Ausstieg aus der Dieseltechnik mit BZ-Bussen

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Brennstoffzellenbus in Bozen, © STA

Immer mehr Städte folgen dem Hamburger Beispiel, ab 2020 nur noch schadstofffreie Busse im Linienverkehr einsetzen zu wollen. Auch der Berliner Senat gab eine solche Losung an die dortigen Verkehrsbetriebe aus: Ab 2020 darf die BVG keine Busse mehr mit Verbrennungsmotor kaufen, damit die Landesregierung die Klimaschutzziele des Bundes und der EU im nächsten Jahrzehnt erfüllen kann.

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Solaris zeigt Batteriebus mit Brennstoffzellen-Range-Extender

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Grünes Licht für die Innovationslinie 109

Bevor die Hansestadt Hamburg ihre Busse ab 2020 sukzessive durch emissionsfreie Fahrzeuge ersetzt, soll in einem Wettbewerb festgestellt werden, welche Antriebstechnik am besten für den Linienbetrieb zwischen Elbe und Alster geeignet ist. Dafür startete die Hamburger Hochbahn am 18. Dezember 2014 die Innovationslinie 109, auf der fortan zum ersten Mal ausschließlich Busse mit innovativen Antriebstechnologien im Fahrgastbetrieb unterwegs sein werden.

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Die H2Expo gibt’s nicht mehr

42-H2Gate-Stammtisch
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Claus Ulrich Selbach, neuer HMC-Geschäftsbereichsleiter, mit Ute Landwehr-von Brock und Barbara Makowka (r., beide vom H2- & BZ-Stammtisch)

Die diesjährige H2Expo war als „Fachmesse für Speichertechnologie und Elektromobilität“, so wie sie im Vorfeld angekündigt worden war, nicht erkennbar. Vom 23. bis 26. September 2014 waren gerade einmal etwas mehr als ein Dutzend Stände in dem für die H2Expo ausgewiesenen Bereich zu finden. Zusammengerechnet mit den Ausstellern, die zum Thema Energiespeicherung unter dem Stichwort „Storage Tour“ ausstellten, waren rund 30 Institutionen auf dem Messegelände vertreten.

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Neues Kompendium über Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technologie

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9783937863443Die Wasserstoff-Gesellschaft Hamburg e.V. hat am 15. September 2014 ihren 25. Geburtstag gefeiert. In der Handelskammer der Hansestadt trafen sich aus diesem Anlass zahlreiche prominente Gäste und Wegbegleiter, um dieses denkwürdige Jubiläum zu begehen. Gemeinsam erinnerten sie sich an den 14. September 1989, als zwölf Pioniere aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik der Freien und Hansestadt Hamburg die „Gesellschaft zur Einführung des Wasserstoffs in die Energie-Wirtschaft e.V.“ gründeten. Heute ist die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie aus der Reihe der Lösungswege für eine zukunftsfähige Energieversorgung nicht mehr wegzudenken. Aus damaliger Sicht war diese Entwicklung jedoch

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Hamburg erhält Energie-Campus

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(Foto: HAW Hamburg)

Am 24. Februar 2014 hat die Grundsteinlegung für den Energie-Campus Hamburg Bergedorf stattgefunden. Die neue Forschungseinrichtung in den Bergedorfer Schleusengärten soll jeweils ein Labor für Windkraft sowie für intelligente Stromnetze bekommen und wird der Hochschule für Angewandte Wissenschaft Hamburg (HAW Hamburg) zur Ausbildung und Qualifizierung dienen. Geplant ist, dass sich hier Unternehmen der

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Hanseaten fahren fortan mit dem ‚SauberBus’

Die Clean Energy Partnership (CEP) hat in den vergangenen Monaten weiter an Größe gewonnen: Am 17. August 2011 erhielt die Hamburger Hochbahn AG insgesamt vier Brennstoffzellenhybridbusse der neusten Generation. Am 5. September übergab Mercedes-Benz 20 Elektroautos an Unternehmen sowie Behörden in der Hansestadt, und nur drei Tage später trat Hessen als weitere Versuchsregion der Initiative bei. Zuvor hatte Shell bereits eine neue Wasserstofftankstelle in der Bundeshauptstadt in Betrieb genommen.

Was zunächst als rein auf Berlin beschränktes Testvorhaben begonnen hatte, erstreckt sich mittlerweile bis weit in den Westen der Bundesrepublik. Hamburg ist schon lange als Wasserstoffhauptstadt H2-Hauptstadt Europas gut etabliert, und neben Nordrhein-Westfalen sowie Baden-Württemberg werden zukünftig auch in und um Wiesbaden vermehrt Brennstoffzellenautos umherfahren.

In Bezug auf praktische Erfahrungen im Umgang mit H2-Fahrzeugen ist Hamburg europaweit führend. Nirgends fahren mehr BZ-Modelle durch die Straßen. Nachdem bereits über mehrere Jahre hinweg bis zu neun brennstoffzellenbetriebene Busse an Elbe und Alster im Einsatz waren, wurden diese jetzt im Rahmen des mit zehn Millionen Euro geförderten Projektes NaBuZ demo (Nachhaltiges Bussystem der Zukunft) durch neu konzipierte Modelle ersetzt. Insgesamt vier Citaro FuelCELL-Hybridbusse händigte Mercedes-Benz an die Hamburger Verkehrsbetriebe aus. Drei weitere Exemplare sollen im kommenden Jahr folgen. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der freien Handels- und Hansestadt, sagte anlässlich der Fahrzeugübergabe auf dem Fischmarkt: „Zukunftssichere Antriebssysteme, die ohne fossile Brennstoffe auskommen, sind keine Zukunftsmusik, sondern Realität.“

Die so genannten SauberBusse sind mit zwei Radnabenmotoren (je 60 kW) ausgestattet, die über einen Hybridantrieb mit Energie versorgt werden. Zur Stromerzeugung und Speicherung stehen zwei 70-kW-Brennstoffzellenmodule zur Verfügung, die für eine Lebensdauer von mindestens sechs Jahren oder 12.000 Betriebsstunden ausgelegt sind. Darüber hinaus sind wassergekühlte Lithium-Ionen-Batterien (250 kW) installiert, die über ein Rekuperationssystem Bremsenergie zurückgewinnen können. Auf diese Weise soll der Verbrauch gegenüber den Vorgängermodellen auf die Hälfte (10 bis 14 kg H2 pro 100 km, 7 GH2-Tanks mit insg. 35 kg auf dem Dach) gesenkt werden. Heinrich Klingenberg, Geschäftsführer der projektbegleitend aktiven hySolutions GmbH, erklärte gegenüber HZwei: „Vorher hatten wir konventionelle Busse, in die ein Brennstoffzellensystem eingebaut worden war. Diese neue Generation ist speziell auf die Vorteile der Brennstoffzelle ausgelegt.“

Der Hauptvorstand der Hamburger Hochbahn, Günter Elste, sagte: „Es ist das Ziel der Hochbahn, ab dem kommenden Jahrzehnt nur noch emissionsfreie Busse mit elektrischem Antrieb anzuschaffen. Die Inbetriebnahme dieser neuen Busgeneration ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Elektromobilität.“ Seine Vision ist, dass „die Brennstoffzelle dann mittelfristig den Dieselmotor in den Bussen ersetzen könnte. Wenn dann noch der Wasserstoff aus Windenergie in Schwachlastzeiten produziert wird, haben wir die emissionsfreie Mobilität der Zukunft erreicht.“

Drei Wochen später wurden 20 weitere Elektrofahrzeuge von dem Stuttgarter Automobilkonzern übergeben und zwar Pkw (B-Klasse F-CELL, A-Klasse E-CELL) sowie Transporter (Vito E-CELL, Atego BlueTec Hybrid). Zu den zukünftigen Testfahrern zählen neben nachhaltig engagierten Hamburger Unternehmen auch Wirtschaftssenator Frank Horch sowie Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz. Senator Horch erklärte: „Die Brennstoffzellen- und Wasserstofftechnologie ist ein für den Standort Hamburg ungemein wichtiger technologischer Pfad […]. Auch wir übernehmen heute hier ein Brennstoffzellenfahrzeug, das das mittlerweile 25. bei Senat, Behörden, Landesbetrieben oder städtischen Unternehmen eingesetzte Elektrofahrzeug ist.“

Als neuer assoziierter Partner stieß am 8. September 2011 Hessen zur CEP dazu. Anlässlich der Beitrittsfeierlichkeiten kam die Landesumweltministerin Lucia Puttrich nach Wiesbaden, von wo aus Umwelt-Staatssekretär Mark Weinmeister einen Konvoi von Brennstoffzellenfahrzeugen nach Frankfurt führte. Dort wurde er von der dortigen Oberbürgermeisterin Petra Roth in Empfang genommen.

Hessen plant zunächst bis zum Ende der CEP-Laufzeit im Jahr 2016 verschiedene Energietechnologieprojekte zum Ausbau der H2-Infrastruktur und zur Erprobung der BZ-Technik im Rhein-Main-Gebiet. So ist beispielsweise geplant, zunächst 20 Brennstoffzellenautos von drei verschiedenen Herstellern zu testen. Das Umweltministerium wird eines davon über einen Zeitraum von drei Jahren nutzen. Außerdem soll zusätzlich zu der ersten öffentlichen Wasserstoffstation in Höchst bei Infraserv eine weitere Tankstelle in Frankfurt am Main errichtet werden. NOW-Chef Klaus Bonhoff fasste diese Entwicklung kurz zusammen mit den Worten: „Die CEP wächst.“

Bereits am 20. Juni 2011 hatte die Shell Deutschland Oil GmbH ihre deutschlandweit erste H2-Demonstrationsanlage am Sachsendamm in Berlin-Schöneberg eröffnet. Zur Einweihung nahmen der CEP-Vorsitzende Patrick Schnell, Dirk Inger vom Bundesverkehrsministerium, NOW-Geschäftsführer Dr. Klaus Bonhoff sowie Dr. Peter Blauwhoff, Vorsitzender der Geschäftsführung von Shell Deutschland, die erste offizielle Betankung vor. Für die Bundeshauptstadt ist dies die dritte fest bei einer konventionellen Tankstelle installierte H2-Befüllungsstation. Sie verfügt über eine ausreichende Kapazität für rund 250 mögliche Betankungen am Tag. Zunächst wird sie jedoch vorwiegend für Demonstrations- und Forschungszwecke mit vorerst einem Dutzend Befüllungen pro Tag eingesetzt. Der von Linde zur Verfügung gestellte Wasserstoff ist grün zertifiziert, ursprünglich stammt er jedoch aus der Linde-Pilotanlage in Leuna, die auf Basis von Rohglycerin arbeitet.

Gegenüber der Autogazette erklärte Patrick Schnell: „Das Thema Wasserstoffantrieb wird in Zukunft wieder an Fahrt aufnehmen.“ Ab 2015 rechnet er mit dem Einsatz von BZ-Serienfahrzeugen: „2016 wird der Wettbewerb einsetzen mit den üblichen Streitereien zwischen Automobilherstellern und Kraftstoffanbietern. Der Tod der CEP ist also vorprogrammiert. Aber wenn das passieren würde, wäre es ein schöner Tod.“