Kommentare aus der Industrie zum NIP 2.0

Kohler-Colell-Ballhausen
Kohler-Colell-Ballhausen
H. Kohler, Daimler; H. Colell, Heliocentris; A. Ballhausen, Ceramic Fuel Cells (v.l.)

Die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie NOW GmbH soll über das Jahr 2016 hinaus die deutschen H2- und BZ-Aktivitäten koordinieren. Das steht jetzt fest. Jedenfalls steht es so in dem von CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsplan. Wie aber im Detail die weitere Förderung aussehen wird, das ist noch offen. Die Industrie hat sich hierzu allerdings schon einige Gedanken gemacht und Forderungen formuliert. HZwei hat dazu einige Stimmen führender Industrievertreter eingesammelt.

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Werden Wasserstoff und Brennstoffzellen überfördert?

Bundestagswahl entscheidet auch über ein NIP 2.0
Bundestagswahl entscheidet auch über ein NIP 2.0

Der deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Szene geht es wahrlich nicht schlecht, zumindest finanziell betrachtet nicht. Insgesamt stehen ihr 700.000.000 Euro an Fördergeldern zur Verfügung. Das ist nicht wenig. Dies gilt umso mehr, da ja im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) die gleiche Geldmenge – also nochmals 700.000.000 Euro – auch seitens der Industrie in diese Technologie investiert wird. Damit sollte sich im Zeitraum von zehn Jahren so einiges bewerkstelligen lassen. Trotzdem werden jetzt vor der im September 2013 anstehenden Bundestagswahl Rufe nach weiteren Fördermaßnahmen laut.

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Weiterführung der H2- und BZ-Förderung gefordert

NIP-Strategiepapier-2013-webNach einhelliger Meinung von Vertretern der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Branche ist es allerhöchste Zeit, um über die Weiterführung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) zu diskutieren. Aus diesem Grund legte die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) Mitte Juli 2013 ein neues Strategiepapier vor, in dem die Förderung der Markteinführung von H2- und BZ-Technologie mit öffentlichen Geldern gefordert wird.

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Spielt da wer auf Zeit?

Zeit ist vergänglich – und relativ. Meist merken Menschen erst im Nachhinein, wie schön das Vergangene war. Dann ist es jedoch in der Regel zu spät, um es noch ausreichend genießen zu können. Viele Menschen verschätzen sich zudem, wie viel Zeit noch für bestimmte Dinge bleibt. Entweder man ist viel zu früh oder aber man kommt heillos zu spät. Sorgloser Umgang mit der Zeit führt außerdem dazu, dass man zunächst zwar meint, endlos Zeit zu haben. Dann kommt aber der Punkt, an dem die Zeit drängt, weil sie knapp wird, bis letzten Endes die Zeit vergangen ist. Im Endeffekt hat dann kaum noch jemand Zeit für irgendwas. Kein Wunder also, dass Zeit auch bei der Einführung der H2- und BZ-Technik sowie bei der E-Mobilität eine überaus wichtige Rolle spielt.

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Geldmangel stellt Klima- und E-Mobilitäts-Programme in Frage

Die Energiewende stockt. Die Gründe dafür sind sowohl politischer als auch wirtschaftlicher Natur. Ein ganz aktuelles finanzielles Problem ist der seit Monaten herrschende Geldmangel für geplante Energie- und Klimaprogramme. Somit könnten neue Vorhaben verzögert werden oder gestoppt und bereits laufende gekürzt werden. Niedrige Einnahmen im Energie- und Klimafonds (EKF) könnten neben der Energiespeicherung auch die Elektromobilität betreffen.

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NOW stellt den Entwicklungsplan 3.0 vor

Eine Zusage für ein Markteinführungsprogramm nach 2016, gleichzeitig aber auch Kritik an mangelhafter Öffentlichkeitsarbeit und einen neuen Entwicklungsplan – das gab es alles auf der Vollversammlung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP), die am 7. und 8. November 2011 in Berlin stattgefunden hat. Außerdem berichteten alle Zuwendungsempfänger über den Stand ihrer jeweiligen Projekte, die mit 500 Mio. Euro vom Bundesverkehrsministerium und mit 200 Mio. Euro vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert werden.

Rund 320 Teilnehmer sind an den zwei Tagen ins Estrel-Hotel in die Bundeshauptstadt gekommen. Die Begrüßung übernahm Prof. Werner Tillmetz, Vorsitzender des NOW-Beirats. Er begann in einem Rundumblick im Jahr 2004, als das damalige Brennstoffzellen-Bündnis Deutschland sein erstes Strategiepapier vorstellte. Tillmetz, der auch Vorstandsmitglied beim Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) ist, hob zudem die Bedeutung der damaligen Arbeiten insbesondere von Nilgün Parker vom Bundesverkehrsministerium hervor, die entscheidend dazu beigetragen hat, dass die Brennstoffzelle während der Koalitionsverhandlungen mit berücksichtigt wurde und dass die 500 Mio. Euro Fördergelder im Bundeshaushalt eingeplant wurden. Nur infolge dieser Vorarbeiten konnte im Jahr 2006 das NIP-Strategiepapier (Entwicklungsplan 1.0) vorgestellt und das auf zehn Jahre ausgelegte Innovationsprogramm im Jahr 2007 gestartet werden.

Tillmetz stellte weiterhin fest, dass „Wasserstoff nach Fukushima etabliert ist. Da hat sich massiv was getan.“ Als Beleg dafür verwies er nach Japan, wo mittlerweile 30.000 Brennstoffzellenheizgeräte installiert sind, und fügte erfreut hinzu, dass auch im deutschen Bundestag fleißig über das Thema diskutiert werde. Außerdem konstatierte er: „Die Brennstoffzellenautos sind reif, die Serienvorbereitung ist gestartet.“ Stolz hielt er daraufhin die aktualisierte Version des NIP-Strategiepapiers hoch: den neu erstellten Entwicklungsplan 3.0.

Auch Rainer Bomba, der Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, zeigte sich ebenfalls erfreut über die Rückbesinnung auf das Thema Wasserstoff und sagte: „Die Energiewende verleiht dem Wasserstoff wieder Flügel. […] Die Brennstoffzelle ist soweit, dass sie einsatzfähig ist.“ Bomba sprach in seinem Grußwort aber auch offen an, dass die Bevölkerung zu wenig Bescheid wisse. Er mahnte: „Die Brennstoffzelle ist kein Selbstläufer.“ Kritisch stelle er weiterhin fest: „Sie wurde bisher zu schlecht vermarktet. Eine wesentlich intensivere Öffentlichkeitsarbeit und wesentlich mehr Produkte sind notwendig. Ich möchte daher alle aufrufen, Produkte auf den Markt zu bringen.“

Außerdem nannte er es „ausgesprochen wichtig, dass wir uns heute schon Gedanken machen, wie es nach 2016 weitergeht.“ Bomba forderte deswegen vehement dazu auf, gemeinsam mit der NOW nach geeigneten Wegen für ein Anschlussprogramm zu suchen, „ansonsten entsteht eine Lücke.“ Abschließend rief er allen Anwesenden zu: „Ich kann Ihnen versichern, dass die Bundesregierung voll und ganz hinter Ihnen steht.“ Gegenüber der Presse ließ er sich dann sogar noch zu zwei Statements hinreißen: „Die Brennstoffzellen ist einfach gigantisch!“ […] „Wir machen nach 2016 weiter.“

Dr. Klaus Bonhoff, der mittlerweile alleinige Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), stimmte der Analyse seines Vorredners unumwunden zu, indem er feststellte: „Die Sichtbarkeit ist in der Tat zu gering.“ Gegenüber der HZwei-Redaktion stellte er fest: „Wir haben in der Öffentlichkeit eine enttäuschte Erwartungshaltung. Wir wissen aber heute, dass die technischen Probleme gelöst sind.“ Er forderte daher ebenfalls mehr Öffentlichkeitsarbeit und erklärte, frühzeitig die Arbeiten an einem Anschlussprogramm aufzunehmen, um „Kontinuität zu erzeugen“. Wie Bonhoff berichtete, habe er sich bereits intensiv mit der Entwicklung in der Windkraftbranche beschäftigt, um daraus zu lernen. So habe beispielsweise die Finanzwirtschaft erst 1996 mit dem Einspeisegesetzt Interesse an dieser Technologie bekommen. Im Hinblick darauf erklärte er: „Hier besteht eine ganz spannende Analogie, die wir uns ansehen müssen.“ Weiterhin sagte er, es müsse auch in der H2- und BZ-Branche über entsprechende Investitionsmodelle mit Risikobegrenzung nachgedacht werden.

Darüber hinaus lieferte Bonhoff einen aktuellen Bericht über den Stand der Umsetzung nach fünf Jahren Programmlaufzeit. So legte er dar, dass seit der Gründung der NOW im Jahr 2008 insgesamt 393 Mio. Euro der Fördermittel in 414 konkreten Einzelprojekten beziehungsweise 184 Vorhaben gebunden wurden. Über die Hälfte davon entfiel auf den mobilen Sektor, jeweils 14 % auf die Bereiche Hausenergie und spezielle Märkte.


e4ships-Teilprojekt gestoppt

Bei dem NIP-Leuchtturmprojekt e4ships ist eines der insgesamt vier Teilprojekte gestoppt worden. Nachdem es 2010 bereits beim Teilvorhaben PaXell aufgrund von Lieferproblemen zu Verzögerungen gekommen war (s. HZwei-Heft Okt. 2010), wurden in der Zwischenzeit die Aktivitäten am HyFerry-Vorhaben komplett eingestellt. Wie es von Seiten der Projektpartner hieß, sei das angepeilte Konzept nicht wie angedacht darstellbar gewesen. Das ursprüngliche Ziel lautete, eine bereits im Betrieb befindliche Fähre, die an der ostfriesischen Nordseeküste zwischen Neuharlingersiel und Spiekeroog verkehrt, mit einem Wasserstoff-Hybridantrieb auszustatten und eine Betankungsstation dafür zu errichten.