Hypes kommen und gehen

Hype-Zyklus nach Gartner, Quelle: www.gartner.com

Die Hypes um die Brennstoffzelle sind fast schon legendär. Auch bei der Elektromobilität geht es auf und ab. Wahrscheinlich hat sich deswegen der Wissenschaftsfonds FWF genau dieses Themenfeld herausgesucht, um daran beispielhaft den „Aufstieg & Fall“ von Technologie-Hypes zu analysieren. Ende November 2012 stellte das Team von Dr. Matthias Weber vom Austrian Institute of Technology die Ergebnisse dieser Studie vor. Demnach gibt es bei derartigen Hypes ein Wechselspiel von Entwicklung und Erwartung, das zwar Fortschritt, aber auch Frustration mit sich bringt. Glühende Begeisterung wird relativ rasch von totaler Enttäuschung abgelöst. Maßgeblichen Einfluss auf den tatsächlichen Werdegang haben dabei sowohl die Massenmedien als auch die Politik, aber ebenfalls die Fach- und Finanzwelt. Für all diese Bereiche analysierte das Forscher-Team zahlreiche Berichte verschiedener Medien, Umfragen von ausgesuchten Konferenzen sowie Interviews mit Stakeholdern. Es zeigte sich, dass ein Grund für die Entstehung von Hypes die übersteigerten Erwartungen an die Leistungsfähigkeit einer Technologie sind. Gleichzeitig muss allerdings eine Verknüpfung von Erwartungen auf verschiedenen Ebenen hinzukommen. Björn Budde erklärte: „Die Erwartungen an die Brennstoffzelle wurden mit Erwartungen an ein komplett neues, wasserstoffbasiertes Wirtschaftssystem verbunden.“ In diesem Fall waren zusätzlich „sogar Hoffnungen entstanden, das Klimaproblem und die Erdölabhängigkeit zu lösen“, heißt es. Budde stellte dazu fest: „Je bedeutender aber die an eine Technologieentwicklung geknüpften Hoffnungen, umso tiefer kann die Enttäuschung natürlich sein, wenn sich die Erwartungen nicht bald erfüllen.“

3 Gedanken zu “Hypes kommen und gehen

  1. Hallo Herr Evers,
    ich glaube das Wasserstoffthema ist noch nicht zu einem wirklichen Hypthema geworden. Vielleicht ist dieses auch gut so. Die Veränderungen im Energiesystem durch die Nutzung von Wasserstoff sind so fundamental, dass es noch vieler Anschübe über einen längeren Zeitraum bedarf. Vielen Dank noch einmal für die tiefen Einblicke in die Wasserstoffszene in ihrem Buch „The Hydrogen Society“.

  2. die obige Kurve kommt mir sehr bekannt vor.
    Leider trifft sie bei Brennstoffzellen nicht wirklich zu,
    weil sich viel zu wenig um eine wirklich nachhaltige
    Herstellung von Wasserstoff Gedanken gemacht wird.
    Und das gilt leider weltweit!

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