Wasserstoff in Nationalen Energie- und Klimaplänen

Neue Potenziale durch die Aufnahme von Wasserstoff in die NEC

NECP © Trinomics/LBST
© Trinomics/LBST

Ehrgeizige Energie- und Klimapolitik verlangt eine entschlossene, ganzheitliche und koordinierte Vorgehensweise und Umsetzung. Die Nationalen Energie- und Klimapläne (NECP) stellen ein wichtiges Instrument für eine einheitliche Berichterstattung zur künftigen Politik durch die Mitgliedstaaten an die Europäische Kommission (EK) dar. Sie werden von der Kommission genutzt, um den EU-weiten Fortschritt beim Erreichen der 2030-Ziele zu überwachen und notwendige politische Maßnahmen zu identifizieren. Die aktuelle Berichtsperiode umfasst den Zeitraum zwischen 2021 bis 2030. Die Entwürfe der NECP wurden von den EU-Ländern Ende 2018 eingereicht, während die endgültige Fassung nach einer sorgfältigen Prüfung durch die Kommission bis Ende 2019 vorliegen musste. In Bezug auf Wasserstoff sind alle EU-Mitgliedstaaten angehalten, ihre eigenen Strategien für den Einsatz von Wasserstoff unter Berücksichtigung der europäischen Leitlinien zu entwickeln und umzusetzen.

Zur besseren Integration von Wasserstoff in die zukünftigen Nationalen Energie- und Klimapläne und -politk hat das Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH-JU) in Abstimmung mit der Europäischen Kommission (Generaldirektion Energie) eine Studie zu den „Möglichkeiten für Wasserstoffenergietechnologien unter Berücksichtigung der Nationalen Energie- und Klimapläne“ in Auftrag gegeben. Diese hatte zum Ziel, nationale Einsatzmöglichkeiten für Wasserstoff zu ermitteln und zu bewerten sowie anhand der Informationen aus den NECP und anderen Quellen eine Analyse für zwei Szenarien zum H2-Einsatz durchzuführen. Im Fokus der Analyse der jeweiligen Mitgliedstaaten stand erneuerbarer und kohlenstoffarmer Wasserstoff, der bis 2030 in den 27 EU-Ländern und Großbritannien (GB) eingeführt werden soll. Die Ergebnisse werden in einzelnen Detailberichten für jeden Mitgliedstaat sowie in einem ausführlichen Bericht, unter anderem mit den Methoden, Annahmen und einem Vergleich der EU-Staaten, präsentiert und zusammengefasst. Die Studie wurde gemeinsam von den Beratungsunternehmen Trinomics und Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) durchgeführt.

Zunehmende Sensibilisierung

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Im Fokus der Analysen steht im ersten Schritt die Frage, in welchem Umfang Wasserstoff in den NECP berücksichtigt wurde. Die Studie bietet zudem eine Übersicht über die damit verbundenen nationalen Ziele, Richtlinien und Initiativen. Nahezu alle Mitgliedstaaten erwähnen Wasserstoff in ihren NECP. Dies zeigt, dass er breite Anerkennung als wichtiges Element der künftigen Energie- und Klimapolitik findet. Verglichen mit den Entwürfen widmen die endgültigen NECP dem Wasserstoff, der in der Debatte über die Dekarbonisierung der EU-Wirtschaft an Bedeutung gewinnt, wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Aufgrund der Berichtsstruktur, die in der EU-Verordnung 2018/1999 zum Governance-System für die Energieunion und für den Klimaschutz definiert wurde, liegen die Informationen zu den Zielen und Maßnahmen, die sich direkt oder indirekt auf Wasserstoff beziehen, in den unterschiedlichen Teilen des jeweiligen Dokuments verstreut vor.

Wasserstoff wird vorwiegend als Instrument für kurzfristige und saisonale Flexibilität im Energiesystem sowie für den Ersatz fossiler Brennstoffe in schwer zu dekarbonisierenden Bereichen von Industrie und Transportsektor erwähnt. Die in den NECP genannten Initiativen konzentrieren sich auf Forschungs-, Pilot- und Demonstrationsprojekte zu Produktion, Transport/Verteilung, Speicherung sowie Nutzung von Wasserstoff, insbesondere in der Industrie und im Transportsektor. Mehrere NECP beschreiben einen erwarteten oder angestrebten H2-Bedarf für 2030, während nur wenige auch Ziele für die H2-Produktion aufnehmen.

Die beabsichtigten regulatorischen Maßnahmen beziehen sich im Allgemeinen auf erneuerbare Gase, zu denen auch Wasserstoff gehört. Sie fokussieren sich auf finanzielle oder steuerliche Vorteile, die die Entwicklung von Wasserstofftechnologien fördern sollen. In den meisten Mitgliedstaaten existiert außerdem eine spezifische Wasserstoffvereinigung oder Arbeitsgruppe, die den Informationsaustausch sowie Initiierung und Koordination von Projekten unterstützt.

Nur einige NECP enthalten konkrete spezifische Maßnahmen, um den H2-Einsatz und seine Integration in das Energiesystem zu fördern. Der Großteil der Mitgliedstaaten behandelt nicht die Frage, wie der nationale Regulierungsrahmen im Hinblick auf Wasserstofftechnologien optimiert werden kann. Sie liefern daher nur begrenzte Informationen zu den Maßnahmen, mit denen die Hindernisse zur Markteinführung von Wasserstoff effektiv überwunden werden können. Jedoch verweisen mehrere NECP auf wasserstoffspezifische Roadmaps oder Strategien, die auf nationaler Ebene ausgearbeitet wurden oder werden. Diese Dokumente beschreiben ausführlichere Ansätze, die die unterschiedlichen Stufen der H2-Wertschöpfungskette abdecken (s. HZwei-Heft Jan. 2021).

… Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des HZwei

Autor: Dr. Jan Michalski, Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST), Ottobrunn

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