drücken. BMW-Chef Reithofer ist überzeugt: „Dieses Ziel ist ohne alternative Antriebe nicht erreichbar.“ Gleichzeitig bemängelte er die „German Angst“, indem er sagte: „Wir Deutsche sehen dann mehr Probleme als Chancen. Bei der Elektromobilität ist das nicht anders.“ Im Rahmen der IAA gab er nochmals zu Protokoll: „Wir glauben an die Elektromobilität, und wir werden uns signifikante Marktanteile erschließen.“

BMW baut bei allen seinen i-Modellen das Fahrzeug um die neue elektrische Antriebseinheit herum. So soll es auch bei dem anvisierten Brennstoffzellenmodell der Fall sein. Anfang August kündigten die Bayern an, bis 2015 gemeinsam mit Toyota einen ersten Prototypen eines BZ-Autos herausbringen zu wollen. Bis 2020 sollen die Fahrzeuge dann serienreif auf dem Markt erhältlich sein.

BMW setzt im Innenraum des i3 auf nachwachsende Rohstoffe. So ist die Konsole aus chemisch unbehandeltem Eukalyptusholz, für die Autositze wurden recycelte PET-Flaschen verwendet, für die Verkleidung der Türen wurden Fasern der Kenaf-Pflanze genutzt, und in den Stoffbezügen steckt die Wolle neuseeländischer Schafe.

2 Gedanken zu “Der BMW i3 ist da

  1. Hallo Herr Evers,
    dieser zitierte Satz ist wohl eher eine Auflage der EU, jedenfalls findet man ihn auch bei verschiedenen anderen Autoherstellern, sei es VW, Skoda oder Honda.
    Gruß, Geitmann

  2. Was bitte ist das denn für eine Firma,
    die so etwas in ihre Hochglanz-Anzeigen schreibt
    bzw. schreiben MUSS? :

    ZITAT:
    „..*CO2-Eimssionen, die durch die Produktion
    und Bereitstellung des Kraftstoffes bzw.
    anderer Energieträger entstehen,
    werden bei der Ermittlung der CO²-Emisssionen nicht berücksichtigt…“
    ZITAT-ENDE.

    Arno`s Anmerkungen:
    Du meine Güte … wie dumm
    sind wir mittlerweile eigentlich alle schon?

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