Neue Institute zur Erforschung solarer Brennstoffe

Im Juli 2012 sind zwei neue Institute in Deutschland entstanden, die sich dem Thema „Solare Brennstoffe“ widmen – ein reales und ein virtuelles. Die Hahn-Meitner-Institut Berlin GmbH schuf am 4. Juli eine neue Abteilung, die sich darum kümmern wird zu erforschen, wie Solarenergie speicherbar gemacht werden kann. Die Wissenschaftler um Dr. Roel van de Krol werden bei ihrer Arbeit insbesondere auch Wasserstoff betrachten, der als einfachstes Beispiel für einen solaren Brennstoff gilt, da er mithilfe der Sonnenenergie durch die Spaltung von Wassermolekülen gewonnen und anschließend zu konventionellen Kraftstoffen weiterverarbeitet werden kann. Van de Krol, der bisher am MIT in Massachusetts, USA, sowie an der Universität Delft, Niederlande, tätig war, verfolgt die Strategie, Wasserstoff in einem monolithischen Materialsystem bestehend aus einem halbleitenden Absorber und einem Katalysator zu erzeugen. Mit seinem Team will er neue komplexe Metalloxide entwickeln, die eine kostengünstige und trotzdem chemisch stabile Alternative zu den herkömmlichen Photovoltaik-Halbleitern sein könnten.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), mit dem Unterschied, dass es sich bei dem von der Helmholtz-Gemeinschaft (HGF) geförderten Vorhaben SolarSynFuel um ein virtuelles Institut handelt. Gemeinsam mit Partnern verschiedener deutscher und schweizerischer Hochschulen (Karlsruher Institute of Technology, TU Clausthal, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich) will die Mannschaft um Prof. Robert Pitz-Paal, Co-Direktor des DLR-Instituts für Solarforschung, vorerst über fünf Jahre die Herstellungsverfahren solarer Brennstoffe verbessern. Die Basis ihrer Forschungsarbeiten, für die insgesamt 4,5 Mio. Euro bereitstehen, bildet das Projekt Hydrosol (s. HZwei-Heft Jul. 2008), in dessen Rahmen die DLR-Forscher bereits umfangreiche Erfahrungen sammeln konnten. Dr. Martin Roeb vom Anfang 2011 gegründeten DLR-Institut für Solarforschung in Köln erklärte: „Wir sind zwar ein virtuelles Institut, die Wissenschaftler der beteiligten Partnerinstitute werden jedoch – auch physisch – gemeinsam an Projekten arbeiten.“

Hydrogenics

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