CellEra plant platinfreie Brennstoffzelle

Ein neuer Brennstoffzellentyp könnte der Kommerzialisierung von Brennstoffzellen zu neuem Schwung verhelfen. Wie die BrainsToVentures AG am 29. Januar 2010 verkündete, hat CellEra Technologies, ansässig in Caesarea, Israel, den ersten Prototyp einer platinfreien Brennstoffzelle (Platinum-Free Membrane Fuel Cell = PFM-FC) entwickelt, der innerhalb von zwei Jahren reif für die Massenfertigung sein soll. Es handelt sich hierbei um eine alkalische Brennstoffzelle, die anstelle eines flüssigen Elektrolyten über eine Membran verfügt, die für den OH–Ionentransport verantwortlich ist.

„Anstelle von Platin kann CellEra Nichtedelmetalle wie Eisen oder Kobalt als Katalysator einsetzen“, erläuterte Prof. Walter Czarnetzki gegenüber HZwei. Czarnetzki war von dem deutschen Risikokapitalgeber BrainsToVentures AG mit der Beurteilung der Technik sowie des Businessplans (Due-Diligence-Prüfung) vor dessen Beteiligung beauftragt worden. Wie Prof. Czarnetzki, der an der Hochschule Esslingen im Bereich BZ-Entwicklung forscht, berichtete, ist er extra nach Israel gefahren und hat vor Ort Messungen an dem Prototyp vorgenommen. Er sagte: „Der Stack sieht ähnlich aus wie eine PEM-Brennstoffzelle und vereint die Vorzüge der PEM- sowie der AFC-Technik.“ Überzeugt von den positiven Ergebnissen kaufte sich BrainsToVentures Anfang dieses Jahres bei CellEra mit insgesamt zwei Millionen US-Dollar im Rahmen der zweiten Finanzierungsrunde ein. Bei der ersten Runde waren 2008 ebenfalls 2 Mio. $ für das 2007 gegründete Unternehmen zusammengekommen.

Mögliche Einsatzbereiche sind im stationären Sektor der Ersatz von Dieselgeneratoren sowie von Batterien in der Telekommunikations- und Informationstechnik. Nach Aussage von Czarnetzki bietet diese Technik aber auch für zahlreiche andere Anwendungen (z.B. Autos) erhebliches Potential. Gegenüber der Financial Times Deutschland erklärte der Geschäftsführer Ziv Gottesfeld, die Tücken der Technologie habe man gemeistert, allerdings „ist es immer eine Herausforderung, aus einem Prototyp ein serienreifes Produkt zu machen.“

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