Windenergie-Speicherung in Deutschlands Nordosten

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Windstrom im Vergleich zum Bedarf, © R. Hamelmann

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in seiner Fassung von 2014 erlaubt im Falle einer Netzüberlastung die „Reduzierung der Einspeiseleistung“ von grünem Strom, verbunden allerdings mit der Pflicht, dies zu protokollieren. Bezahlen müssen dafür die Stromkunden, denn die Windparkeigner erhalten – auch wenn der Netzbetreiber den Windpark vom Netz nimmt – die übliche Einspeisevergütung. Und es wird reichlich Gebrauch von dieser Erlaubnis gemacht: Allein in Mecklenburg-Vorpommern (M-V) sind regelmäßig knapp 20 Windparks mit einer Leistung von jeweils über 20 MW betroffen.

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Industrie will 2 Mrd. Euro in Brennstoffzellen investieren

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Fried, CEP; Diwald, Performing Energy; Reiche, BMVI; Haberkamm, Linde/H2Mobility; Tillmetz, ZSW/NOW-Beirat; Bonhoff, NOW (Foto: S. Geitmann)

Deutsche Wirtschaftsunternehmen würden Geld in die Hand nehmen und in neue Technologien investieren, wenn der Staat entsprechend mitziehen würde. Mit dieser Botschaft gingen die Industrieinitiativen Clean Energy Partnership (CEP), H2Mobility und Performing Energy (PE) während der Hannover Messe 2014 an die Öffentlichkeit und betonten, dass sie sich aktiv für die Markteinführung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie einsetzen wollen. Dafür

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Neue Bündnisse für Power-to-Gas

Kohler (l.) und Diwald (r.) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung, in der Mitte: Altmaier, Foto: dena
Kohler (l.) und Diwald (r.) unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung, in der Mitte: Altmaier, Foto: dena

Im Jahr 2011 entstanden zwei Plattformen, die sich beide dem damals neu aufkommenden Thema der Energiespeicherung widmeten: Am 7. Dezember 2011 fiel der Startschuss für performing energy – Bündnis für Windwasserstoff, nachdem wenige Monate zuvor die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) die dena-Strategieplattform Power to Gas initiiert hatte. Nach fast zwei Jahren haben nun beide Akteure zueinander gefunden: Auf der diesjährigen Hannover Messe unterzeichneten Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, und Werner Diwald, Sprecher von performing energy, in Gegenwart von Bundesumweltminister Peter Altmaier eine Kooperationsvereinbarung.

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Werner Diwald verlässt Enertrag-Vorstand

Werner Diwald

Werner Diwald, Vorstand bei Enertrag, wird ab dem Herbst neue berufliche Wege beschreiten: Wie das Dauerthaler Unternehmen am 25. April 2013 bekannt gab, wird der gelernte Maschinenschlosser am 30. September auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausscheiden. Diwald will dann in einem eigens gegründeten Beratungsunternehmen, der ENCON.Europe GmbH, tätig werden. Gegenüber HZwei erläuterte Diwald: „ENCON.Europe hat es sich zur Aufgabe gemacht, Projekte im Bereich der Energiewende politisch beratend mit zu begleiten. Einen Schwerpunkt dabei legen wir auf Power-to-Gas-Projekte. ENCON.Europe wird Enertrag weiterhin beratend und vermittelnd im Bereich der Verbands- und politischen Arbeit zum großen Zukunftsthema Wasserstoff und bei der Umsetzung der Projekte in Osteuropa unterstützen.

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Wasserstoff steht wieder mehr im öffentlichen Interesse

„Wasserstoff und Brennstoffzellen sind – Gott sei Dank – doch wieder mehr ins öffentliche Interesse gerückt.“ Mit diesem Ausruf der Erleichterung beschrieb Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, während der Vollversammlung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP, s. S. 8 im Januar-Heft 2012 der HZwei) ganz passend die aktuelle Situation. Reine Batteriefahrzeuge scheinen demgegenüber in technischer Hinsicht momentan doch eher auf der Stelle zu treten. Dr. Christian Mohrdieck, Leiter Antriebsentwicklung für Elektrofahrzeuge bei Daimler, stellte denn auch fest: „Die Fortschritte bei der Batterie werden schwieriger.”

Wir erleben also – oh Wunder – nun doch keinen plötzlichen Siegeszug der E-Mobilisten und auch keine Schwemme zahlreicher nagelneuer Elektroflitzer, denn wie bereits prophezien wurde, gab es bei der Batteriespeicherkapazität immer noch keinen elementaren Durchbruch. Ende 2011 belegte dies auch eine neue Studie des Centers Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen: Demnach wurden in Deutschland 2011 innerhalb von elf Monaten lediglich 1.800 Elektrofahrzeuge verkauft, nur 101 davon gingen an Privatpersonen. In den Jahren 1996 (264), 1997 (262) und 1998 (209) lag diese Zahl schon mal deutlich höher – ganz ohne Hype.

Ähnlich mager sieht es in den USA und auch in Frankreich aus. In China hingegen besitzen E-Autos bereits einen hohen Stellenwert. Dort signalisierten 14 Prozent der befragten potenziellen E-Autofahrer eine „wahrscheinliche“ oder „sichere“ Kaufbereitschaft. In Deutschland waren es vier Prozent, in den USA zwei Prozent. In Frankreich, wo der Kauf jedes Elektroautos mit 5.000 Euro gefördert wird, war es nur ein Prozent.

Deutschland scheint somit im Elektromobilitätssektor noch ziemlich weit davon entfernt zu sein, Leitmarkt zu werden. Das sieht im Wasserstoff- und Brennstoffzellensektor schon ganz anders aus. Dort schaut das Ausland zum Teil „grün vor Neid“ nach Deutschland, wie ein Besuch auf der britischen Insel gezeigt hat (s. S. 16).

Im H2- und BZ-Sektor hat die Bundesrepublik innerhalb der vergangenen Jahre trotz zahlreicher Rückschläge ein umfassendes Know-how angesammelt. Mit Hilfe umfangreicher Förderprogramme ist es gelungen, verschiedene prestigeträchtige Demonstrationsprojekte aufzubauen, die weltweit ihresgleichen suchen. Im Ausland wird dies in Fachkreisen auch durchaus angemessen gewürdigt, aber im eigenen Land scheint dies kaum jemand zu sehen. Der Großteil der Forschungs- und Entwicklungsarbeit läuft nun mal immer noch im Verborgenen ab, so dass die potentiellen Kunden zu wenig von den bisherigen Errungenschaften der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik erfahren.

Dies hat mittlerweile auch die Politik erkannt. Staatssekretär Bomba (s. auch Interview auf S. 26) forderte deswegen: „In den nächsten Monaten muss mehr Öffentlichkeitsarbeit gemacht werden, um dieses Thema zu verankern.“

Eine bessere Kommunikationspolitik allein bringt allerdings noch gar nichts. Wenn Deutschland seine Position als Leitanbieter und Leitmarkt im H2- und BZ-Sektor festigen will, muss jetzt – parallel zu einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit – nach der aktuell noch laufenden Marktvorbereitung auch zügig die Markteinführung folgen, so wie es bei der NOW-Mitgliederversammlung angekündigt wurde (s. S. 8). Gespräche über geeignete politische Instrumente würden bereits geführt, so heißt es.

Reden allein reicht aber nicht, dies weiß auch Rainer Bomba, der zum Jahresende deswegen deutliche Worte wählte. Während der Präsentation der neuen Wind-Wasserstoff-Plattform performing energy (s. S. 12) rief er den Zuhörern zu: „Unsere Bürger haben die Nase voll von Ankündigungen. […] Wir müssen endlich sehen, dass das, was wir entwickeln, auch umgesetzt wird. […] Wo es bisher gehapert hat, ist die Vermarktung.“ Erstmals drohte er sogar der Branche: „Wenn hier keine Taten folgen, ist die Politik nicht bereit, in Zukunft noch Gelder bereitzustellen.“

Na, wenn das kein Ansporn ist!